Viele Magazine verleihen "Spiele des Jahres Awards" für qualitativ hochwertige, nicht selten aber auch schlicht und ergreifend in den
Himmel gehypte Titel schon fast in Fließbandarbeit. Geschmäcker sind verschieden - warum sollte dies bei Spielen anders sein? Deshalb
präsentieren wir euch die ganz persönlichen TopGames unserer Schreiberlinge - garantiert ohne Hypebonus! Außerdem erfahrt ihr, welche Titel uns 2006 nicht überzeugen konnten, und auf welche kommenden Highlights wir uns besonders freuen - natürlich mit ausführlicher, ganz persönlicher Beschreibung. Viel Spaß beim Lesen und vorab einen guten Start ins neue Spielejahr 2007!
1. Nintendo Wii
Die ach so innovative Konsole steht ganz oben auf meiner Flop-Liste. Dies liegt primär an den gewohnt kindischen Spielkonzepten von Nintendo und Co. Die Anzahl der Launchtitel mag zwar beeindruckend sein, der Inhalt der Spiele hingegen ist dies in keinster Weise. Wenn
die primitive Hardware nun wenigstens durch eine wirklich neue Steuerung kompensiert werden könnte, wäre dies ja alles noch akzeptabel. Doch letztlich tauschen Spieler nur die bisher präzise Steuerung über Analog-Stick gegen eine ungenaue Fuchtelei einer Fernbedienung. Mag
zwar anfangs Spaß machen, realistischer wird das Spielgefühl jedoch letztlich auch nicht.
2. Ridge Racer 2 (PSP)
Ridge Racer ist aufgrund seiner simplen Fahrphysik auch für eine schnelle Runde zwischendurch gut geeignet. Nach der schicken Präsentation des Vorgängers war meine Vorfreude auf Teil 2 entsprechend groß. Doch ohne das neue Renderintro würde man eigentlich überhaupt nicht merken, dass es sich um ein anderes Spiel handelt. Die identischen Menüs, zum Großteil die gleichen Strecken, Fahrzeuge und Musiktracks. Hier hätte ich mir schon ein wenig mehr Neuerungen erhofft.
1. Final Fantasy VII: Dirge of Cerberus (PS2)
Der Titel, welcher eigentlich frischen Wind in die meiner Meinung nach langweiligen, rundenbasierten Kämpfe des Final Fantasy-Universums bringen sollte, endete als liebloses Schießbuden-Game mit schlechter Grafik.
2. Nintendo Wii
Im vergangenen Jahr als DIE Spiele-Revolution gefeiert, entpuppt sich Nintendos weißes Wunderkästchen in meinen Augen als geschrumpfter
GameCube mit EyeToy-ähnlichen Funktionen, der aufgrund seines kindlichen Spiele-LineUps eher für die Zielgruppe der 8 bis 14-Jährigen geeignet ist und ganz sicher keine Konsole der nächsten Generation darstellt.
1. Oblivion (PC, Xbox 360)
Eigentlich spricht ja nichts gegen ein gutes Rollenspiel, dennoch hätte ich mir von "Oblivion" mehr erhofft. Die Story lässt mich komplett kalt, es kommt keinerlei Begeisterung auf. Schade, da das Spiel technisch kaum Probleme macht.
2. Anstoss 2007 (PC)
Einmal mehr quälte sich "Anstoss 2007" mit zahlreichen Bugs in den Handel, die den Spielspaß trübten. Man sollte eigentlich denken, dass
die Entwickler was dazugelernt hätten. Keine Chance gegen die Konkurrenz von EA.
3. Commandos: Strike Force (PC)
Wer kennt sie nicht, die Commandos? Aus der Vogelperspektive steuerte man seinen Trupp und bekämpfte die Nazis. "Strike Force" sollte das
Geschehen in die First-Person Perspektive verlegen. An sich klappt das zwar gut, jedoch kommt das alte Feeling gar nicht mehr auf. Man
kann sich einfach mit brachialer Gewalt durch die Level ballern. Schade drum.
1. Just Cause (PC)
Man könnte heulen. "Just Cause" ist wie ein leerer, in wunderschönes Geschenkpapier verpackter Karton. Außen hübsche Grafik, ein netter
Soundtrack und einfache Bedienung, innen eine schwache Story, öde Missionen und dumme Gegner. Avalanche hat viel Potential verschenkt!
2. Splinter Cell: Double Agent (PC)
Spielerisch und grafisch macht auch Sam Fishers neustes Abenteuer eine äußerst gute Figur. Bei den eigentlich so gehypten Punkten, dem
Doppelagenten - Feature und der Story, versagt der Titel aber kläglich. "Nur" ein weiteres Splinter Cell - wenn auch auf hohem Niveau.
3. Reservoir Dogs (PC)
Die Versoftung von Quentin Tarantinos Klassiker stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Dass der Titel dann allerdings dermaßen
verhunzt in die Laden kam, hatte ich nicht gedacht. Eine Schande!
1. Gothic 3 (PC)
Wie man aus einer genialen Spielereihe so einen ramsch produzieren kann, ist mir unerklärlich. Die Story ist unter ferner liefen, das
Spiel ist ein einziges Bugomania und ohne passende Hardware kaum zu bewältigen. Nein, nein, Piranha Bytes, ich hoffe für Gothic 4 gebt ihr euch wieder mehr Mühe.
2. Oblivion (PC)
The Elder Scrolls war bisher eigentlich immer ein Garant für Top-Rollenspiele, wie zuletzt Morrowind bewies. Da man aber bei Oblivion auf eine Umsetzung auf zwei Systemen zielte (PC und XBox360) kam nur eine billiger Konsolenbastard dabei heraus. Das ganze Potential das eine reine PC-Umsetzung geboten hatte wurde für einen schnellen Einstieg und eine Story, die auch der letzte Idiot versteht, verschenkt. Schade.
3. Die Gilde 2 (PC)
Und schon wieder ein Spiel von Jowood, das auf meiner persönlichen Liste dieses Jahr nicht besonders gut abgeschnitten hat. In der
Ankündigung und in den Videos auf der GC 2005 wirkte "Die Gilde 2" so genial. Leider hat man nichts drauß gemacht. Ein verkorkster
Rollenspielpart und ein überumständlicher Handelsteil. Wird der Gilde 1 nicht mal annähernd gerecht.
F.E.A.R. (Xbox 360)
Auf der Xbox 360 als großer Shooter angekündigt, ist es leider nicht mehr als Mittelmaß geworden. Merke: Was auf dem PC super klappt, muss
nicht zwangsläufig auch auf Konsole ein Hit werden.
1. Pro Evolution Soccer 6 (Xbox 360)
Was!? PES6 bei den Enttäuschungen? Pro Evo ist nicht etwa ein schlechtes Spiel, im Gegenteil: PES ist nach wie vor die beste
Fußballsimulation. Doch von der Portierung auf die Xbox 360 und somit auf die "neue Spielwelten eröffnende Nächste Generation" hatte ich
mir insgeheim mehr erwartet. Stattdessen vermisste man schmerzlich einige Features der Current-Gen-Variante. Online brachte auch erst der nachgereichte Patch ein reibungsloses Spielerlebnis.
2. Sony PlayStation 3
Sony hatte fast alles richtig gemacht. Zuerst wurden utopische Hardware-"Fakten" genannt und der Masse gerenderte Szenen zu PS3-Titeln gezeigt. In diesem Taumel der Euphorie wurden dann - weniger publik - einige Features gestrichen und der Launch aufgeschoben. Als dann aber der "feste" Europa-Termin, der 17. November, genannt wurde und groß angelegte Vorbestellaktionen begannen, trat erneut die Vorfreude ein. Umso enttäuschender war dann die Nachricht, dass - anders wie in Japan und den USA - der Termin nicht eingehalten werden kann und stattdessen um ganze fünf Monate nach hinten verschoben wird. Mit dieser Aktion brachte Sony eine der größten Enttäuschungen 2006 zustande.
3. Mangelnde Qualitätskontrollen
Die Nächste Generation brachte nicht nur schönere Grafiken und noch nie da gewesenes Gameplay mit sich, sie verursachten auch eine Menge -nicht-virtuellen - Ärger. Während unsere Current-Gen-Systeme ohne irgendwelche Anzeichen von Altersschwäche munter vor sich her surren,
versagte unsere Xbox 360 trotz extrem vorsichtiger Behandlung in diesem Jahr schon zum zweiten Mal ihre Dienste und muss zwangsläufig
umgetauscht werden. Bei der Nintendo Wii ist es nicht anders: Firmwareupdates, die das System schrotten, oder mangelhafte Schlaufen die schon mal reißen und den Spieler wissen lassen, wie sich ein Bildschirmzerstörender Raketenwerfer fühlen muss. Der Umtauschservice läuft zwar größtenteils reibungslos ab, doch sollte dieser nicht nur in Ausnahmefällen beansprucht werden müssen?
Die Highlights des Jahres 2006
Die Hoffnungsträger für 2007