Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Zubehör von Drittherstellern – bislang konnten mich da weder Memory-Cards noch Controller oder sonstiges Zubehör wirklich überzeugen. Andererseits sind die Preise sehr moderat, weswegen es schon eine Versuchung ist, zu entsprechendem Zubehör zu greifen. Der X2 Wireless Controller, den wir hier vorstellen wollen, kostet etwa soviel wie der originale PS2-Controller von Sony (mit Kabel) bei den grossen Elektromärkten. Durchaus ein Grund zu schauen, was er besser, schlechter oder gleich gut macht.
Greif zu!
Das erste, was auffällt, wenn man den Controller aus seiner Verpackung entnimmt: Die gummierte Oberfläche, mit der das Pad sehr gut und fest in der Hand liegt. Die Form ist dem Dualshock 2 sehr gut nachempfunden, weswegen man sich auch nicht gross umstellen muss. Die Anordnung der Tasten ist im Allgemeinen von dem Dualshock 2 übernommen, bis auf Start und Select, die sind jeweils etwas tiefer angeordnet. Nachteil: Man muss um die Analogsticks weiter rumgreifen als beim Original, um Start und Select zu betätigen. Mit im Paket ist eine kurze, leider nur englischsprachige, Anleitung sowie das Empfängerteil. Das kommt in den Controller-Port der PS2, 3 AAA-Batterien (nicht im Lieferumfang enthalten, klar) in den Controller, Schalter auf der Rückseite auf "On" (schade, dass man sich hier nicht ein wenig vom Xbox360-Controller hat inspirieren lassen und statt eines simplen Schiebeschalters einen Drucktaster auf der Vorderseite verwendet hat) und ... los geht’s, denn der Controller wird direkt vom Empfänger erkannt.
Drück mich!
Zum Einstieg gibt es eine Runde "Burnout: Takedown". Das Rennen startet und... wir kommen nur zögerlich vom Start weg. Die 256 Druckstufen der Tasten machen sich bemerkbar, es erfordert etwas mehr Druck als gewohnt, um den Wagen auf seine maximale Geschwindigkeit zu bringen. Das dürfte sich vor allem bei Spielen, die auf schnellen Tastendruck (exemplarisch sei hier "God of War" genannt) reagieren, negativ auswirken. Ansonsten funktioniert alles tadellos - das Pad liegt weiterhin sehr fest in den Händen, die Übertragung funktioniert problemlos auch auf mehrere Meter Entfernung zur Konsole.
Wechseln wir zu "GTA: San Andreas". Auch hier - alles problemlos. Hier macht sich das Druckverhalten der Tasten auch nicht mehr so störend bemerkbar wie noch bei "Burnout: Takedown". Eher im Gegenteil kann man nun durch leichte Veränderung des Drucks auf die Tasten sehr fein dosieren, wie schnell man fahren will.
Nun ein weiterer Spiel-Wechsel, denn uns interessiert nun, wie sich die drucksensitiven Tasten auf ein Spiel auswirken, dass ausgiebig von schnellen Tastenkombos Gebrauch macht: "Asterix & Obelix bei den olympischen Spielen". Und hier zeigt sich dann auch, was wir erwartet haben: Da hier schnelles, wiederholtes Drücken von z.B. Kreis- und Kreuz-Taste gefragt ist, und mehr Druck auf die Tasten ausgeübt werden muss, gelingt es zu Anfang seltener, die geforderte Geschwindigkeit beim Wechsel zu erzeugen. Mit ein bisschen Übung (und mehr Druck) ist aber auch das dann wieder möglich.
Weitere Funktionen
Heutzutage muss ein Dritthersteller-Zubehör grundsätzlich mehr leisten als Zubehör vom Hersteller selber. So tut es auch dieses Pad: Es gibt optional zuschaltbares Dauerfeuer und die Möglichkeit, Tasten zu programmieren. Ersteres ist recht leicht, der Vorgang der Programmierung jedoch erschliesst sich beim Lesen der Anleitung jedoch nicht unbedingt auf Anhieb. Einmal das Prinzip verstanden, ist es jedoch leicht möglich, schnell eine Taste mit einer kleineren Tastenkombination zu belegen und diese so schneller auszuführen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
