"The Legend of Spyro: Dawn of the Dragon" bildet den letzten Teil der Trilogie rund um den lila Drachen. Von den besten Zeiten Spyros zu PS1-Zeiten waren die ersten beiden Teile der Trilogie leider weit entfernt. Ob der dritte Teil einen versöhnlichen Abschluss bildet, erfahrt ihr im folgenden Artikel.
Eine einfache Story
Generell empfiehlt es sich bei Trilogien, alle Teile gespielt zu haben. Habt ihr die zwei vorigen Teile der "The Legend of Spyro"-Trilogie nicht gezockt, werdet ihr im letzten Ableger keine Zusammenfassung der Geschehnisse erhalten. Im Prinzip braucht ihr das auch gar nicht. Die Story ist nämlich sehr einfach aufgebaut. Der Dunkelmeister ist aus dem Gefängnis entflohen und will die Weltherrschaft an sich reißen. Nun ist es die Aufgabe von Spyro und Cynder, die Drachenwelt vor dem bevorstehenden Untergang zu retten.
Kaum startet das Spiel, präsentiert sich die erste große Neuerung. Während Spyro in den zwei vorigen Teilen stets allein unterwegs war, begleitet ihn nun von Anfang an seine ehemalige Erzfeindin Cynder. Sie steht euch nicht nur zur Seite, mit ihr kann auch gespielt werden. Ein zweiter Drachenfan kann sich jederzeit ins Spiel einklinken und die Rolle von Cynder übernehmen. Seid ihr alleine unterwegs, übernimmt der Computer diese Rolle. Durch einen Fluch sind die beiden miteinander verbunden, so dass sie sich nicht mehr als zehn Meter voneinander entfernen können. Ebenfalls neu ist, dass Spyro und Cynder unendlich lang fliegen können. Dieses Freiheitsgefühl wird aber durch fiese Winde, die euch nach unten oder zur Seite treiben, gebremst. Auch sonst erscheint die Spielwelt größer, als sie in Wirklichkeit ist. Vielerorts befinden sich unsichtbare Wände, die euch am Weiterlaufen hindern.
Ein ganz großer Negativpunkt ist die Kameraführung. Sie versucht zwar das ganze Bild einzufangen, aber oftmals zeigt die automatische Kameraführung den falschen Blickwinkel. Ihr dürft zwar manuell nachjustieren, dies geschieht aber leider auch nur auf begrenzten Raum. So müsst ihr schon einmal einen Schritt ins Blinde wagen.
Was tun?
Der eigentliche Spielablauf ist schnell erklärt. Ihr folgt jeweils dem Leoparden-Hunter, der immer an der zu erreichenden Stelle auf euch wartet. Einen Anhaltspunkt, wo sich dieser befindet, solltet ihr von der kleinen Libelle Sparx erhalten. Diese sollte immer in die Richtung fliegen, in der das nächste Ziel wartet. Tut sie aber nicht. Sie schwebt in fast allen Fällen einfach über euch und lässt euch planlos durch die Gegend wandern. Auf dem Weg zum Leoparden-Hunter müsst ihr stellenweise banale Rätsel lösen, zwischendurch Hindernisse überwinden und natürlich kämpfen. An vielen Stellen in einem jeden Areal erwarten euch kleine gegnerische Kreaturen, die euch in der Gruppe bekämpfen wollen. Da diese in Massen auf euch einprügeln, geht die Übersicht leider schnell verloren. Alternativ könnt ihr zum üblichen Buttonmashing auch Spezialattacken verwenden.
Spyro und Cynder unterscheiden sich nicht nur durch ihr äußeres Erscheinungsbild, sondern auch in ihren Fähigkeiten. Während Spyro über Feuer-, Eis-, Elektro- und Erd-Attacken verfügt, benutzt Cynder Angst-, Wind-, Schatten- und Gift-Attacken. Diese Angriffe stehen euch allerdings nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Geht eure Mana-Anzeige zu Ende, müsst ihr für eine erneute Ausführung zuerst Zauberenergie einsammeln. Dieses findet ihr in grünen Kristallen, die fair über die Level verteilt sind.
Flieg Spyro, flieg!
Spyro und Cynder steuert ihr klassisch mit dem Analogstick des Controllers. Wollt ihr fliegen, müsst ihr dreimal hintereinander den A-Knopf drücken und, um anschließend wieder zu landen, den A-Knopf lange gedrückt halten. Leider funktioniert das Landesystem äußerst ungenau und sorgt an engen Stellen für dementsprechend viel Frust.
Märchenwelt
Optisch ist "Spyro: Dawn of the Dragon" ein zweischneidiges Schwert. Während im ersten Abschnitt matschige Texturen warten, bietet der nächste Abschnitt viel Detailliebe und Märchenoptik. Die farbenfrohe Grafik wird aber durch häufige Ruckler gestört. Ansonsten überzeugt vor allem das Charakterdesign.
Das ganze Spiel begleitet ein ruhiger, orientalischer Track, der sich wunderbar in die Atmosphäre des Jump'n'Runs einfügt. Die Soundeffekte wirken authentisch, vorallem aber überzeugt die Synchronisation. Das ganze Spiel ist mit einer deutschen Sprachausgabe versehen, darin übernimmt das deutsche Pendant zu Elijah Wood die Rolle von Spyro. Die Synchronsprecher machen ihre Arbeit gut, mit Ausnahme von Cynder, die teilweise zu künstlich wirkt. Unterm Strich kann die Technik von "Spyro: Dawn of the Dragon" überzeugen.