Nichtmal ein halbes Jahr nach dem letzten Lego Lizenzspiel, folgt das nächste Abenteuer von Entwickler Traveller´s Tale. Diesmal ganz im Zeichen des dunklen Fledermaushelden. Nach "»Lego Star Wars" und "»Lego Indiana Jones" hat es nun also Batman ins Klötzchenuniversum verschlagen und wie bei den beiden Vorgängern folgt auch "Lego Batman" einer simplen Formel: Humor. Ob es die liebevollen Zwischensequenzen immernoch schaffen, ein Lächeln auf die Gesichter der Spieler zu zaubern und wie es um die Spielbarkeit des Titels bestellt ist, erfahrt ihr im folgenden Test.
In Gotham ist die Hölle los
Im Gegensatz zu "Lego Star Wars" und "Lego Indiana Jones", basiert "Lego Batman" nicht auf der Handlung der Filme, sondern kommt mit einer eigenständigen Story daher: Gotham Citys größte Verbrecher sind aus dem Arkham Asylum ausgebrochen und machen nun die Stadt unsicher. Natürlich ist es als Batman (inklusive Robin) euer Ziel, die Stadt wieder einmal von den Bösewichten zu befreien... nun ja fast, denn nur die Hälfte des Spiels wird aus der Perspektive von Batman und Robin gespielt, die andere Hälfte zeigt das Geschehen aus der Sicht der Ganoven. Wie bei den Vorgängern üblich, ist die Handlung auch dieses Mal eher kindgerecht und lustig, die Figuren verständigen sich über kleine, kurze Laute und nicht selten entstehen witzige Begebenheiten, schon allein deswegen weil unsere Protagonisten aus Bausteinen bestehen.
Des Helfers Gehilfe
Alleine kommt man gegen diese Überzahl an Schurken natürlich nicht an, deshalb sind die Missionen auf kooperative Handlungen ausgelegt. Habt ihr jedoch keinen Mitspieler zur Verfügung, übernimmt die KI die Steuerung eures Gefährten. So gilt es wieder einmal Münzen zu sammeln, Schalter zu betätigen und aus herumliegenden Legosteinen etwas zu bauen, dass euch den Levelabschluss ermöglicht. Viel Altbewährtes also, jedoch gibt es auch eine Neuerung: So können Batman und Robin innerhalb der Level ihre Anzüge an bestimmten Stellen austauschen, um z.B. resistent gegen große Hitze zu werden, Computer zu bedienen oder mit Flügeln größere Absprünge zu überwinden.
Neben den Laufmissionen, gibt es aber auch Abschnitte, in denen ihr auf Fahrzeuge zurückgreift, so steigt ihr ins bekannte Batmobil oder den Batwing und sogar zu Wasser geht es dem organisierten Verbrechen an den Kragen.
Klotz nicht so!
Die Grafik des Spiels behält den Stil von "Star Wars" und "Indiana Jones" bei. Doch gerade wenn man bedenkt, dass "Star Wars" inzwischen schon fast vier Jahre alt ist, kann die Optik auf den ersten Blick schnell enttäuschen. Jedoch muss man auch ehrlich sagen, dass man es nicht sehr viel anders machen könnte- um die Lego-Atmosphäre beizubehalten und kleinere Dinge wie Wassereffekte und Häuser wurden natürlich etwas aufgepeppt. Vor allem die Zwischensequenzen sehen ganz schick aus.
Was den Sound betrifft, konnte Entwickler Traveller´s Tale wieder einmal mit dem Original-Soundtrack auftrumpfen, so hört ihr bereits im Menü, wie schon bei "Star Wars" und "Indy", die bekannten und beliebten Melodien, die einen großen Teil zur Atmosphäre beitragen. Viel Atmosphäre gibt es dann aber doch nicht - war es bei den Vorgängern noch so, dass die Slapstick-Einlagen in den Cutscenes einen Wiedererkennungswert hatten und die Original-Szenen wunderbar durch den Kakao gezogen wurden, so lebt die komplette Story diesmal von diesen kindlich gehaltenen Slapstick-Elementen. Die führt dazu, dass in der sowieso schon simplen Story so etwas wie ein Spannungsbogen oder eine dichte Atmosphäre nicht existiert.
Braucht "Lego Batman" aber auch nicht bzw. will es auch gar nicht haben. Der Fokus liegt auf ganz anderen Dingen: Es ist ein Spiel zum Spaß haben und abschalten, wobei ganz Abschalten ist dann doch nicht angesagt, da es im Spiel immer wieder zu kleinen, teilweise etwas kniffligen Rätseln kommt.
Ein kleines, großes Abenteuer
Die 30 vorhandenen Level sind schnell durchgespielt, der Sammelfaktor ist aber wieder einmal unglaublich hoch. So vergehen Stunden, bis alle möglichen Extras freigeschaltet sind. Umso mehr steigt der Wiederspielwert und der allgemeine Spielspaß an, wenn ihr einen Freund oder ein Familienmitglied zu euch holt, denn im Koop steckt die wahre Stärke von "Lego Batman". Umso trauriger, dass ein Online-Koop-Modus wieder einmal ausblieb. Ansonsten wird das Spiel den Erwartungen gerecht, dies mag zum einen vielleicht daran liegen, dass die Erwartungen nicht all zu hoch waren, zum anderen ist "Lego Batman" aber auch einfach ein Titel, der für den geringen spielerischen Gehalt, einiges an Spielspaß bietet.