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UNREAL TOURNAMENT 3
 Test von Christoph Kirchner (08.08.2008) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Ego-Shooter Publisher:Midway
Termin:04. Juli 2008 Entwickler:Epic Games

Im November letzten Jahres bereits für den PC erschienen, macht Epics hervorragendes "Unreal Tournament 3" nun auch die Xbox 360 unsicher. Ob die Pad-Steuerung das flotte Gameplay ausbremst, und ob sich in die Portierung Fehler eingeschlichen haben, lest ihr in unserem schusssicheren Test.


Altbewähres frisch verpackt

Wer die Reihe kennt, kennt sich aus. "Unreal Tournament 3" spielt sich im Großen und Ganzen wie seine Vorgänger – im modernen Gewand samt ein paar netter Modifizierungen, versteht sich. Mit Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag, mit und ohne Fahrzeuge, sind die altbekannten und eigentlich schon traditionellen Modi wieder mit dabei. Der umfangreichste Modus heißt Warfare und wurde als große Neuerung angekündigt. Letztlich handelt es sich hierbei nur um eine leicht verbesserte Version des aus "UT 2004" bekannten Onslaught-Modus. Ziel ist es, den Power-Kern des gegnerischen Teams zu zerstören. Dazu müssen vorher Powerknoten, die über die Map verteilt sind, eingenommen werden, um dann letztendlich den gegnerischen Kern angreifen zu können. Wie auch bei Vehicle Capture the Flag stehen euch hier allerlei Fahrzeuge zur Verfügung. Dabei haben beide Seiten unterschiedliche Gefährte. Während die einen mit Jeep und Panzer kämpfen, sprich den bekannten Vehikeln aus "UT 2004", haben die anderen einen riesigen Walker, der schon aus so mancher Messe-Präsentation und der spielbaren Demo-Version bekannt ist. Insgesamt bietet das Spiel 15 Fahrzeuge, eine ganze Reihe davon sind komplett neu, wie eben der große Walker. Der einzig „neue“ Spielmodus ist Duell - im Grunde ein Deathmatch 1-gegen-1 auf kleinen Karten.

"Unreal Tournament 3" bietet eine sehr große Anzahl an Maps. Insgesamt dürft ihr euch auf über 40 Karten gegenseitig abschießen. Das ist auf jeden Fall eine Hausnummer, die sich sehen lassen kann. Noch dazu sind die Maps grafisch sehr unterschiedlich. Eine der vielen Deathmatch-Karten besteht zum Beispiel aus drei Ebenen: Einer Schnee-Ebene, einer etwas grüneren Region und einem sehr metallischen Teil. Alle diese Ebenen sind durch Teleporter miteinander verbunden. Man könnte fast meinen, hier drei Maps in einer zu spielen. Das ist großartig!

Bei den Waffen bleibt eigentlich alles beim Alten. Einzig und allein die Lightning-Gun wurde aus dem Spiel entfernt. Das macht aber auch nichts, da diese Waffe in "UT 2004" viel zu stark war und wer gut zielen konnte, machte damit einen Frag nach dem anderen. Sonst sind alle bekannten Geräte wieder mit dabei: Link Gun, Flak Cannon und natürlich der Rocket Launcher. Fans der Serie werden sich sofort heimisch fühlen.

Sehr positiv auf den Spielfluss wirkt sich hingegen das neue Hover-Board, mit dem ihr in "Back to the Future"-Manier durch die Level düsen könnt, aus. Noch dazu bietet es einen tollen Kniff: Hole ich das Gerät hervor und nutze den Geschwindigkeits-Bonus, verzichte dafür aber auf jegliche Art der Verteidigung und mache mich damit sehr verwundbar, oder laufe ich einfach über die Maps, bin langsamer, kann mich aber jederzeit mit meinen Waffen gegen feindliche Spieler wehren? Ein schöner taktischer Kniff!


Eine nicht ganz so "epische" Kampagne

Nicht nur Freunde gepfleger Mehrspielerpartien, sondern auch Solo-Zocker sollte es ansprechen, das neue "Unreal Tournament". Mit spannender Story und einer umfangreichen Einzelspielerkampagne – hieß es. Diese vollmundigen Versprechungen erweisen sich letztlich aber als Trugschluss: Es gibt schon eine Kampagne, nur handelt es sich hierbei lediglich um eine Aneinanderreihung der bekannten Modi und Maps, verbunden durch schicke Zwischensequenzen. Story: Böse Außerirdische starten ein Invasion und es gilt, dies zu verhindern. Das ist nicht nur ungemein flach, sondern wirkt auch noch enorm aufgesetzt. Offline-Zocker werden also ziemlich enttäuscht, während sich die Kampagne für Multiplayer-Fans – auch wegen der gelungenen Bot-KI – als spaßiges Training erweist.

Optimal an die Xbox 360 angepasst wurde übrigens die Bedienung: Natürlich kann die Padsteuerung nicht mit der direkteren Maus-Variante mithalten, durch die leichte Zielhilfe und die schnelle Geschwindkeit kommen Pad-erprobte 360-Zocker aber ebenfalls sehr schnell in den Genuss des typischen "UT"-Gefühls.


Leckere Optik

"UT 3" nutzt die aus dem gleichen Hause entstammende "Unreal Engine 3", also das Grafikgerüst, das auch in Titeln wie "Gears of War" und "Stranglehold" zum Einsatz kam. Zwar sieht die Xbox 360-Fassung – hardwarebedingt – ein klein wenig schlechter aus als das PC-Pendant – sofern man hier alle Regler auf das Maximum stellt, trotzdem ist der jüngstes Spross der Reihe einer der schönsten Mehrspielertitel auf Konsole: Scharfe Texture, detaillierte Modelle, schicke Effekte und der kunterbunte Look dürften selbst Grafikfetischisten zufrieden stellen. Die kräftige Geräusch- und Soundkulisse kann ebenfalls überzeugen und lässt jedes 5.1-System frohlocken. Mies ist hingegen die deutsche Vertonung, die oft unfreiwillig komisch daher kommt. Naja.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Eines muss man den Jungs von Epic lassen: Sie bringen ihre Spiele wirklich erst in den Handel, wenn auch der letzte Praktikant mit dem Endergebnis zufrieden ist. Das dreiviertel Jahr, das man sich für die Xbox 360-Portierung Zeit gelassen hat, wurde gut genutzt: Optimale Steuerung, schicke, flüssige Grafik, nahezu lagfreier Onlinemodus – die Konsolen-Fassung steht dem hervorragenden PC-Pendanten in nichts nach. Wirklich in nichts - auch, was die deutsche Sprachausgabe und den öden Einzelspielermodus angeht. Das sind allerdings Mängel, die sich verschmerzen lassen.
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Pro:
schicke Optik
schneller Einstieg
flottes Gameplay

Contra:
Kampagne enttäuscht
deutsche Vertonung


Offizielle Website:
 @ Midway

Weitere Links:
 PC-Demo
 Trailer



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