Kane ist zurück! Ihr könnt den Glatzkopf mit dezentem Hang zum Größenwahn durch die Geschichte der “Command & Conquer”-Reihe führen um seiner “Brotherhood of NOD” zum Sieg zu verhelfen. Auf dem PC schon länger erhältlich, folgt nun auch die Xbox 360-Portierung des RTS-Hits. Wir haben uns in die Schlacht gestürzt...
Befehlsverweigerung?
Dass auch auf einer Konsole Echtzeitstrategie möglich ist, bewiesen schon einige Genre-Vertreter, zuletzt “Command & Conquer 3: Tiberium Wars” auf der Xbox 360. Klar, dass auch das Addon “Kanes Rache” nicht lange auf sich warten ließ und nun auch für die Microsoft-Konsole umgesetzt wurde. Löblich: Zum Spielen des Addons ist es nicht nötig, das Hauptspiel “Command & Conquer 3” zu besitzen.
Das Addon erzählt die Geschichte der NOD - ausgehend vom Ende des zweiten Tiberiumkrieges über die Ereignisse in “C&C3:TW” hinaus bis in die nahe Zukunft. Hier hatte man aber offensichtlich “Angst”, einem zukünftigen “Command & Conquer 4” etwas vorwegzunehmen – dieses Kapitel ist daher doch eher recht kurz ausgefallen. Die Spielzeit insgesamt beträgt für geübte Genre-Veteranen vielleicht etwa 10-12 Stunden. Das ist zwar recht kurz, geht für ein Addon aber allemal in Ordnung.
An der Steuerung hat sich im Vergleich zum Hauptspiel nur wenig getan, diese funktionierte ja auch dort schon (mit Abstrichen) tadellos. Grösste Neuerung ist eine Art Befehls-Rad, das jederzeit per Tastendruck aufgerufen werden kann und auch in hitzigen Momenten schnellen Zugriff auf die diversen Funktionen eurer Basis bietet. So ist es euch möglich, schnell neue Einheiten oder Gebäude zu erstellen, ohne immer wieder zu den jeweiligen Gebäuden wechseln zu müssen. In hektischen Situationen, die nicht gerade selten auftreten, nimmt euch das ein wenig Stress, ist aber immer noch weit entfernt von der Geschwindigkeit, die man mit Maus und Tastatur am PC erreichen kann.
Alte und neue Einheiten, schick präsentiert
Deutlich aufgestockt wurde bei den Einheiten und Gebäuden. Zusätzlich zu dem aus dem Hauptspiel bekannten Kriegsgerät spendiert euch Electronic Arts Subfraktionen wie die “schwarze Hand”, eine Splitterorganisation der NOD, mit jeweils eigenen Einheiten und Gebäuden. Da ihr während der kompletten Kampagne nur für die NOD spielt, habt ihr davon zunächst einmal recht wenig. Einzig im Skirmish-Modus "Kanes Herausforderung" sowie dem Online-Modus könnt ihr dann auch die Kontrolle über GDI- oder Scrin-Einheiten übernehmen.
Auch an der Präsentation hat sich im Vergleich zum Hauptspiel nicht viel getan: Das Auge wird von sehenswerten Animationen, Explosionen und unzähligen kleinen Details verwöhnt. Das schafft jede Menge Atmosphäre. Ebenso die Videoschnipsel zwischen den Missionen, in denen euch NOD-Oberhaupt Kane (gespielt von Joe Kucan) zu immer fieseren Aktionen gegen die GDI auffordert. Diese Sequenzen haben nach wie vor einen gewissen Trashfaktor, und viele der versprochenen Details zur Geschichte der NOD bleiben leider gänzlich auf der Strecke.
Rache!
Im Kern funktioniert auch "Kanes Rache" wie jedes andere "Command & Conquer"-Spiel: Basis aufbauen, Rohstoffe (Tiberium) abbauen, Einheiten aufstellen, Basis verteidigen, Feind niedermetzeln. Klingt simpel, wird aber schnell anspruchsvoll, da euch die KI eurer Einheiten und auch die Steuerung gerne mal ein Bein stellen wollen. So lassen sich eure Truppen teilweise völlig ohne Gegenwehr überrennen oder schauen tatenlos zu, während der Feind in der Nähe befindliche Truppen in alle Winde verteilt. Bei mehreren Krisenherden verliert ihr so auch recht schnell die Übersicht, da ihr von einem Scharmützel zum nächsten hetzt. Wirklich unfair wird "Kanes Rache" dabei allerdings nicht.