Wer sich fleißig durch das Programm von RTL II zappt, dürfte, ob nun gewollt oder nicht, schon über die den Namen “Dragon Ball” gestolpert sein. Der japanische “Pokémon”-Konkurrent vereint Serienableger, Kinofilme, Mangas, Spielzeuge und Games zu einer lukrativen Marke, die mit zu den bekanntesten Franchises im Anime-Mainstream gehört.
Gerade die Wettkampf-Thematik prädestiniert die Serie natürlich für Spieleumsetzungen. Wenig verwunderlich also, dass die Händlerregale vor PS2- und neuerdings auch Wii-Ablegern sprichwörtlich überquillen. Mit “Dragon Ball Z: Burst Limit“ veröffentlicht Atari nun erstmals einen Teil für die aktuelle Konsolengeneration. Ob sich der jüngste Spross von den auf Dauer etwas abwechslungsarmen PS2-Varianten abhebt, erfahrt ihr in unserem Test.
Konfuzius sagt: "Immer schön auf die Nase!"
“Dragonball Z” ist eine japanische, 291 Episoden umfassende Zeichentrickserie, die dem Shōnen-Genre zuzuordnen ist und die Fortsetzung der Fernsehserie “Dragonball” darstellt. Beide Animes beruhen auf der von 1984 bis 1995 erschienenen, international erfolgreichen 42-bändigen Manga-Serie “Dragonball” des Zeichners Akira Toriyama. Während der “Dragonball”-Anime die Manga-Handlung bis etwa Band 17 umsetzt und Geschehnisse in der Kindheit der Hauptfigur Son-Goku schildert, führt “Dragonball Z” die Geschichte mit Son-Goku als erwachsenen, verheirateten Mann weiter.
Soweit die kurz und knackige Wikipedia-Zusammenfassung. Natürlich können wir in ein paar Absätzen nicht die Handlung von 291 TV-Episoden rekapitulieren - Einsteiger dürfen von “Burst Limit“ eh keine ausgeklügelte Story erwarten. Eine Rahmenhandlung gibt es nicht, vielmehr erwartet euch ein "Best of Fights", also eine spielerische Zusammenfassung der einprägsamsten Kämpfe der Reihe. Das hätte man sicher etwas besser lösen können, das fällt bei einem auf Beat’em up fokussierten Titel aber nicht ganz so stark ins Gewicht.
Variantenreicher Schlagabtausch
Im Hauptmenü angekommen, buhlen gleich mehrere Modi um eure Gunst. Da gibt es beispielsweise die bereits erwähnte Einzelspielerkampagne, in der ihr wichtige Kämpfe der Serie mit den bekannten Charakteren (20 gibt es an der Zahl) bestreitet, und so neue Charaktere, Locations, Moves und Extras freischaltet. Wer die ganze Geschichte durchgespielt hat – und das geht recht schnell – kann sich auf Wunsch mit den erspielten Helden an die höheren Schwierigkeitsgrade wagen, die allerdings erst nach dem Beenden der Kampagne freigeschaltet werden. Oder ihr zieht alle kämpferischen Register, und versucht den sogenannten „Z-Rang“ zu erhalten - ein Unterfangen, das Übung voraussetzt.
Wer es etwas lockerer, aber nicht minder nervenaufreibend angehen möchte, widmet sich dem Herausforderungsmodus. Hier gilt es verschiedene Aufgaben zu erfüllen, etwa möglichst viele Kämpfe zu überleben, ohne in die ewigen Animegründe einzugehen. Auch mit dabei ist der serientypische Versus-Modus, in dem ihr mit beliebigen Charakteren gegen die CPU oder einen Freund zocken könnt. Ist kein menschlicher Mitspieler zu Hand, gibt es zudem einen unterhaltsamen Onlinemodus, der allerdings etwas am Umfang spart.
Einsteigerfreundliches Kampfgetümmel
Wie spielt sich “Burst Limit” denn nun? Deutlich einsteigerfreundlicher als die Vorgänger! Über 50 machbare Moves sorgen für genug Variantenreichtum, die Tatsache, dass sich diese schnell erlernen und leicht ausführen lassen, für schnellen Erfolg. Die dürfte Profis wohl weniger gefallen, unterhält aber gerade Einsteiger und Zocker, die immer mal wieder zum Pad greifen, prächtig. Natürlich verfügen die verschiedenen Charaktere über individuelle Kampfstile und entsprechende Moves, allerdings bleiben die Tastenkombinationen für die Ausführung größtenteils gleich. Ihr müsst also keine zig Tastenkombos erlernen, sondern führt einfach die bekannten Varianten aus. Soll uns recht sein.
Die Kämpfe werden immer mal wieder von netten Zwischensequenzen unterbrochen, die besonders aufwändige Moves darstellen, oder entscheidende Wendepunkte des Fights beleuchten, etwa wenn Verstärkung eintrifft oder der Gegner sprichwörtlich kurz vorm Umkippen steht. Manch einer wird sich wohl daran stören, dass die angenehm flotten Kämpfe dadurch unterbrochen werden, wir für unseren Teil finden die Einlagen aber durchaus passend eingebunden.
Anime-Gekloppe im NextGen-Gewand
Als echte Überraschung entpuppt sich die optische Umsetzung: Stilistisch hat sich im Vergleich zu den bisherigen Spieleablegern zwar nichts getan – bunte Zeichentrickcharaktere kämpfen vor hübschen Hintergründen – die knackscharfe HD-Optik, der Chellshading-Look, der gekonnt 3D-Elemente mit dem typischen Zeichenstil kombiniert, ist aber schlichtweg ein Augemschmauß. Hinzu kommen die gelungenen Effekte und die flüssigen Animationen. Fans der Serie werden sich verwundert die Augen reiben, und wohl mehrmals daran denken müssen, dass sie hier gerade keine Folge der Serie vorgesetzt bekommen. Hinter all der optischen Finesse bleibt der Sound etwas zurück: Der Soundtrack und die Effekte untermalen das Geschehen durchaus gelungen, allerdings überzeugen die englischen Sprecher nicht. Die japanischen Stimmen sorgen da für deutlich mehr Flair.