EAs populärste Sport-Reihe ist zweifelsohne die "FIFA"-Serie. Fußballfans dürfen dank umfangreicher Lizenzen, Original-Ligen und ebenso realistisch nachgebastelten Stadien Jahr für Jahr in die professionelle Welt des Sports eintauchen. Für jeden, dem es eher um simples Gebolze abseits des komplizierten Regelwerks geht, empfiehlt sich die deutlich eingängigere "FIFA Street"-Reihe. Mit Teil drei findet die launige Kickerei erstmals den Weg auf die Xbox360 und Playstation 3. Wir haben uns in diverse Hinterhof-Matches gestürzt, und verraten euch, wie sich der neuste "Street"-Ableger anfühlt.
Goodbye Bundesliga
"Fifa Street 3" ist, wie schon seine Vorgänger, ein launiges Arcade-Fußballspiel, das auf strenges Regelwerk und pompöse Stadien verzichtet. Vielmehr spielt Ihr in Bolzplatz-Manier mit fünfer-Teams in ausgewählten, relativ
normalen Locations. So verschägt es euch beispielsweise auf das Dach eines Hauses, an einen Strand, in einen Hinterhof oder auf eine Bohrinsel. Die Locations gefallen, sind allerdings überschaubar. Ein paar Austragungsorte mehr hätten definitiv nicht geschadet.
Wie bereits erwähnt, verzichtet "FIFA Street 3" auf pingeliges Regelwerk – mit fünf Spielern gilt es, wie im Fußball eben üblich, ein Tor zu schießen. Steuerungstechnisch hat EA die Reihe endgültig auf Arcade ausgelegt – gut so. Mit dem linken Stick steuert Ihr euren Spieler, mit der rechten "Kurbel" vollführt Ihr diverse Tricks und Zweikämpfe. Per Druck auf "A" passt Ihr, mit "X" bzw. "A" könnt Ihr euren Gegner den Ball abnehmen (wirkliche Fouls gibt es nicht), mit "B" setzt Ihr zum gezielten Schuss an, mit "LB" wechselt Ihr zwischen den Spielern durch, und mit "Y" realisiert Ihr bspw. Volleys. Die eingängige Steuerung ist gelungen und in wenigen Minuten erlernt – so haben auch "Fifa-Noobs" schnell Erfolgserlebnisse.
Insgesamt 250 bekannte Spieler diverser Nationen hat EA in das neuste "Street" portiert – beispielsweise Weltstars wie Ronaldinho, aber auch deutsche Spieler wie Michael Ballack und Sebastian Schweinsteiger. Da das Gebolze, vor allem im Einzelspielermodus, schnell langweilt, spendieren euch die Entwickler zusätzliche Modi. So müsst Ihr beispielsweise eine gewisse Anzahl von Toren schießen, jene nur im "Gamebreaker"-Modus (dieser wird aktiviert, wenn Ihr eine gewisse Anzahl an Tricks vollführt habt) erzielen oder nur per Kopfball oder Volley in den Kasten treffen. Wer will, kann in einem festgelegten Modus auch verschiedene Wettbewerbe vollführen, in denen die verschiedenen Modi, Nationen und Locations nach und nach abgespult werden – zudem werden kleinere Extras freigeschaltet. Den Namen "Karrieremodus" verdient diese uninspirierte Aneinanderreihung aber nicht. Spaß macht "FIFA Street 3" vor allem mit Kumpel, Freundin und kleinen Brüdern an einem Bildschirm oder via Xbox-Live – da fällt auch die mäßige KI der computergesteuerten Mitstreiter nicht allzu stark auf.
Comic-Ballack
Der comichafte Look von "FIFA Street 3" passt perfekt ins arcadige Spielekonzept. Das Team von EA hat die echten Lizenz-Spieler herrlich überzeichnet nachgebaut – so wirkt beispielsweise Englands Wayne Rooney wie ein Bulldozer in Menschenform, während Ronaldinho fast schon wie eine wendige Gazelle daher kommt. Herrlich! Auch die wenigen, aber gelungenen Umgebungen wissen mit ihrem quietschbunten Feel-Good-Look zu überzeugen. Beim Sound gibt sich EA ein weiteres mal keine Blöße: Die Spieler lassen ab und an mal einen Kommentar in Ihrer Landessprache ab, die bodenständige Effektkulisse vermittelt Bolzplatz-Feeling. Ein echtes Schmankerl ist der fetzige Soundtrack. 37 Songs mit eher unbekannen, aber keineswegs schlechten Acts untermalen die spaßigen Matches gelungen.