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COMMAND & CONQUER 3
 Test von Benjamin Jakobs (18.05.2007) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Strategie Publisher:Electronic Arts
Termin:10. Mai 2007 Entwickler:EA Los Angeles

Lange hat es gedauert, bis uns Electronic Arts mit einem Nachfolger zu „Tiberian Sun“ beglückt. Vielen früheren C&C-Spielern gefiel jedoch „Generäle“ aufgrund der fehlenden Atmosphäre und Zwischensequenzen nicht so recht. Daher die Befürchtung, dass „Tiberium Wars“ genau in die selbe Richtung geht. Für den PC ist das Spiel nun bereits seit März erhältlich, Anfang Mai folgte die Xbox 360-Variante. Konsolen und Stragiespiele? Geht doch gar nicht! Geht doch! Das zeigt „Tiberium Wars“ nämlich auf eindrucksvolle Art und Weise.


Kane is back


Der Messias kehrt einmal mehr zurück. Kane sorgt wieder für Unruhe auf der Erde, die inzwischen immer weiter durch das Tiberium bedeckt wird. Der Planet teilt sich mittlerweile in blaue, gelbe und rote Zonen auf, wobei sich die GDI hauptsächlich in den blauen Zonen herumtreibt. Eines Tages geht NOD wieder in die Offensive, schaltet die Verteidigungssysteme der GDI aus und zerstört die Raumstation Philadelphia, wo gerade ein Treffen hochrangiger Vertreter stattfindet. Die für kurze Zeit Führungslose GDI wird von Direktor Boyle übernommen und stellt sich NOD mit allen Mitteln entgegen. Beide Parteien sind jedoch nicht alleine auf dem Schlachtfeld unterwegs, denn im Spielverlauf machen sich aggressive Aliens auf den Weg zur Erde.


Welcome back, Commander

„Command & Conquer 3: Tiberium Wars“ hat insgesamt 38 Missionen anzubieten, die sich wiederum in drei unterschiedliche Kampagnen aufteilen. Jeweils 17 Einsätze bestreiten Ihr auf Seiten von GDI und NOD, die Geschicke der Scrin lenkt Ihr in den übrigen vier Schlachten. Erfreulicherweise greift Electronic Arts wieder auf Zwischensequenzen mit echten Schauspielern zurück, um die Story gebührend zu inszenieren. Vor allem Science Fiction-Fans kommen bei den engagierten Schauspielern voll auf ihre Kosten. Da hätten wir nämlich Billy Dee Williams (Star Wars), Michael Ironside (Starship Troopers, SeaQuest), Grace Park, Tricia Helfer (beide Battlestar Galactica), Josh Holloway (Lost), Jennifer Morrison (Dr. House) und zuletzt natürlich Joe Kucan als Kane. Fast sämtliche der insgesamt 90 Minuten umfassenden Videos zeigen eben jene Akteure vor der Kamera. Vorgerenderte Szenen wie zum Beispiel der Abschuss der Philadelphia kommen im Vergleich zu „Tiberian Sun“ eher selten vor.


Sammeln und bauen

Am Grundprinzip von „Command & Conquer“ hat sich auch in „Tiberium Wars“ nichts geändert. In vielen Missionen stampft Ihr erstmal eine Basis aus dem Boden, sammelt fleißig Tiberium, baut eine große Armee und heizt dem Gegner damit kräftig ein. Manche Einsätze verlangen jedoch eine etwas andere Taktik, wenn Ihr beispielsweise nur mit einer Kommandoeinheit oder einer handvoll Truppen unterwegs seid. Abwechslung wird jedenfalls genug geboten, schon alleine wegen der sich erweiternden Schlachtfelder oder unvorhergesehenen Ereignissen. Die Sammler reagieren übrigens immer noch so ungeschickt wie eh und je. Soll heißen: Sie fahren gerne mal durch eine feindliche Armee hindurch (oder versuchen es zumindest), um ein Tiberiumfeld zu erreichen. Umso lohnenswerter, wenn man mehrere davon hat.

Die Einheiten selbst haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. MG-Truppen sehen beispielsweise gegen Flammenpanzer von NOD alt aus, die aber wiederum von Panzern, Bazookaeinheiten oder Orcas schnell zerlegt werden. Zu diesem Zweck gibt es auch gleich mehrere Verteidigungsanlagen, die sich jeweils auf eine bestimmte Truppenart konzentrieren: Fußtruppen, Fahrzeuge oder Lufteinheiten. Generell setzt die GDI eher auf schweres Gerät, während die Bruderschaft von NOD meist im verborgenen agiert. Stark in der Offensive, aber dennoch ziemlich ausgewogen sind die Scrin. Besonders ihre Luftwaffe verfügt über hohe Reichweite und Durchschlagskraft. Sämtliche Einheiten sammeln übrigens Erfahrungspunkte und können so im Rang aufsteigen, wodurch sie etwa ihre Waffen verbessern. Upgrades stehen ebenso einige zur Verfügung, die sich in den entsprechenden Gebäuden erforschen lassen. Weiterhin nach oben geschraubt hat man die Anzahl der Spezialattacken, wobei die meisten davon nun einen bestimmte Summe an Credits kosten. Ionenkanone oder Aurorarakete bleiben allerdings kostenlos.

In Sachen Balancing gibt es also kaum Gründe zum Meckern. Alles ist nahezu perfekt aufeinander abgestimmt und äußerst gelungen in Szene gesetzt. Nach Absolvierung der drei Kampagnen dürft Ihr Euer Geschick selbstverständlich im Multiplayer-Modus über Xbox Live einsetzen, auf Microsofts Konsole sogar mit Unterstützung der Vision Kamera. Spiele gegen PC-Nutzer sind jedoch nicht möglich.


Gelungene Technik

Im Großen und Ganzen ist den Entwicklern die Grafik recht stimmungsvoll gelungen, auch wenn sie vielleicht ein ganz kleines bisschen hinter der PC-Version zurücksteht. Nichtsdestotrotz sehen Schlachtfelder, Einheiten und Effekte sehr gut aus und laufen zudem flüssig. Leichte Ruckler gab es im Test nur an einer Stelle, als knapp über hundert Einheiten auf dem Bildschirm zu Gange waren. Ebenfalls eine Erwähnung wert: Die zu Anfang bereits erwähnten Zwischensequenzen wurden in HD aufgenommen und sehen auf einem HD-Gerät entsprechend einwandfrei aus.

In dem Zusammenhang fällt bereits die gelungene Synchronisation auf. Vor allem Grace Park, Tricia Helfer, Jennifer Morrison und Josh Holloway verwenden jeweils die Sprecher aus ihren aktuellen Serien – großes Lob dafür. Auch Michael Ironsides Stimme passt praktisch wie angegossen, während Joe Kucan und Billy Dee Williams anfangs etwas gewöhnungsbedürftig klingen. Kurz zusammengefasst: Gelungene Übersetzung. Die restlichen Soundeffekte und Musikstücke überzeugen mit gleich guter Qualität und passen perfekt ins Geschehen mit hinein.

Wichtigster Aspekt bei einem Konsolen-Strategiespiel ist ohne Frage die Steuerung per Gamepad. Diese funktioniert, trotz vorheriger Skepsis meinerseits, einwandfrei. Sicher, sie ist nicht ganz so komfortabel wie Maus und Tastatur, überzeugt aber dennoch mit schnell erlernbaren Funktionen. Für den vollen Durchblick sorgt dabei zu Beginn ein umfangreiches Tutorial, dass Euch sämtliche Feinheiten der Steuerung näher bringt. Einzig wirklich umständlicher Faktor ist mitunter das Gruppenmanagement, da auf dem Gamepad logischerweise keine Nummerntasten verfügbar sind. Stattdessen wählt Ihr Eure Einheiten aus und weist sie mit der Betätigung des digitalen Steuerkreuzes nach unten einer Gruppe zu. Ausgewählt werden die einzelnen Verbände dann in numerischer Reihenfolge nacheinander durch einen Druck nach oben. Vor dem Kauf von „Tiberium Wars“ überzeugt man sich aber mit der auf dem Xbox Live Marktplatz erhältlichen Demo am besten selbst von der Steuerung.





Ich hätte vorher nicht gedacht, dass sich ein Strategiespiel mit Gamepad so gut steuern lässt. Ich bin „C&C“-Fan der ersten Stunde und habe - mit Ausnahme von „Alarmstufe Rot“ - alle Teile der Reihe gleich zum Verkaufsstart in den Händen gehalten. Bei „Tiberium Wars“ wartete ich jedoch erstmal ab und wollte mir die Xbox 360-Demo anschauen. Gesagt, getan und anschließend auf den Tag der Veröffentlichung gefreut. Wer ein rasantes, teilweise recht forderndes und zugleich atmosphärisches Strategiespiel haben möchte, der kann mit „Tiberium Wars“ nicht viel falsch machen. Kleine Kritikpunkte gibt’s nur bei der Steuerung, aber das war zu erwarten.
 
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Pro:
rasantes Gameplay
hübsche und stimmungsvolle Grafik
sehr gutes Balancing
drei Parteien mit drei Kampagnen
Zwischen- sequenzen mit echten Schauspielern

Contra:
Steuerung nicht ganz so komfortabel wie mit Maus/Tastatur
Scrin-Kampagne nur vier Missionen lang


Offizielle Website:
 C&C.com

Fansites:
 cnchq.de

Weitere Links:
 Demo
 Trailer



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