Da haben wir ihn wieder, den Zweiten Weltkrieg. Halt, nicht weglaufen. Ja, von dem Szenario kann man mittlerweile durchaus die Schnauze voll haben. Man kann, muss aber nicht. Wäre vielleicht auch besser, denn dann würde euch nämlich „Battlestations: Midway“ entgehen. Warum, fragt Ihr euch? Unser Review gibt Auskunft darüber.
In den Wirren des Krieges
Eine wirklich aufregende Story bietet „Battlestations: Midway“ nicht, soviel vorweg. Die mit vorgerenderten Zwischensequenzen erzählte Geschichte zeigt den Krieg aus der Sicht von Lieutenant Henry Walker. Dieser ist gerade mit einem Patrouillenboot auf dem Weg zu seinem neuen Posten an Bord eines Kriegsschiffes, das in Pearl Harbor vor Anker liegt. Dummerweise fallen gerade in diesem Augenblick die Japaner über die nahezu wehrlose Flotte der Amerikaner her. Zeit für euch, um aktiv in den Krieg einzugreifen.
Auf die Kampfstationen
„Battlestations: Midway“ ist kein reines Strategie- und kein reines Actionspiel, sondern eine Mischung aus beidem. Praktisch zu jeder Zeit könnt Ihr entscheiden, ob Ihr eine Einheit nun selbst steuert oder lediglich zuschaut, wie sie eure Befehle ausführen. Egal, wofür ihr euch entscheidet, die Übersichtskarte kommt immer zum Einsatz. Hier wählt Ihr einzelne Einheiten an und gebt ihnen Befehle. Zum Beispiel könnt Ihr sie über verschiedene Wegpunkte schicken, um anschließend dem Gegner in den Rücken zu fallen. Auf den ersten Blick erscheint das vielleicht etwas komplex, jedoch ist die Steuerung sehr gut auf die Xbox 360 abgestimmt worden und leicht zu verstehen. Dafür sorgen unter anderem auch verschiedene Tutorials, die euch nicht nur mit der Karte, sondern ebenso mit den anderen Teilen des Spiels vertraut machen.
Die insgesamt elf Missionen sowie zehn Herausforderungen sind geprägt von taktischen Entscheidungen. Bomber sehen ohne Begleitung gegen feindliche Jäger alt aus, Zerstörer haben mit ihren Kanonen keine Chance gegen Schlachtschiffe und Flugzeugträger sind äußerst anfällig gegen feindliche Bomben. Wer seine Einheiten und Waffen jedoch geschickt einsetzt, der ist letztendlich auch siegreich. Die KI kämpft übrigens auch ohne eure aktive Mithilfe recht gut und so könnt Ihr euch, sofern gewünscht, einfach mal zurücklehnen und dem Treiben auf dem Bildschirm zuschauen. Einige der Truppenteile, zum Beispiel Bomber, müssen nach dem Abwurf ihrer tödlichen Fracht übrigens wieder neue Munition auf dem Flugzeugträger oder dem Flugfeld nachladen. Explosive Waffen stehen also nicht unendlich zur Verfügung, normales MG-Feuer oder die Munition der Artilleriekanonen an Bord von Schiffen jedoch schon.
Neben den oberflächlichen Befehlen gibt es aber ebenso einige tiefergehende Optionen. So könnt Ihr beispielsweise Zerstörer anweisen, ihre Torpedos gegen den Feind einzusetzen. Mehrere Schiffe lassen sich derweil sogar zu einem Flottenverband zusammenfassen, bei dem die Positionen innerhalb der Formation ebenso individuell anpassen lassen. Auf Flugzeugträgern oder Flugfeldern könnt Ihr mehrere Geschwader starten lassen, maximal jedoch 12 Jäger beziehungsweise Bomber per Standort. Dabei habt Ihr, je nach Einheit, die Wahl zwischen verschiedenen Waffentypen, zum Beispiel Torpedos oder Bomben. Gleiches trifft im Übrigen auch auf Werften zu. Nur starten hier Patrouillenboote oder Aufklärungsflugzeuge. Letztere können aber ebenfalls noch einen Torpedo mit sich führen.
Sollte euer Schiff einmal beschädigt sein oder dringt nach einem Torpedotreffer Wasser ein, dann wird per Tastendruck schnell ins Reparaturmenü gewechselt. Hier bekommt Ihr auf einer kleinen Schiffsübersicht das Problem dargestellt und könnt eure Crew anweisen, dieses zu beheben. Läuft euer Schiff zu voll mit Wasser, dann beginnt es unweigerlich zu sinken. Wohl dem, der das feindliche Munitionslager erwischt. Wird dieses getroffen, gibt es eine gewaltige Explosion und je nach Größe des Schiffes kann es sogar nach zwei bis drei Treffern bereits auseinanderfallen.
Vom Anfang bis zum Ende
Die bereits erwähnten elf Missionen könnt Ihr in der US-Kampagne nachspielen. Diese führt euch dabei von Pearl Harbor bis zum letzten Gefecht bei Midway. Mal müsst Ihr dabei eine Invasion abwehren, einen japanischen Trägerverband aufspüren oder mehrere Frachter erledigen. Eine eigene Kampagne für die Japaner gibt es derweil nicht, jedoch steuert Ihr in einigen der zehn Herausforderungen auch Einheiten aus dem Land der aufgehenden Sonne. Diese teilen sich auf in vier Einsätze in der Luft, drei per Schiff sowie drei weitere via U-Boot. Dabei bekommt Ihr unter anderem die Kontrolle über das Schlachtschiff Yamato und macht Jagd auf einen feindlichen Trägerverband, bei dem Ihr beide Flugzeugträger versenken müsst.
Fisch im Wasser
„Battlestations: Midway“ präsentiert euch das Spielgeschehen in einer hübschen Grafik. Diese setzt zwar keine neuen Maßstäbe, kann aber dennoch mit schönen Details überzeugen. Auf den Schiffen tummeln sich etwa diverse Soldaten umher und bedienen MGs oder Flaks. Gleiches trifft auch auf Flugzeugträger beziehungsweise Flugfelder zu. Die Maschinen starten und landen alle einzeln, rollen in den Hangar hinein oder werden per Aufzug unter Deck gebracht. Auf gleichem Niveau sind auch die Effekte des Spiels, was sich durch große Explosionen, schwarzen Rauch oder Flakfeuer am Himmel bemerkbar macht. Wenn man dann noch per Flugzeug unter starkem Flakfeuer und mit vibrierendem Controller zum Sturzflug auf ein feindliches Schiff ansetzt, ist die Atmosphäre nahezu perfekt.
Nicht weniger wichtig ist der Sound. Einheiten geben per Sprachausgabe Bescheid, wenn sie einen Gegner erledigt haben und informieren euch über ankommende Gegner oder Torpedos. Fast die komplette Sprachausgabe ist übrigens in Englisch, jedoch erwarten euch in den Menüs und mit den Untertiteln auch deutsche Texte. Die erklärenden Tutorials sind erfreulicherweise mit der heimischen Landessprache vertont worden, damit Ihr kein Detail verpasst. Hübsches Detail: Beim Flug über einen feindlichen Frachter kann man dessen Alarmsirene hören.
Wie bereits zu Anfang erwähnt, machen euch die ausführlichen Tutorials mit der Steuerung des Spiels vertraut. Je nach Einheit dient zum Beispiel der linke Analog-Stick meist zur Geschwindigkeitsregulierung oder zur Steuerung des Schiffsruders. Flugzeuge hingegen werden hauptsächlich mit dem rechten Stick gesteuert, bei den Seestreitkräften dient dieser wiederum zum Drehen der Kamera.
Battlestations: Xbox Live
Wer sich gerne mit anderen Spielern misst, der freut sich über den Multiplayer-Modus von „Battlestations: Midway“. Hier könnt Ihr mit bis zu acht Teilnehmern über Xbox Live gegeneinander antreten. Der Clou dabei: Jeder Spieler übernimmt einen Teil der Flotte. Während Nutzer A dadurch etwa für Luftunterstützung sorgt, kümmert sich Nutzer B um die Schiffe. Nutzer C schleicht sich derweil per U-Boot an und schickt seine Torpedos auf die Reise. Da kommt fast schon die gleiche Stimmung auf wie bei „Battlefield 1942“, nur ohne Infanterie.
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