Rares dritter Titel für die Xbox 360 (nach dem sehr erfolgreichen "Kameo: Elements of Power" und "Perfect Dark Zero") geht gänzlich neue Wege. Nicht etwa ein Action-Adventure oder Rennspiel wurde gebastelt, nein, die Kultbriten wandten sich mit "Viva Piñata" dem Aufbaustrategiegenre zu. Doch das allein verdient noch keinen Rare-Stempel. Erst die Tatsache, dass es sich um eine Gartensimulation mit süßen Papptierchen handelt, macht das Spiel einzigartig.
Es war einmal ...
Ihr beginnt euer „Abenteuer“ auf einem kleinen Landstrich. Geprägt von herumliegendem Gerümpel und trockener Erde, ist es nun an euch, als Nachwuchsgärtner wieder frischen Wind in das Gebiet zu bringen. Letztliches Ziel ist es, einen großen, schönen und erfolgreichen Garten auf die Beine zu stellen. Das Spiel ist dabei auf eine Art Endlosmodus getrimmt. Zwar habt ihr verschiedene Einzelziele bzw. –missionen, denen ihr auch nachgehen könnt, letzten Endes wollen euch aber die Leute von Rare ein offenes Game präsentieren, dass auch nach Monaten noch Herausforderungen bieten soll.
Mit Gießkanne und Schaufel ...
…sammelt ihr eure ersten Erfahrungen in „Viva Piñata“. Dazu wird die Schaufel zunächst dazu missbraucht, alle unnützen Gegenstände wie verkalkte Statuen oder Holzräder aus eurem Garten zu fegen. Anschließend wird ein kleines Graspäckchen herausgeholt, welches eurem neuen Spielplatz den notwendigen Touch an grüner Farbe verpasst. So weit, so gut. Nach einiger Zeit stellt sich euch dann auch noch Seedos vor, der regelmäßig Samen zum Einpflanzen für euch bereithält; ihr müsst einfach nur per Druck auf den A-Knopf mit ihm reden. Habt ihr diese in der Erde verstaut und regelmäßig gegossen (natürlich gut ausgewogen, nicht zu viel und nicht zu wenig!), dürft ihr schon bald erste Sträucher, Pflanzen und Bäume euer Eigen nennen.
Viva Piñata!
Rund um euren Garten leben die sogenannten Pinatas, süße kleine Papptierchen, welche ihr in eurem Garten ansieden sollt. Dazu müsst ihr immer bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit euch zunächst einmal ein Tierchen besucht. Habt ihr diese Bedingungen erfüllt, müsst ihr es noch zum Bleiben animieren. Und habt ihr irgendwann zwei sesshafte Pinatas der selben Sorte in eurem Garten, gibt es noch verschiedene Voraussetzungen, diese zu einem Paarungstanz zu motivieren; hierbei handelt es sich um die kinderfreundliche Fortpflanzungsart der Papptierchen. Mit viel Arbeit und etwas Geduld könnt ihr so nach einiger Zeit bereits einige Arten euer Eigen nennen. Witziges Feature: Ihr dürfte jedem eurer Schützlinge einen eigenen Namen verpassen.
Ich will shoppen!
Im Laufe des Spiels schaltet ihr nach und nach verschiedene Bewohner des um euren Garten liegenden Dorfes frei. Da wäre beispielsweise Willy Builder, ein Roboter, der gegen eine gewisse Bezahlung Behausungen für eure Pinatas baut, oder Lottie, bei der ihr alle möglichen Samen, Obst und Gemüste und Verschönerungen für euren Garten kaufen bzw. auch Pinatas und eure bisherigen Gegenstände verkaufen könnt. Auch Helfer gesellen sich später zu eurem Trupp. Stellt ihr diese ein, braucht ihr euch zukünftig beispielsweise nicht mehr um das Gießen der Pflanzen zu kümmern.
Heile heile Welt
Doch ist bei „Viva Piñata“ nicht immer eitel Sonnenschein angesagt. Es kann durchaus vorkommen, dass sich mal zwei Pinatas zanken und miteinander kämpfen. Dadurch könnte sogar eines eurer Pinata erkranken. Dann kann nur noch der ortsansässige Arzt es gegen eine kleine Summe heilen. Auch gibt es bösartige Pinatas, die ab und an euren Garten unsicher machen und ebenfalls dafür Sorgen können, dass noch andere von euren Tierchen krank werden und geheilt werden müssen. Dies ist dann meist das Werk des bösen Dastardos, der quasi direkt vor eurer Gartenschwelle lebt. Denn wenn Pinatas sterben, hinterlassen sie Süßigkeiten, und diese möchte er alle für sich gewinnen.
Apropos Süßigkeiten: Diese könnt ihr euch im Laden von Lottie erstehen. Sie können eure Pinatas glücklich machen oder beispielsweise auch die Voraussetzungen umgehen, damit ein Tierchen paarungswillig ist.
Motivierendes Endlosspiel
Wie eingangs erwähnt, sind in „Viva Piñata“ nicht wirkliche Spielziele vorgegeben. Allerdings ist man auch immer genug damit beschäftigt, sich um die ansässigen Pinatas zu kümmern, die Streithähne auseinander zu halten und Ungeziefer zu beseitigen. Dabei wird das Geschehen von einer wunderschönen grafischen Präsentation begleitet; blüht euer Garten erstmal auf, wird auch der Aquariumeffekt Einzug halten. Denn die Texturen sind wunderbar ausmodelliert, die putzigen Animationen eurer Pinatas einfach nur zuckersüß, und der ständige Tag-/Nachtwechsel sorgt für schöne Licht- und Schatteneffekte. Nur wenn die automatische Speicherfunktion Einzug hält, kommt das Geschehen kurzzeitig ins Stocken. Über das Hauptmenü ist es euch aber auch möglich, jederzeit das Spiel selbst manuell zu sichern.
Der Sound ist zweckmäßig und passt gut zum Gartenambiente. Auch das Gequietsche und Gequäke der Pinatas ist nett ausgefallen und lässt eine ganz eigene Atmosphäre aufkommen; selbstverständlich in Dolby Digital.