Ihr wolltet schon immer mit Importwagen aus Japan über die Straßen heizen? „Import Tuner Challenge“ von Ubisoft bietet euch genau dies. Doch kann das Spiel auch mit der namhaften Konkurrenz mithalten? Wir haben uns hinter das Steuer geklemmt und verraten euch in unserem Review, warum „Import Tuner Challenge“ nicht ganz auf der Überholspur fährt.
Ab auf die Piste
Am Anfang des Spiels stehen euch verschiedene Modi zur Verfügung - am sinnvollsten ist zu Beginn der „Quest Mode“. Hier habt ihr ein stattliches Anfangskapital in der Portokasse, mit dem ihr euch einen ersten Wagen von Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru oder Toyota kaufen könnt. Der Rest des Geldes wird dann noch in stärkere Motoren, Kühlungssysteme und andere Dinge gesteckt. Alleine im Quest Mode erwarten euch über 200 Gegner, die nach und nach herausfordert werden können.
Insgesamt gibt es drei verschiedene Tageszeiten: Nacht, Mitternacht (Wo ist der Unterschied?) und die Morgendämmerung. Je nach gewähltem Zeitabschnitt gibt es verschiedene Kontrahenten, die ihr auf normaler Straße herausfordert, in dem der Wagen hinter sie gebracht und die Lichthupe betätigt wird. Einige der Konkurrenten, die sich jeweils in verschiedene Teams aufteilen, warten auch in Garagen auf euch, wo man diese dann per Menü herausfordern kann. Sollten alle normalen Mitglieder eines Teams geschlagen sein, dann dürft ihr gegen den Anführer der Truppe antreten. Sind wiederum alle Anführer besiegt, wartet ein „Bossgegner“ auf euch.
Je nach Fortschritt werden später auch weitere Streckenabschnitte freigeschaltet, in welchen wiederum neue Gegner warten. Nicht ganz so abwechslungsreich sind hingegen die verschiedenen Rennabläufe. Eine Option besteht darin, den Gegner in gewisser Weise abzuhängen. Beim Start des Duells erscheinen am oberen Bildschirmrand zwei Balken. Wer vorne liegt, braucht sich verständlicherweise keine Sorgen zu machen. Je weiter ihr aber hinten seid, desto schneller leert sich dieser Balken. Sobald dieser aufgebraucht ist endet das Rennen. Die zweite Möglichkeit ist ein Start/Ziel-Rennen. Wer hier als erster die Zielmarkierung überquert, gewinnt. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten könnt ihr übrigens nicht wählen - diese sind fest vorgegeben.
Wer mit dem „Quest Mode“ fertig ist, darf sich in den „Time Attack“ Modus stürzen. Hier gilt es, eine Strecke in möglichst geringer Zeit zu meistern. Wer das schafft, verdient sich Punkte für den Gamerscore. Verfolgungsjagden mit der Polizei gibt es leider in keinem der Spielmodi, ebenso ist recht wenig Verkehr auf den Straßen unterwegs, der sich auch nur in eure Fahrtrichtung bewegt.
Tunen bis zum Umfallen
Für jeden Sieg bekommt ihr Geld auf euer Konto gutgeschrieben. Dieses kann man in neue Tuningteile für seine Wägen investieren. Davon gibt es wahrlich jede Menge, alles in allem warten fünf Millionen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Während einige neue Teile und Einstellungen auch Einfluss auf das Fahrverhalten haben, dienen andere wiederum nur der Optik. Da ein normaler Wagen recht langweilig aussieht, verschönern wir ihn mit Spoilern, Stickern oder Neonlichtern. Sogar Teile des Innenraums sowie das Nummernschild(!) eures Fahrzeugs lassen sich individualisieren.
Wer nicht unbedingt auf japanische Wagen steht, der dürfte mit „Import Tuner Challenge“ nicht glücklich werden, denn hier gibt es ausschließlich Fahrzeuge aus dem Land der aufgehenden Sonne. Neben den normalen Wagen, die ihr beliebig anpassen könnt, gibt es auch so genannte Custom Cars. Diese werden freigeschaltet und können gekauft werden, sobald ihr einen der Bossgegner besiegt. Leider erhält man aber mit den Custom Cars keinen Zugriff auf den Tuning Shop.
Licht und Schatten
Die Grafik von „Import Tuner Challenge“ als schlecht zu bezeichnen wäre falsch, allerdings gehört sie auch nicht zur Spitzenklasse. Die Wagen sehen im Menü recht ansehnlich aus, bieten auf der Strecke allerdings nicht ganz die selbe Qualität. Die Kurse selbst bieten kaum Abwechslung, denn man bewegt sich ausschließlich auf vorgegebenen und abgegrenzten Straßen durch die Stadt. Dafür sehen Lichteffekte sehen recht schick aus und verwischen bei hohen Geschwindigkeiten, gelegentlich kann diesbezüglich zu kleineren Einbrüchen in der Framerate kommen, die meist ein bis zwei Sekunden andauern. Wer nun auf spektakuläre Unfälle mit umherfliegenden Einzelteilen hofft, der wird ebenfalls enttäuscht. Ein Schadensmodell gibt es in „Import Tuner Challenge“ nicht, selbst bei einem Frontalcrash gibt's keine Überschläge.
Ebenfalls wenig überzeugen kann der Sound. Nicht nur bei den Rennarten fehlt die Abwechslung, auch bei der Musik. Hier ist ständig der gleiche Hintergrundtrack zu hören. Die Motorgeräusche klingen meist ganz in Ordnung, allerdings gibt es dann auch wieder Situationen, wo sich das Fahrzeug wie ein Rasenmäher anhört. Auf Sprachausgabe wurde komplett verzichtet, stattdessen gibt es nur Texte, die einen meist sowieso nicht interessieren. Wer kein Englisch kann, der sollte sich den Kauf nochmal überdenken, denn eine Übersetzung des Spiels wurde nicht vorgenommen. Für euren Gamerscore könnt ihr derweil 1.000 weitere Punkte verdienen, indem ihr Bossgegner besiegt, im „Time Attack“ Modus eine besimmte Zeit unterbietet oder Rennen über Xbox Live gewinnt.