Seit nunmehr einer Woche ist der erste herunterladbare Inhalt für »Call of Duty: Black Ops erhältlich. First Strike (zu deutsch: Erstschlag) enthält vier neue Multiplayer Maps und eine neue Karte für den Zombiemodus. Wir haben die verstrichene Zeit genutzt und uns auf den neuen Schlachtfeldern ausgetobt. Ob Activisions Erstschlag geglückt ist, erfahrt ihr in unserem Test.
Goldesel Call of Duty
DLC! Vielleicht DAS Schlagwort der Gamingbranche 2010. Das wird sich wohl auch dieses Jahr nicht ändern, sieht man sich die Verkaufszahlen des jüngst veröffentlichten
First Strike DLCs an. Abertausendemale ging das lang ersehnte Map Pack für
Call of Duty: Black Ops bereits über die virtuelle Ladentheke und das in gerade mal einer Woche. Der saftige Preis: 1200 Microsoft Points, was ca. 15 € enstpricht. Vorerst bleibt es Xbox 360 Spielern vorbehalten, sich durch die neuen Schauplätze, u.a. Berlin, zu kämpfen. PS3-Besitzer dürfen dann einen Monat später durchstarten, wobei es keine inhaltlichen Änderungen am DLC geben wird.
Dies beruht einmal mehr, wie schon bei
»Modern Warfare 2, auf einem Exklusivvertrag zwischen Microsoft und Activision, der die einmonatige Exklusivität auf Microsofts Spielekonsole garantiert. Diese Vorgehensweise soll auch beim zweiten Map Pack, welches vorraussichtlich in drei Monaten erscheinen wird, beibehalten werden.
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Ja auch Deutschland ist endlich mal wieder Schauplatz eines
Call of Duty-Teils. Auf der Map
Berlin Wall rummst es zwischen West- und Ostberlin ganz gewaltig. Die Mauer wurde teilweise durch Panzer zerbröselt, so dass ein schneller Wechsel zwischen Ost und West möglich ist. Aber Vorsicht: Wer den Rot markierten Streifen betritt, wird jäh zum Ziel von Automatik-Geschützen, die den Spieler selbstständig auf's Korn nehmen. Der Fokus dieser Karte liegt ganz klar auf Distanz-Kämpfen zwischen Scharfschützen. Eine Vielzahl von Positionen eignet sich perfekt, um über die halbe Map zu snipen, was Scharfschützen sehr entgegenkommen dürfte, die im Hauptspiel noch über zu wenige wirkliche Sniper Maps klagten. Schön auch, dass Treyarch nicht nur auf Recycling von Objekten aus dem Hauptspiel gesetzt hat, sondern für jede Karte neues Mapinventar geschaffen hat. So findet ihr in Berlin deutsche Straßenbeschilderung oder Werbung, die oft aber eher schlecht als recht übersetzt wurde. Man dürfte meinen, ein fähiger Dolmetscher wäre für Treyarch finanziell durchaus machbar gewesen, wenn man Eingangschlilder wie "Reingehen Hier" liest. Im Plattenladen in Westberlin wird sogar die deutsche Nationalhymne gespielt und ab und an ertönt ein Bombenalarm auf der Map. Das ist der Grundatmosphäre der Karte zuträglich und so wähnt man sich als Spieler bald im heiß gewordenen kalten Krieg zwischen DDR und Westdeutschland. Alles in allem ist die Map großartig designt und trumpft gerade in zielbasierten Modi wie Suchen & Zerstören auf. Bleibt nur zu sagen: L96 raus und ab dafür!
One Night in Kowloon
Eine der optisch ansehnlichsten Maps ist zweifelsohne
Kowloon. Über den Dächern der asiatischen Stadt liefert ihr euch Scharmützel, während der Regen auf euch einprasselt. Endlich mal wieder eine Map, die nachts spielt. In
Call of Duty: Black Ops gab es schließlich nur eine Karte (Hanoi) für Nachtschwärmer. Regen tröpfelt von den Dachrinnen und ab und an erhellt ein Blitz das Geschehen.
Kowloon gestaltet sich schön verwinkelt, so dass man doch einige Zeit benötigt, um sich auf der Karte zurechtzufinden. Brandneu auf der Karte sind zwei Seilwinden, die zentral auf der Mitte der Karte gelegen sind und über die ihr schnell die Enden der Map erreicht. Einen Nachteil hat diese Fortbewegungsart allerdings: Während der Rutschpartie seid ihr kampfunfähig, wodurch ihr für nahe Gegner zum gefundenen Fressen werdet. So nett die Idee auch ist, nach ein paar Runden werdet ihr wieder auf die traditionelle Fortbewegungsweise umsteigen, zu oft ist ein Ausflug mit der "Seilbahn" mit dem sofortigen Tod verbunden und eine wirklich immense Reichweite überbrückt ihr damit auch nicht. Hier gilt also: Mehr Schein als Sein! Trotzdem macht die First Strike Zusatzkarte eine Menge Spass, dass liegt einerseits am unverbrauchten Setting und andererseits an den immer spannenden Häuserkämpfen sowie dem Gefühl, hinter jeder Ecke von eimem Gegner aufgelauert zu werden.
Discover Discovery
Eine verlassene Nazi Forschungsstation in der Arktis - klingt nach einem würdigen Schauplatz für ein paar gepflegte Online-Runden
CoD. Die mittelgroße Map
Discovery ist ähnlich wie
Berlin Wall ein Traum für Sniper und alle, die es werden wollen. Aber auch auf mittlere Distanz geht die Post ab. Die Forschungsstation ist durch eine feste und mehrere Eisbrücken in zwei Hälften geteilt. Auch hier gibt es wieder interaktives Mapinventar, genauer gesagt könnt ihr euren Gegner wortwörtlich den Boden unter den Füssen weggeziehen, indem ihr ganz einfach Eisbrücken mit Sprengstoff zum Einsturz bringt. Im Test ist ein Ableben durch Einbrechen der Umwelt aber äußerst selten vorgekommen, immerhin weiss jeder Spieler schnell was im blühen kann. Zerstörte Brücken können ganz einfach durch einen beherzten Sprung umgangen werden, es gibt also keine wirkliche tatkische Komponente, die das Sprengen der Brücken begünstigen würde. Wie schon bei
Kowloon wirkt das ach so taktische Element somit nur aufgesetzt und wieder gilt: das tut dem Spass auf der Map keinen Abbruch.
Stadium Arcadium
Vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele 1972 geht es auf der Karte
Stadium auch abseits der Eishalle zur Sache. Grafisch gibt sich die First Strike Zusatzmap eher schlicht, interaktive Elemente fehlen vollständig. Die kleinste der vier neuen Multiplayer Maps setzt auf schnelle Onlingefechte, von einem Spawn zum nächsten sind es nur ein paar Sekunden. Rusher werden wohl ihr wahre Freude an der Map haben. Leider spielt sich der Hauptteil der Karte vor der Eishockeyhalle ab, gerne hätten wir auch einen Fuß aufs Eis gesetzt, physikalisch korrektes Schildern auf dem Eis inbegriffen. Aber auch ohne dieses Feature bereitet die Karte allen Fans von schneller Action viel Freude. Probiert doch mal eine Runde Bodenkrieg auf
Stadium. Mehr Hektik geht garantiert nicht!
Was habt ihr noch auf Lager Treyarch?
Das fragt sich auch euer Alter Ego auf der neuen Zombiemap
Ascension. Treyarch wirft euch auf eine Industrieinsel, auf der es vor Zombies nur so wimmelt. Neben den altbewährten, dahinschlurfenden Braineatern gibt es auch noch eine neue Variante, die euch auf allen Vieren entegen kommt. Optisch ist die Karte anfangs noch komplett in Schwarz-Weiß gehalten, was sich abrupt ändert, sobald ihr den Strom einschaltet. Dann geht es gewohnt farbenfroh ans Zombieschnetzeln. Die Karte
Ascension gestaltet sich abwechslungsreich und bietet einige alternative Wege. Treyarch spendiert
Call of Duty: Black Ops zudem einen Gamerscore Boost von 150. Die allesamt an die Karte
Ascension gebundenen Erfolge sind allerdings größtenteils sehr schwer zu erreichen. Wohl dem, der einen zombieaffinen Kumpel in seinem Freundeskreis hat..