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MINDJACK
 Test von Sven Reisbach (21.01.2011) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action Publisher:Square Enix
Termin:21. Januar 2011 Entwickler:feelplus Inc

feelplus Inc ist ein kleiner Entwickler, der neben eigenen Projekten (etwa dem grottigen Wii-Grusler »Ju-On: The Grudge) vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Mistwalker (Blue Dragon Plus und Lost Odyssey) oder auch Square Enix (Infinite Undiscovery und »Star Ocean: The Last Hope) bekannt wurde. Aus letztgenannter Kollaboration kommt nun mit Mindjack eine düstere Zukunftsvision mit interessantem Gameplay-Ansatz. Ob das zu einem Spitzenspiel ausreicht, haben wir uns für euch angesehen.


Dein Verstand gehört nicht mehr dir alleine


Irgendwann zwischen heute und dem Jahr 2031, in dem die Handlung von Mindjack spielt, hat eine Technologie namens Mind Wave das Leben angenehm gemacht. Durch ein Headset wurde es möglich, Dinge des täglichen Lebens einfach per Gedanken zu steuern. So etwa Computer, Maschinen und einiges mehr. Der Cop Jim Corbijn macht sich in dieser Zeit auf den Weg zum Flughafen von San Mira, um dort eine Aktivistin in Empfang zu nehmen. Kaum hat er sie ausgemacht, geraten die beiden auch schon in einen Kugelhagel - unbekannte Feinde trachten nach dem Leben der jungen Frau, die sich als Rebecca Weiss vorstellt. Beide müssen nun zusammenarbeiten, um ihren Jägern zu entkommen. Dabei decken sie eine gigantische Verschwörung rund um NERKAS, der Herstellerfirma der Mind Wave-Technologie, auf.

Was sich hier liest wie die Inhaltsangabe eines Romans von William Gibson (Neuromancer- und Idoru-Trilogie) erweist sich in der Spielpraxis schnell als vollkommen irrelevant. Mindjack bietet eine Kampagne, in deren Verlauf ihr euch mit Jim (welchen ihr steuert) und Rebecca in der Thirdperson-Perspektive auf die Jagd nach der Wahrheit macht. Das bedeutet im Großen und Ganzen immer dasselbe: Ihr kommt in einen neuen Bereich, Gegner tauchen auf und ihr tötet sie alle. Dabei bedienen sich die Charaktere eines an »Uncharted angelehnten Deckungssystem, ohne auch nur ansatzweise dessen Qualitäten zu erreichen. Ihr könnt nicht über die Deckung feuern, nur an den Seiten vorbei. Je nach eurem anvisierten Ziel schießt ihr aber mehr auf die Kistenseite als auf euren Gegner. Liegt Munition direkt neben euch, müsst ihr für das Aufsammeln aus eurer Deckung und kommt auch nicht wieder automatisch in diese zurück.

Werdet ihr im Gefecht verletzt, färbt sich der Bildschirm rot. Dann solltet ihr schnell eine Deckung aufsuchen, damit sich eure Gesundheit regenerieren kann. Tut ihr das nicht, sterbt ihr jedoch nicht sofort. Stattdessen sackt ihr zusammen und euer Partner muss euch heilen. Umgekehrt müsst ihr eurem Partner helfen, wenn dieser zu Boden geht. Buddy-Spiele wie Army of Two lassen grüßen. Mindjack bietet aber einen zusätzlichen Kniff: Das titelgebende Mind Jacking. Ist euer Charakter am Ende seiner Lebensenergie, werdet ihr zu einem sogenannten Wanderer, einer Art Geist. Als dieser könnt ihr in der Welt herumwandern und nicht verletzt werden. Einige der Charaktere - etwa euren Partner, Zivilisten oder Wachroboter - könnt ihr dann hacken und so die Kontrolle über sie übernehmen. Feinde könnt ihr zwar nicht direkt übernehmen, sie aber durchaus zu Sklaven machen. Haben diese nämlich einige Kugeln einstecken müssen, gehen sie zu Boden und ihr könnt sie mit einem Tastendruck zu Mind Slaves machen. Daraufhin eröffnen sie das Feuer auf ihre eigenen Kollegen - zumindest, bis sie dann endgültig ausgeschaltet werden.


Da setzt der Verstand aus

Schade, dass ein Spiel, in dem es soviel um Verstand geht, keinen solchen aufweist. Die Gegner in Mindjack verfügen nahezu über keine KI. Sie gehen zwar in Deckung, bedienen sich allerdings stets sehr einfacher Verhaltensweisen, die schnell vorhersehbar werden. Dummerweise wird die gleiche KI auch für euren Partner eingesetzt. Dieser läuft dann meist stumpf in feindliches Feuer und liegt irgendwann am Boden. Befehle geben könnt ihr eurem künstlichen Mitspieler keine. Wirklich frustrierend wird es, wenn ihr das Mind Jacking mal wirklich so einsetzen wollt, wie es Sinn machen würde: Mit eurem Charakter in Deckung bleiben und eine Roboterdrohne oder einen Zivilisten die Drecksarbeit machen lassen. Nur leider lenkt die KI euren Charakter, wenn ihr den Körper verlassen habt - und wandert zielstrebig in den Kugelhagel, wo ihr ihn eigentlich nicht haben wolltet. Meist sind danach dann beide Charaktere am Boden und das Spiel verloren.

Was liegt also näher, als den Job des Partners einen menschlichen Mitspieler übernehmen zu lassen? Und genau das bietet Mindjack auch. Sogar auf recht interessante Weise: Ihr könnt anderen Spielern erlauben, sich in euer Spiel einzuhacken. Diese können dann mit oder gegen euch kämpfen. Richtig gelesen, sie können sich für euer Team (blau) entscheiden oder für den Gegner (rot). So kann jeder einzelne Abschnitt, aber auch die komplette Kampagne, mit- und gegeneinander gespielt werden.


Die Zukunft ist steril

Man kann über Mindjack sicherlich einiges sagen, wie ein Videospiel des Jahres 2011 sieht es nicht aus. Man könnte den Look natürlich als Stilelement schönreden, aber... nein, das ist es nicht. Simpel gestrickte Korridore, die mit absolut steriler Langeweile angefüllt sind. Liebe zum Detail sucht ihr vergebens. Auch über die Bedienung kann man nur wenig positives vermelden. Das Gunplay funktioniert, auch wenn manche Gegner einfach zu schnell unterwegs sind, um vernünftig anvisiert zu werden. Schlimmer ist allerdings das Nahkampfsystem. Um einen Gegner anzugreifen, müsst ihr an diesen heran, ihn direkt vor euch haben und dann die B-Taste drücken. Entscheidend ist die exakte Position, damit der Button zur Eingabe erscheint. Auch das Timing spielt eine Rolle. Und oft drückt ihr die Taste und nichts passiert. Selten zuvor so ein unpräzises und vollkommen sinnloses Kampfsystem gesehen.

Auch die Animationen sind alles andere als flüssig. Während ihr selbst recht behäbig unterwegs seid, trifft das auf eure Gegner nicht ansatzweise zu. Sind diese etwa hinter einer Deckung, "poppen" sie zum Schießen quasi aus dieser heraus, einen richtigen Bewegungsablauf scheint es da nicht zu geben.

Das wirklich schrägste Feature von Mindjack ist das Aufleveln eures Charakters. Ihr bekommt für besiegte Gegner Erfahrung und irgendwann dann auch einen Stufen-Aufstieg, der euch neue Fertigkeiten beschert. Nur: Davon merkt ihr gar nichts. Es gibt kein Menü, um diese einzusehen oder auszuwählen. Stattdessen müsst ihr aus dem laufenden Spiel heraus und im Hauptmenü die Y-Taste drücken. Hier könnt ihr dann eure Plug-Ins verwalten - es gibt einen Slot für veränderte Regeln und zwei für Fertigkeiten.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Mindjack hat eine spannende Grundidee und ein interessantes Gameplay-Element, beides wird von den Machern jedoch mit öder Grafik, hakeliger Bedienung und abwechslungsarmen Gameplay zunichte gemacht. Dazu kommt eine KI, die immer mal wieder für Frust sorgt. Nein, da hilft es auch nicht, dass das Spiel für knapp 30€ über die Ladentheke geht. Immerhin zeugt es aber davon, dass man noch ein wenig von dem Realitätssinn hat, der während der Qualitätssicherung wohl im Koma lag. Ich könnte auf Anhieb keine Zielgruppe benennen, der ich das Spiel ans Herz legen könnte. Spielt lieber Mass Effect 2!
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#1 | Galactus [21.01. | 23:29] 
Mindjack
also mir gefällt das Spiel (unter betrachtung des low budget Aspekts) recht gut, besonders der counteroperative modus ist recht nett. Aufjedenfall für den Preis immer noch ein nettes spielchen für zwischendurch. Ein totalausfall sieht für mich anders aus.

#2 | PhanZero [21.01. | 23:32] 



8.805
Mindjack
Die meisten Wertungen, die ich bislang gesehen habe, liegen im Bereich von 40-45%. Gibt sicher ein paar Leute, die mal mehr Spaß mit dem Game hatten und eben auch Leute, die weniger Spaß dran gefunden haben.

#3 | Haru [24.01. | 14:32] 



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Mindjack
Das in der Einführung ist aber nicht korrekt Feel Plus hat nur mit Mistwalker für Lost Odyssey Zusammenarbeit aber nicht mit Square Enix, abgesehn von Mindjack aber mit Star Ocean TLH und Infinite Undiscovery haben die nicht zutun. Das ist und bleibt Try Ace und für Blue Dragon ist es Artoon.

Da her würde ich den Anfang noch mal überarbeiten, denn liest sich so als wäre Feel Plus an den allen 4 Titeln beteiligt, obwohl sie es ja nicht waren.

Ich glaube Feel Plus braucht einen Projektleiter außerhalb ihres eigenen Studios (wie bei LO). So alleine haben die es anscheinend nicht drauf, was allerdings schade ist. Denn die Idee hinter Mindjack find ich eigentlich gar nicht so schlecht (hat was von Ghost in the Shell oder The 3rd Birthday).

#4 | PhanZero [24.01. | 14:49] 



8.805
Mindjack
@Haru
Doch, die Einleitung ist - meines Wissens nach - korrekt.

Blue Dragon Plus: Visual Production
Lost Odyssey: Co-Development
Star Ocean TLH: Visual Production
Infinite Undiscovery: Visual Production
-> http://en.wikipedia.org/wiki/Feelplus

Auch VP ist eine Beteiligung, oder?

Beim Rest stimme ich dir zu. Es ist wirklich schade um die gute Idee hinter Mindjack. Gerade der Aspekt des "Wem kann ich trauen, wenn jeder manipulierbar ist?" hätte im Spiel mehr zum Tragen kommen dürfen. In den Trailern wurde das ja auch immer mal wieder angeführt.

Naja, 3rd Birthday wird mich mit Square Enix wieder versöhnlich stimmen, da hab ich keine Zweifel!

#5 | Haru [24.01. | 15:02] 



314
Mindjack
Och sorry natürlich ist das dann eine Beteiligung, nur wird das in den Credits schön vertuscht.

Glaube auch das 3rd Birthday cool wird schließlich sind bis jetzt alle SE Games auf der PSP extrem gut (selbst Enwickelt) und sie haben ja ein großen mit Aya vor, hab es mir schon vorbestellt in der CE.

#6 | PhanZero [24.01. | 15:09] 



8.805
Mindjack
Ist nicht selten, dass die Firmen, die nur einen kleinen Anteil am Gesamtwerk haben, in den Credits totgeschwiegen werden. Gibt viele Firmen, an die die größeren Studios unliebsame Arbeiten delegieren und die sonst kein Mensch kennt.

3rd Birthday hab ich auch vorbestellt. Endlich wieder PSP-Futter, wobei auch Lord of Arcana (ebenfalls Square Enix) kein schlechtes Spiel ist.

#7 | Haru [24.01. | 15:26] 



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Mindjack
Ja natürlich ist nicht neues das so manche "Unterstützungsfirmen" nicht mal ein Dankeschön im form von einer Erwähnung bekommen ist aber es schon ne Frechheit.

Naja fand Monster Hunter schon nach einigen Stunden langweilig daher lockt mich das Spiel nicht, mag es lieber Story fokussiert nur leider werden gute und schlüssige Geschichten immer seltener.

Wird auch endlich zeit Kingdom Hearts Birth by Sleep ist bis dahin auch schon über ein halbes Jahr her.

Naja aber wenigstens kommt da dann auch Dissidia 012.


 
























Pro:
Mindjacking ist ein interessantes Gameplay-Element
nahtloser Übergang zwischen Solo- und Multiplayer

Contra:
KI ist quasi nicht existent
hakelige Bedienung
maue, sterile Grafik
Potenzial der Story absolut ungenutzt gelassen


Offizielle Website:
 mindjackgame.com



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