Nachdem bereits mit dem ersten Teil von Tom Clancy's H.A.W.X der digitale Luftraum in Beschlag genommen wurde, liefert Ubisoft nun einen Nachfolger zur actionreichen Flugsimulation. Auch dieses Mal geht es wieder hoch hinaus, um feindliche Stellungen zu erkennen und auszuschalten. Ein Prinzip was schon damals bei Ace Combat auf der Playstation gut funktioniert hat. Doch Ubisoft will mit H.A.W.X. 2 noch eine Schüppe drauflegen. Wir haben uns ins virtuelle Cockpit gesetzt und uns mit den gegnerischen Streitkräften auseinandergesetzt. Ob wir dabei richtig Spaß hatten oder doch schnell den Knopf für den Schleudersitz gedrückt haben, verraten wir euch im ausführlichen Test.
Drei Piloten aus drei verschiedenen Ländern
In
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 übernehmt ihr die Rollen von gleich drei Piloten. Und alle haben nur ein einziges Ziel: Der Welt den Frieden bringen. Luftkämpfe, Aufklärungsflüge und auch mal Auftanken in der Luft gehören zu euren Aufgaben. Um die Optik dabei nicht zu vergessen, wurden durch die GeoEye-Technologie echte Satelliten-Bilder bei der Entwicklung benutzt. Doch bei all den fliegenden Raketen habt ihr fast gar keine Zeit, euch die tollen Landschaften von oben anzuschauen. Dank eines Tutorials am Anfang lernt ihr zunächst wie ihr mit eurem Flugzeug umzugehen habt. Da
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 in der Zukunft spielt, sind die Aufträge ein wenig dramatischer dargestellt. So sind plötzlich drei Atomsprengköpfe aus Russland verschwunden, und die Welt wird durch verschiedene Aufstände und Tumulte in Atem gehalten. Drei Piloten aus England, Russland und den USA sollen nun dafür sorgen dass, wieder Frieden herrscht. Leider fehlt dabei die persönliche Beziehung zu den Charakteren, da diese bei jeder Mission wechseln.
In
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 habt ihr die Wahl zwischen dem Story-Modus, Freiflug, Arcade-Missionen und Überleben-Modus. Auch der Multiplayer ist prall gefüllt und bringt mit mehreren Koop-Spielmodi zusätzlichen Spaß. So kann auch die Einzelspieler-Story im Koop-Modus bestritten werden. Im Spiel unterstützen euch eure virtuellen Kollegen am oberen Bildschirmrand mit Informationen zum derzeitigen Geschehen. Zwar ist die Story gut umgesetzt, doch die Akteure hätten ein wenig mehr ins Spiel eingebunden werden können.
Nachtflüge, Dogfights und Kampfgetümmel
Um das Ganze auch ein wenig abwechslungsreich zu gestalten, gibt es auch Aufklärungsflüge bei Nacht. Eure Aufgabe besteht darin, Häuser bzw. Fahrzeuge von oben zu untersuchen. Habt ihr den Feind dann erwischt, sollte er sich warm anziehen. Ihr allerdings auch, denn die Gegner im Spiel sind nicht ohne. Mit kräftiger Waffengewalt von unten wie von oben, fliegen euch die Raketen nur so um die Ohren. Gut, dass in manchen Levels ein wenig Ruhe vor dem Sturm herrscht. Bei einigen Aufträgen kommt ihr schnell mit dem Abwehren und dem Abschießen von Raketen durcheinander. Hier ist schon völlige Konzentration gefragt, um nicht direkt vom Himmel geschossen zu werden.
Nebenbei sollte euer Flugzeug natürlich auch immer die richtige Höhe einhalten, bei all dem Chaos am Himmel wird das schnell vergessen. Mit einem beherzten Griff zum Analogstick zieht ihr euren Bomber wieder nach oben. Neben den Aufklärungsflügen sind auch Landungen und Tankvorgänge an der Tagesordnung. Beim Tanken müsst ihr eure Geschwindigkeit genau einhalten und möglichst nah an das Tankflugzeug herankommen. Mit einem Druck auf die X-Taste könnt ihr euch dabei ein wenig Hilfe holen. Was am Anfang noch schwer aussieht, wird nach wenigen Stunden zur Routine. Das selbe gilt für die Landungen auf dem Rollfeld. Wer
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 lieber ein wenig realistischer möchte, kann aus weiteren Steuerungsoptionen wählen.
In der so genannten Expertensteuerung ist die Flughilfe ausgeschaltet und ihr müsst euren Flieger alleine ausrichten. Die Flughilfe im Spiel kann jederzeit deaktiviert werden, um selber die volle Kontrolle zu haben. Habt ihr eure Missionen erledigt, werden euch Erfahrungspunkte gutgeschrieben. Diese können in den Level-Aufstieg oder weitere Belohnungen investiert werden. Neben neuen Flugzeugen können das auch Waffen oder spezielle Flugzeugeigenschaften sein.
35 echte Kampfflieger und Prototypen
Insgesamt finden sich in
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 35 echte Kampfflieger und Prototypen. Neben der F14 Tomcat gibt es auch die Möglichkeit, im Cockpit des Eurofighter Typhoon Platz zu nehmen. Fans von Kampflugzeugen dürfte hier das Herz aufgehen. Auch wenn alle Flugzeuge unterschiedlich aussehen, bleibt die Steuerung im Endeffekt immer die gleiche. Große Unterschiede sind also nicht festzustellen. Eigentlich schade, da jede Maschine ja ihre eigenen Stärken und Schwächen besitzt. Grafisch ist
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 besonders bei den realistischen Satellitenbildern gut gelungen. Fliegt ihr allerdings näher ans Geschehen heran, entpuppen sich die Gebäude als verschwommene und platte Objekte.
Die Flieger selber machen einen guten Eindruck, nur bei den Explosionen fehlt noch der letzte Kick. Im Vergleich zu
»Tom Clancy's H.A.W.X. sind also keine Quantensprünge zu erwarten. Die Kampfzonen im Spiel sollen übrigens exakt die gleichen wie in
Tom Clancy's Ghost Recon Future Soldier sein. So steht es zumindest auf der Rückseite der Spieleverpackung. Steuerungstechnisch ist das Spiel stark arcadelastig anzusehen. Tausende von Knöpfe drücken war gestern, heute geht es mit einem simplen Button in die Luft. Und einmal oben angekommen, gibt es auch nicht viel mehr als die richtigen Knöpfe zum richtigen Zeitpunkt zu drücken. Bei mehreren Gegnern auf einmal, kommt ihr allerdings trotzdem ein wenig ins Schwitzen.
Beim Multiplayer fehlt der letzte Kick
Beim Multiplayer haben sich die Entwickler auch nichts wirklich Neues einfallen lassen. Zwar sind die Koop-Missionen gegeneinander ganz spannend, aber richtige Motivation will nicht aufkommen. Die Koop-Story in
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 darf mit bis zu drei Freunden durchgespielt werden. Frei nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ macht ihr dabei diverse Lufträume unsicher. Bei der Sounduntermalung begleiten euch Orchesterklänge die sich dem Spiel perfekt anpassen. Die deutsche Sprachausgabe ist eher Durchschnitt geworden. Unmotivierte Sprecher wirken in manchen Szenen wie eine Schlaftablette. Ein bisschen mehr Dramatik in der Stimme hätte hier Wunder wirken können. Wer schon den ersten Teil gut fand, wird auch mit
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 zufrieden sein. Wer allerdings auf Neuerungen hofft, wird enttäuscht sein.
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 ist sicherlich besser als der Vorgänger, ein echtes Highlight ist es allerdings nicht geworden.