Der jüngste Ableger aus dem Universum um Lara Croft verzichtet auf den Titel Tomb Raider. Und auch sonst ist einiges anders, kommt das Spiel doch nur per Download zu euch auf die Konsole. Wir haben uns das 2 GB große Monster angesehen und verraten euch, warum auch bisherige Lara-Hasser den Download wagen sollten.
Blick in den Spiegel
Eigentlich sollte die gute Miss Croft wissen, dass man sich von angeblich verfluchten Artefakten fernhalten sollte. Aber auch in
Lara Croft and the Guardian of Light kann die Action-Archäologin die Finger mal wieder nicht von den gefährlichen Dingern lassen. Der recht unscheinbare Spiegel, den sie diesmal aufstöbert, trägt einen bösen Geist namens Xolotl in sich. Und wie das so ist: Der Spiegel gelangt in den Besitz weniger guter Menschen und Xolotl wird befreit. Glücklicherweise aber auch Totec - der Hüter des Lichts, der Xolotl einst in den Spiegel verbannte. Der ist natürlich weniger begeistert und macht sich sogleich mit der Grabräuberin auf die Jagd.
Lara Croft and the Guardian of Light verzichtet erstmals auf den Titel
Tomb Raider. Aber auch sonst unterscheidet es sich in vielerlei Hinsicht von der Action-Adventure-Reihe: Der Fokus des Downloadtitels liegt auf dem kooperativen Gameplay. Seid ihr im Zweispieler-Modus unterwegs, steuert ein Spieler Lara, der andere Totec. Lara hat als Primärwaffe ihre beiden Pistolen dabei, Totec hingegen einen Speer. Letzterer ist nicht nur eine Waffe, sondern dient auch zur Lösung mancher Rätsel: Der Speer bleibt in Wänden stecken und Lara kann über ihn höhere Ebenen erreichen. Beide Charaktere haben zudem noch ein eigenes Item im Gepäck: Totec trägt ein Schild bei sich, auf das Lara steigen kann (
Lost Vikings lässt grüßen), während die Grabräuberin einen Enterhaken bei sich trägt. Mit diesen Hilfsmitteln ausgerüstet, müsst ihr euch euren Weg durch 14 Level bis zu Xolotl bahnen - dabei werdet ihr ballern, rennen, präzise Sprünge ausführen und kleinere Rätsel lösen müssen.
Neben allerlei Kleinvieh erwarten euch auch dickere Brocken, die ihr nur mit einer bestimmten Taktik besiegen könnt. Zum Glück habt ihr nicht nur eure Primärwaffen, sondern auch Sekundärwaffen zur Hand. Diese stehen beiden Helden gleichermaßen zur Verfügung, sind allerdings nicht mit unendlich Munition gesegnet. Im Angebot befinden sich Sturmgewehre, Granatwerfer, Schrotflinten und sogar ein Flammenwerfer. Jede Menge großkalibrige Spielzeuge also, die ihr allerdings erstmal in den Leveln finden müsst. Einmal aufgespürt, könnt ihr sie auf die drei Richtungen (eine ist von eurer Primärwaffe belegt) des Digikreuzes legen und so schnell drauf zugreifen.
Zudem könnt ihr zwei Artefakte und eine Reliquie ausrüsten, nachdem ihr sie gefunden habt. Artefakte boosten eure Fähigkeiten, was eure Bomben oder Waffen wirkungsvoller werden lässt. Die Reliquien geben euch hingegen Spezialfähigkeiten. Um diese allerdings einzusetzen, müsst ihr erstmal eine Leiste füllen, indem ihr viele Gegner hintereinander, ohne getroffen zu werden, erledigt oder besonders viele Schätze sammelt.
Bonus!
Um
Lara Croft and the Guardian of Light nicht allzu geradlinig zu halten, gibt es allerlei zu entdecken: So stosst ihr öfter mal auf Zugänge, die mit roten Totenschädeln verziert sind. Hier verbergen sich Bonusdungeons, welche ihr nicht unbedingt absolvieren müsst. Auch bekommt ihr immer mal wieder Bonusherausforderungen gestellt. Etwa, eine bestimmte Punktzahl erreichen oder 10 rote Totenköpfe finden (beides Standard-Aufgaben in den Levels), einen Abschnitt in einer bestimmten Zeit erledigen oder eine ähnliche Aufgabe. Als Belohnung winken meist besondere Waffen, aber auch Artefakte und Reliquien erhaltet ihr auf diese Weise. Dass ihr im ersten Durchgang alles entdeckt und erreicht, ist eher unwahrscheinlich. Dennoch ist die Spielzeit mit gut sechs Stunden ohnehin schon recht ansehnlich.
Das meiste ist auch für den Einzelspieler-Modus gültig. Hier ist Lara Croft allerdings alleine unterwegs - einen KI-Kameraden gibt es nicht. Dafür mussten die Rätsel ein wenig angepasst werden, dieser Modus unterscheidet sich also vom Koop-Gameplay ein wenig. Beide Spielvarianten sind gut ausbalanciert und in drei Schwierigkeitsgraden spielbar, allerdings merkt man, dass bei der Entwicklung der Fokus auf die Rätsel im Koop lag.
Antike Technik? Von wegen!
Die Technik von
Lara Croft and the Guardian of Light ist alles andere als antik: Es kommt die bereits in
»Tomb Raider Underworld verwendete Grafikengine zum Einsatz. Die zaubert auch hier prächtige Tempelanlage und detailreiche Urwälder auf die Konsole. Gerade der Detailreichtum erstaunt: Pflanzen biegen sich, wenn ihr an ihnen vorbeistreift, ihr könnt wunderschöne Reflexionen entdecken und vieles mehr. Dank der isometrischen Ansicht entfallen auch die berüchtigten Probleme mit der Kamera.
Doch auch die Steuerung trägt einiges zum gelungenen Spielgefühl bei: Anfangs mag es gewöhnungsbedürftig sein, mit dem rechten Analogstick zu zielen, aber einmal dran gewöhnt, geht euch das recht präzise von der Hand. Nur ab und an, da versagt die Mustersteuerung dann doch: Etwa, wenn ihr euren Enterhaken an einem goldenen Ring befestigen wollt, die gute Lara aber immer wieder euren Partner anvisiert. Dann muss der Spieler mit Totec erstmal etwas Abstand nehmen, damit es weitergehen kann. Und ab und an hat im Test zudem die Waffenauswahl via Digikreuz versagt, was sich erst durch einen Besuch im Inventar lösen ließ.
Für 1.200 MS-Punkte bietet
Lara Croft and the Guardian of Light jede Menge Spiel. Xbox 360-Besitzer können bereits ab dem 18. August zugreifen, PC- und PS3-Besitzer erst ab dem 28. August. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für Microsoft-Anhänger allerdings: Der Koop-Modus ist erstmal nur offline spielbar, erst ab dem 28. August wird dieser auch über das Internet möglich sein.
Solltet ihr tatsächlich alles im Spiel gefunden und erreicht haben, haben die Entwickler gute Nachrichten für euch: Es wurden bereits fünf Download-Pakete angekündigt. Drei davon enthalten neue Maps, zwei liefern euch frische Charaktere. Viel mehr ist dazu allerdings leider noch nicht zu bekannt.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
