“Die Konsolensteuerung ist viel zu unpräzise.“ Schon mal gehört? „Mit der Maus bin ich hundert mal schneller als mit so einem blöden Gamepad!“ Kommt euch bekannt vor? „Mit diesen klobigen Analogsticks komme ich hinten und vorne nicht klar.“ Auch dieser Spruch ist euch schon häufiger zu Ohren gekommen? Dann befinden sich in eurem Dunstkreis offenbar ein paar eingefleischte PC-Fans, die in jahrelangem Training eine fast schon symbiotische Einheit mit ihrer Maus gebildet haben. Um nichts in der Welt würden sie sich von ihrem geliebten Eingabegerät trennen. Leider verpassen PC-User dadurch eine Menge guter Spiele. Gerade in den letzten Jahren wurde der Trend deutlich, dass die Publisher – aufgrund der Raubkopierproblematik – immer stärker auf den Konsolenmarkt setzen. Viele Titel kommen gar nicht oder nur zeitverzögert für den PC auf den Markt. Für all jene, die nicht auf die komfortable Steuerung via Maus verzichten wollen, trotzdem aber in den Genuss hochwertiger Konsolenspiele gelangen wollen, hat Bannco nun eine Abhilfe geschaffen.
Als ich die Verpackung von Banncos
xScorch Xbox 360 zum ersten Mal in den Händen hielt, staunte ich nicht schlecht. Neben der Maus lag ein weiteres Gerät in der Packung, das Nintendos Nunchuck Controller ähnlich sieht. Nach dem Öffnen musste ich die ganzen Hardwarebestandteile erstmal sortieren. Folgende Gerätschaften kamen dabei zum Vorschein:
1) Scorch360 Maus
2) Zusatzcontroller Grip – ähnlich des Nunchucks
3) USB Dongle
4) USB Kabel
5) Quick Start Guide
Vor dem Zocken hat der liebe Gott die Installation gesetzt
Die Installation einer Maus kann wohl nicht so schwierig sein, dachte ich. Auch die englische Quick Start Card wies mit vier simplen Schritten darauf hin, dass sich der Anschluss wohl recht einfach gestalten würde. Um die
Scorch360 an der Konsole zum Laufen zu bekommen, sind folgende Abläufe nötig:
1) USB-Kabel mit dem Dongle verbinden
2) einen kabelgebundenen Xbox 360-Controller an das USB-Kabel stecken
3) Dongle an einen Front USB-Port der Konsole anschließen
4) Zocken
Ganz so einfach gestaltete sich die Installation dann leider doch wieder nicht. Nach dem Durchführen der oben genannten Schritte tat sich zunächst schlicht nichts. Da der Packung keine weitere Anleitung beiliegt, bleibt nur der Blick ins Internet, auf die Homepage des Herstellers. Dort finden sich neben einer ausführlichen (englischen) Bedienungsanleitung auch allerhand andere nützliche Hinweise und Downloads.
www.bannco.com
Auf der Homepage lud ich zuerst das
»Firmwareupdate herunter, um dem Problem Abhilfe zu schaffen. Dabei handelt es sich um ein selbstlaufendes Programm, dass die neue Software auf dem mitgelieferten Dongle bringt. Leider wurde mein Dongle vom Computer aber nicht richtig erkannt. Hier helfen die passenden Treiber weiter, die ebenfalls auf der
»Homepage zu finden sind. Nachdem die Treiber auf meiner Festplatte installiert waren, klappte es auch mit dem Firmware Update.
Weiterhin fand ich auf der Website ein sehr nützliches Tool, die Config Software. Auch bei dieser handelt es sich um ein selbstlaufendes Programm, dass keine Installation auf dem Rechner benötigt. Die Config Software erwies sich als äußerst komfortabel. So lassen sich sämtliche Buttons der Maus ganz nach dem Willen des Users belegen. Da Konsolenspiele auf die Steuerung via Gamepad ausgelegt sind, sollte sich das Config Tool noch als recht hilfreich erweisen.
Mittlerweile hatte ich nun doch mehr Zeit in die Installation des
Scorch360 gesteckt, als ich ursprünglich angenommen hatte. Immerhin, ich hatte die Maus nach dem erneuten Anschluss zum Laufen gebracht.
Die Hardware unter der Lupe
Bevor wir uns jedoch ins Getümmel stürzen, betrachten wir uns die Gerätschaften einmal genauer. Die Maus selbst wirkt recht solide verarbeitet und durchaus wertig. Mit einer einfachen AA-Batterie sorgt ihr für drahtlosen Spielgenuss. Auf der rechten Flanke befinden sich vier Buttons, welche die vier Aktionsbuttons A, B, X und Y des Xbox Controllers darstellen. Somit ist von vornherein schon einmal klarzustellen, dass
xScorch360 für Linkshänder absolut ungeeignet ist, da diese nicht vernünftig an die Knöpfe gelangen können. Mausknöpfe und Mausrad können über die Config-Software nach Belieben belegt werden. Auch die Präzision der Maus darf frei gewählt werden. Insgesamt macht der Nager also einen runden Eindruck
Als Konsolenspieler war mir zunächst nicht ganz klar, welche Aufgabe die beigelegte Nunchuck Kopie erfüllen sollte. Beim Einlegen von
»Bioshock 2 wurde mir die Aufgabe aber schnell deutlich. PC-User spielen mit Maus UND Tastatur. Auf dem sogenannten Grip befindet sich ein Analagstick mit dem ihr – in diesem Fall – euren Big Daddy durch die Unterwasserwelt von Rapture navigiert. Auch an digitale Richtungsbuttons wurde gedacht. Auch der Frontseite liegen – gut erreichbar – zwei weitere Buttons, die ihr etwa mit den Schulterbuttons des Xbox 360 Controllers belegen könnt.
Der Dongle sorgt letztlich für die Funkverbindung mit den beiden drahtlosen Steuergeräten. Das kleine Gerät enthält zudem einen kleinen internen Speicher, auf dem etwa die Firmwareupdates aufgespielt werden können. Für das Spielen wird auf jeden Fall ein kabelgebundener Xbox 360 Controller benötigt, der stets mit dem Dongle in Verbindung bleiben muss. Durch diesen wird der Konsole vorgegaukelt, dass eigentlich ein ganz normaler Controller am Gerät hängt. Es muss sich hierbei nicht um ein originales Microsoft Gamepad handeln. Ein Drittherstellergerät ist vollkommen ausreichend. Die Verwendung des USB-Ladekabels aus dem „Play & Charge Kit“ funktioniert hingegen nicht. Es ist somit nicht möglich, die Maus über diesen Umweg ans Laufen zu bekommen.
Auf ins Gefecht
Im Praxistest des
xScorch360 wurde deutlich, dass die Maus ihren Dienst in den Spielen tadellos verrichtet. Mit einer maximalen Auflösung von 1600 CPI ist die Maus angenehm präzise und liegt auch gut in der Hand. Die Verwendung des Grip ist am Anfang zwar noch etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber nach kurzer Eingewöhnungsphase recht gut. Eingefleischte PC-Fans dürften mit dem Produkt glücklich werden. Da die Xbox 360-Spiele jedoch auf eine Gamepad-Steuerung ausgelegt sind, müssen die Maustasten gegebenenfalls häufig neu belegt werden. Bei Strategiespielen wie
»Defense Grid ist es auf Dauer einfach nervig stets mit der A-Taste an der linken Seite zu klicken. Leider lassen sich einzelne Profile nicht abspeichern, so dass erst immer wieder der Umweg über die Config Software gegangen werden muss.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
