Die amerikanische TV-Serie Prison Break lief vor einiger Zeit mit großen Erfolg auch hierzulande und bescherte RTL gute Einschaltquoten. Insgesamt vier Staffeln wurden bislang produziert. Grund genug für Deep Silver, auch das passende Videospiel dazu auf die Beine zu stellen. Das Action-Adventure mit dem Titel Prison Break: The Conspiracy soll die Geschichte von Michael Scolfield und seinem Bruder Lincoln Burrows aus einem anderen Blickwinkel nacherzählen. Ob Prison Break auch auf den Konsolen überzeugen und die Serien-Atmosphäre rüberbringen kann, werden wir in unserem Test herläutern. Wir haben Fox River besucht und ein paar Tage hinter schwedischen Gardinen verbracht.
Ich hol dich hier raus
Wer nun denkt, dass er im Spiel die Rolle von Michael Scolfield übernimmt, liegt leider falsch. In
Prison Break: The Conspiracy schlüpft ihr nämlich in den Sträflingsanzug von Tom Paxton, der mit der TV Serie rein gar nichts zu tun hat. Als fiktiver Undercover-Agent ist es eure Aufgabe, Michael und Co. bei ihren Aktionen zu beobachten. Dafür werdet ihr als Mörder in das Fox River-Gefängnis eingeschleust und sollt genügend Informationen sammeln, damit die Company Lincoln Burrows auf den elektrischen Stuhl setzen kann.
Nun liegt es an euch, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dabei steht ihr jederzeit im telefonischen Kontakt mit euren Boss. Auch ein kleines Diktiergerät ist immer dabei und wird nach jeder gelungenen Aktion mit neuen Informationen gefüttert. Schon beim Starten des Spiels wird klar – Fans der Serie werden sich sofort zuhause fühlen. Neben den originalen Schauplätzen, gibt es auch die bekannten Synchronstimmen aus der Serie. Ob es nun Abruzzi, T-Bag oder Michael Scolfield selber sind, die Ähnlichkeiten zum Original sind verblüffend. Auch die Hintergrundmusik sorgt sofort für TV-Atmosphäre und für bekannte Klänge aus den Boxen. Leider krankt
Prison Break: The Conspiracy an der Steuerung. Besonders bei einem Fluchtversuch ist es ärgerlich, wenn ihr ständig an Ecken hängenbleibt.
Im Grunde genommen ist
Prison Break: The Conspiracy ein reines Schleichspiel geworden. Nur mit dem richtigen Versteck, der nötigen Geduld und der passenden Taktik kommt ihr in den Abschnitten weiter. Viel verkehrt machen könnt ihr dabei nicht, da das Spiel wie an einem Faden hergezogen rüberkommt und mehr als linear verläuft. Der Weg ist vorgeschrieben und andere Möglichkeiten sind nicht gegeben. Wenn ihr also den Wärter einfach mal eins überbraten wollt, habt ihr ein Problem. Darauf ist
Prison Break: The Conspiracy nicht ausgelegt. Natürlich dürft ihr euch zwischendurch mit ein paar Mithäftlingen auf die Nase hauen, aber wirklich fordernd ist das nicht. Im Knast herrscht fast ausschließlich das Geben und Nehmen-Prinzip. Wenn ihr was wollt, will euer Gegenüber natürlich auch was dafür sehen. So besteht eure Aufgabe meistens darin Objekte zu beschaffen. Und dabei sollet ihr euch auch möglichst nicht erwischen lassen.
Vorsicht vor den Wärtern, sie sehen fast alles
Verschlossene Türen lassen sich später durch einen Dietrich öffnen. Doch bevor dieser in euer Inventar wandert, müsst ihr Abruzzi erstmal einen Gefallen tun. Habt ihr ihn dann endlich bekommen, sind auch verschlossene Türen kein Problem mehr für euch. Durch die richtige Anwendung des linken Analogsticks und dem A-Button wird das Öffnen schnell zum Kinderspiel. Da manche Türen unter Zeitdruck geöffnet werden müssen, ist schnelles Handeln gefragt, sonst haben euch die Wärter schnell im Visier.
Frust kommt allerdings bei den Savepoints auf. Nachdem ihr das Spiel neu gestartet habt, findet ihr euch immer am Anfang des Kapitels wieder, was recht ärgerlich ist. Ein normales Zwischenspeichern ist in
Prison Break: The Conspiracy leider nicht möglich. Da kann es schon mal ganz schön nervig werden, wenn ihr den ganzen Weg, inklusive der Schleicherei, nochmals absolvieren müsst.
Fans der Serie werden aber angesichts der Detailtreue begeistert sein, denn fast alles aus der ersten Staffel von
Prison Break wurde liebevoll umgesetzt. Leider wiederholen sich viele Aufträge und es wird doch ziemlich schnell eintönig. Ein wenig Abwechslung bringen die kleinen Quicktime-Events, wobei ihr an der richtigen Stelle den passenden Button drücken müsst. Klappt das nicht, könnt ihr es aber an derselben Stelle immer wieder neu probieren. Im Spielmenü gibt es neben der normalen Story auch noch einen Zweikampf-Modus. Hier dürft ihr euch mit allen anderen Häftlingen gegenseitig die Augen blau hauen. Der Modus ist jedoch nicht wirklich spannend. Gut umgesetzt wurde dagegen die Anspannung während des Spiels. Es ist schon sehr nervenaufreibend, wenn ein Wächter quasi direkt vor euch steht und ihr nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Da geht der Puls schon mal richtig in die Höhe.
Bei kniffligen Situationen könnt ihr euch im Kleiderschrank verstecken und alles durch den kleinen Spalt beobachten.
Prison Break: The Conspiracy hat viele Ansätze, die ein gutes Spiel ausmachen, leider hapert es aber an gewissen Kleinigkeiten. Die nervigen Speicherpunkte und die eintönigen Aufgaben sorgen leider schnell für Frust statt Spaß. Außerdem ist die Spielzeit ein wenig knapp bemessen, erfahrene Zocker werden die Flucht von Michael Scolfield und Co. schnell hinter sich haben.