Ubisoft macht wohl eine kurze Topgame-Pause und vergnügt sich mit dem Entwickeln eines Spiels zu einem Kinderfilm, der vor kurzem noch in den Kinos lief. Die Rede ist hierbei von Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen. Wer jetzt denkt, dass dies ein merkwürdiger Titel ist, der hat natürlich recht. Dementsprechend wartet auf ihn ein Abenteuer gespickt mit Kuriositäten und Chaos. Ob das Essensgewitter dennoch Unterhaltungspotenzial aufweist, erfahrt ihr im Review.
Schlaraffenland sieht anders aus…
In
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen schlüpft ihr in die Rolle des jungen Erfinders Flint. Mit seiner neuesten Erfindung hat er es geschafft, Essen regnen zu lassen - doch leider lief alles etwas anders, als er es sich vorgestellt hat. Sein F.L.D.M.S.M.D.F.R. (Flint Lockwoods diatonischer supermutierender dynamischer Futterreplikator) lässt übergroße Essensportionen vom Himmel fallen und Lebensmittel Amok laufen. Statt dem Paradies auf Erden hat er eine Naturkatastrophe geschaffen. Und jetzt liegt es an ihm, dieses Problem wieder zu lösen.
Mit all seinen anderen Erfindungen stellt er sich dem Kampf und versucht, seine Heimatinsel Swallow Falls zu retten. In verschiedenen Missionen muss er all sein Können beweisen und springt, läuft, schnetzelt, rätselt, klettert und würfelt, was das Zeug hält. Ein witziges Adventure erwartet euch, in dem euch die merkwürdigsten Speisen den Krieg erklärt haben.
Ein Hoch auf die Technik
Etliche verschiedene Waffen - beziehungsweise Erfindungen - stehen euch bei eurer Reise zur Verfügung. Mit dem Flux-Zerschmelzer könnt ihr bestimmte Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Eis, schmelzen und euch so den Weg freimachen. Der Teleskop-Gabelkurbler erlaubt euch, Nahrungsstücke aufzuheben, zu tragen oder euch an Spaghettiseilen hochzudrehen. Weiterhin steht euch in
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen der Vakuschlürf Ultra zur Verfügung. Eine Art Staubsauger, der Karamell, Kaffee oder andere Flüssigkeiten einsaugt und wieder ausspucken kann, um euch somit den Weg über brennend heißes Chilli zu ermöglichen, gefährliche Gummibärchen zu vernichten oder sogar steile Wände zu erklettern. Eine andere Erfindung Flints ist euch ebenfalls sehr hilfreich – der Laser-Schnetzler. Mit diesem Anoden-Messer könnt ihr Nahrung in kleine Scheiben schneiden. Zum Beispiel erlegt ihr hiermit Gummibärchen, bösartigen Brokkoli oder schmackhafte Erdbeeren. Das letzte Werkzeug in eurem Repertoire ist der Maxipropulsor. In simplen Worten erklärt ist dieses Gerät eine Faust (oder später etwas anderes Schlagkräftiges), welche durch eine Sprungfeder nach vorne geschossen wird. Damit könnt ihr Gegenstände wegschlagen oder verschieben. Jede dieser Erfindungen kann im Laufe des Spiels noch erweitert werden. Insgesamt gibt es noch drei Verbesserungsstufen für jede eurer Waffen. Damit steigert sich die Effektivität und ihr könnt noch mehr Schaden anrichten.
Doch neben diesem tragbarem Equipment, von dem ihr übrigens je nach Level unterschiedlich viele dabei habt, gibt es noch ein Fahrzeug, das in vielen Levels unabdingbar ist: der Verschwindibuster. Dieses fahrbare Besteck und überdimensionaler Staubsauger leisten euch gute Dienste. Ihr könnt damit sowohl große Pfützen an Chili aufsaugen, oder aber auch übergroße Lebensmittel anheben und in Sicherheit bringen - zum Beispiel Burger.
Essen in seinen Farben und Formen
Die Steuerung in
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen fällt minimalistisch aus. Die Bewegung läuft natürlich über den Bumber. Mit A könnt ihr Flint springen lassen oder den Verschwindibuster besteigen. Die Knöpfe RB und LB benötigt ihr, um zwischen euren Werkzeugen zu wechseln, und zu guter Letzt könnt ihr mit LT oder RT die Apparat benutzen, die ihr gerade in den Händen haltet. Und das war es dann auch schon. Das Spiel kommt problemlos ohne große Tastenbelegung aus. Aber lasst euch davon nicht täuschen – in den späteren Levels kann es schon das ein oder andere mal dazu kommen, dass ihr nicht wisst, welches Werkzeug ihr gerade benötigt – oder in welcher Reihenfolge ihr diese verwenden sollt.
Grafisch blieb das Spiel leider auch etwas „wolkig“. Die ganze Spielwelt, welche sehr begrenzt ist und in der es schwer fällt, sich zu verlaufen, erscheint auf den ersten Blick eher lieblos. Zwar strahlen viele bunten Farben, doch eine wirkliche Stimmung kann dadurch nicht erzeugt werden. Auch die Musik erregt keinerlei Gefühl. Insgesamt also optisch und akustisch ein eher schwacher Auftritt.
Der Witz des Spiels – all das große Essen und die abgedrehte Story – sind am Anfang sehr reizvoll, allerdings ändert sich inhaltlich in den folgenden Levels nichts mehr. Es bleibt immer beim immer gleichen Schema: zerschnetzeln, zerschmelzen, einsaugen…. Sonderlich viel Abwechslung ist leider nicht geboten. Auch können die pseudowitzigen Dialoge und Kommentare des jungen Erfinders Flint und seinen Anhängern nicht wirklich überzeugen. Der Humor bleibt also leider auch auf der Strecke.
Dinner for two
Ein großes Plus gibt es allerdings für den Koop-Modus von
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen. Wie bei
Lego Batman kann sich jederzeit ein zweiter Spieler in das Spiel mit einklinken und in die Rolle des Affen Steve schlüpfen, mit dem er Flint auf seinem Abenteuer begleitet. Wie bei vielen anderen Spielen bringt das Spielen zu zweit viel mehr Spaß. Die Schauplätze werden dadurch zwar nicht anspruchsvoller oder stimmungsgeladener, aber dafür kann man sich zu zweit an dem großen Essen erfreuen und über aggressive Schneemännner und Gummibärchen lachen.