Wieder einmal füllt ein Lizenztitel, eine weitere Verarbeitung von Filmstoff, der auf Literatur beruht, die Ladenreihen. Wo die wilden Kerle wohnen basiert auf dem neuen Kinofilm, der wiederum auf einem bekannten Kinderbuch aus den USA basiert. So ist nun einmal der Lauf des Kommerzes. Ob die wilden Kerle auch auf der Konsole für Begeisterung sorgen, oder ob das Spiel eine wilde Verfehlung von Griptonite, havok und Legendary Pictures unter der Federführung von WB Games ist, zeigen wir euch in unserem Review.
Ein Junge in Katzenkostüm und skurrile Monster
Wo die wilden Kerle wohnen lässt euch in die Rolle des jungen Max schlüpfen, der ohne ersichtlichen Grund mit einem Boot auf einer unbekannten Insel aufschlägt. Wieso er überhaupt in einem Katzenkostüm (oder in einem Wolfskostüm?) steckt, und warum er in seinem Alter alleine mit einem Segelboot über die Meere streift, wird uns leider nicht gesagt. Wahrscheinlich wollen wir es auch gar nicht wissen - und überhaupt tragen diese Tatsachen auch nicht wirklich etwas zur Geschichte bei. Wir begnügen uns also mit der Tatsache, dass Max in einem weißen Katzenkostüm steckend, auf einer Insel aufschlägt. Sein Alter beläuft sich in etwa auf neun Jahre, soweit man das anhand der Spielgrafik und seiner Synchronisationsstimme beurteilen kann.
Max erblickt auf der Insel ein riesiges Monster, welches sich von ihm entfernt. In seiner jugendlichen Naivität und Neugier, verfolgt er den großen Kerl über die Insel. Hierbei findet er auch gleich ein Zepter, welches ihm während des Spiels als Waffe dient. Am Ende der Verfolgung erreicht Max den Ort,
Wo die wilden Kerle wohnen. Viele dieser seltsamen Kreaturen stehen dort herum und sind geteilter Meinung darüber, was sie mit dem Fremdling anstellen sollen. Die einen wollen ihn am liebsten verspeisen, die anderen zum neuen König krönen. Letztendlich wird Max´ Anwesenheit mehr oder weniger toleriert, und er wohnt von nun an bei den wilden Kerlen.
Mehrere Erkundungsstreifzüge erwarten euch als Max. Diese sind natürlich handlungsfördernd und stellen Max vor große Herausforderungen. Die Insel wird scheinbar von einer seltsamen Macht bedroht, und scheint langsam zerstört zu werden. Max muss sich nun als würdig erweisen, den erlangten Titel des Königs zu behalten und soll sich daher um dieses Problem kümmern. Darüber hinaus wollen ihm einige der wilden Kerle an den Kragen… es gibt also etliches zu tun an dem Ort,
Wo die wilden Kerle wohnen.
Wilde Spiele
Im Dorf der wilden Kerle erwarten euch mehrere kleine Herausforderungen und Spielereien, die nicht wirklich anspruchsvoll sind, aber dennoch für kurze Zeit Unterhaltung bringen können. Dazu zählen beispielsweise das Bewerfen der wilden Kerle mit Steinen und Dreck, das Brüllen mit den Kerlen oder das Tanzen. Allerdings beschränkt sich das Ganze größtenteils auf einen einzelnen Knopfdruck. Auch sind nicht wirklich viel mehr Interaktionen mit den Kerlen möglich - abgesehen vom gefressen werden.
Das Dorf hält aber noch weitere Überraschungen bereit. Je weiter ihr im Spiel fortschreitet, desto mehr schaltet ihr hier frei. Hierzu zählen Blumenbeete, Eulennester, Käfernester, eine Modellstadt und noch anderes. Diese Extras stellen euch vor kleinere Herausforderungen, durch die ihr weitere Belohnungen erhalten könnt beziehungsweise durch die ihr weitere Gegenstände sammeln könnt, die zu neuen Extras führen.
In der Geschichte, also außerhalb des Dorfes, dürft ihr euch nicht nur zu Fuß fortbewegen. Beispielsweise könnt ihr auf den wilden Kerlen reiten und so Gestrüpp durchbrechen oder weite Schluchten überspringen. Auch kommt ihr auf diese Weise viel schneller voran - nur Bremsen haben die Kerle nicht so drauf, so dass ihr gekonnt ausweichen müsst. Auch dürft ihr stellenweise ein Kanu lenken oder euch mit Federn durch die Lüfte schwingen. Die Fortbewegungsmethode wechselt im Grunde ständig, und bringt so die nötige Abwechslung ins Spiel.
Wo wohnen sie denn eigentlich???
Wo genau die Insel ist,
Wo die wilden Kerle wohnen, bleibt unbekannt. Wahrscheinlich in einer Fantasiewelt, die keinen Namen oder irgendwelche Koordinaten braucht. Die Welt besteht zum Großteil aus unberührter Natur und den Blockhütten der Kerle. Abgesehen von einem schwarzen Etwas, das die Insel zerstört, den wilden Kerlen und verschiedenen Käfern, die euch das Leben schwer machen wollen, scheint die Insel unbewohnt zu sein.
Ein ziemlich nettes Ambiente sorgt für fantastische Stimmung. Zwar bleibt die Atmosphäre insgesamt recht düster, doch niemals so, dass man Angst davor haben müsste. Selbst die kleineren Spieler können sich getrost an
Wo die wilden Kerle wohnen wagen. Die Grafik ist völlig in Ordnung - kein Meisterwerkt, doch definitiv auf dem neuesten Stand. Der Großteil der Orte ist liebevoll und detaillereich designed, so dass eigentlich alles miteinander harmonisiert. Das einzige Manko ist an diesem Punkt die Freiheit, die euch bei euren Streifzügen gelassen wird: Die ist stark eingeschränkt. Die „Hauptquests“, wenn man sie so nennen darf, sind zwar ganz nett, allerdings wird der Weg mehr als deutlich vorgegeben. Sich zu verlaufen ist unmöglich. Es gibt immer nur einen Weg, den ihr verfolgen könnt, und daher gelangt ihr auch immer an euer Ziel. Hier hätte man schon etwas mehr bieten können.
Neben der Grafik unterstützt auch die musikalische Untermalung die etwas düstere, aber fantastische Atmosphäre. Das Spiel bringt euch in eine fremde Welt, die der unseren zwar ähnelt, aber dennoch etwas Bezauberndes an sich hat. Zumindest solange, bis die wilden Kerle zu sprechen anfangen. Die Synchronsprecher sind zwar gut, und die Synchro passt in etwa auf die Mundbewegungen - allerdings sind die Texte sehr flach und stupide. Aber dies liegt wohl einfach daran, dass das Spiel auch für Kinder geeignet sein soll und da wären großartige Dialoge wohl eher fehl am Platz.
Was der König kann
Neben den verschiedenen Fortbewegungsmöglichkeiten, hat Max natürlich noch einiges mehr drauf, was ihn als König in
Wo die wilden Kerle wohnen legitimiert. Mit seinem Zepter verprügelt er diverse Käfer, die ihm an den Kragen wollen. Und natürlich auch schwarzen Schleim, der langsam die Insel zerstört. Max kann aber auch springen und an allen möglichen Ranken und Seilen empor- oder hinabklettern. Springen darf im Repertoire eines echten Adventure-Königs natürlich auch nicht fehlen. Wenn größere Gegenstände im Weg sind, muss Max lediglich dagegen schlagen und schon kommt ein wilder Kerl herbeigeeilt und zerschmetter beispielsweise den Stein oder wirft den Baumstamm um, damit Max darüber klettern kann.
Solltet ihr mal einen Sprung in die Tiefe machen, den ihr nicht überleben würdet, startet ihr einfach wieder an eurer Absprungstelle. Ätzendes Level-Neu-Laden oder „Game Over“ gibt es nicht. Dies hilft dabei, dass die wenigen Hauptaufgaben im Spiel recht schnell erledigt und Frustrationsmomente nahezu ausgemerzt sind.
Max ist darüber hinaus ein kleiner Sammler, der alles einsteckt, was er findet. Das ist allerdings nicht viel. Nur bestimmte Gegenstände können aufgelesen werden, wie beispielsweise bestimmte Steine oder Sterne, die vom Himmel gefallen sind. Wenn ihr genügend davon eingesammelt habt, könnt ihr, wie oben bereits erwähnt, Belohnungen im Dorf freischalten.
Auch hat Max in
Wo die wilden Kerle wohnen scheinbar einen grünen Daumen. Er macht sich alle möglichen Bäume zu Nutzen, indem er ihre Früchte benutzt. Beispielsweise kann er mit einem Wasserbaum andere, kleinere Pflanzen bewässern, die dann sofort in die Höhe schießen. So kann er sich seine eigene Ranke züchten, die ihn an höher gelegene Orte bringt. Oder aber er nimmt die Früchte des Pollenbaumes und bewirft damit die wilden Kerle, die sogleich in einen Hustenanfall verfallen. Manche lassen dabei sogar hin und wieder etwas anderes Nützliches fallen…