Blut spritzt, Köpfe rollen, Eingeweide werden malträtiert… Während sich Horrorfans und Gorefreunde an den haarsträubenden Gewaltorgien eines Psychopathen erfreuen, mag sich sogar manch hartgesottener Videospieler wieder von SAW abwenden. Konamis Filmlizenz-Spiel ist sicherlich nicht für zartbesaitete Gemüter. SAW: Das Spiel als unnötige Anreihung von Brutalitäten abzukanzeln, würde dem Titel jedoch nicht gerecht. Die Redaktion hat waagemutig einen Blick in die Welt von Detective Tapp geworfen. Mit erhöhtem Pulsschlag versuchen wir das Erlebte in diesem Testbericht aufzuarbeiten.
Es ist dunkel… natürlich! Die Situation erscheint wieder einmal ausweglos. In einem stinkenden Loch befinde ich mich – in der Rolle von David Tapp – in der Gefangenschaft des durchgeknallten Psychopathen Jigsaw. Wie schon in den vielen
SAW-Filmen, begrüßt uns dieser via TV-Bildschirm in seiner gewohnt liebevollen Art. Zu meinem Unwohlbefinden ist die Bewegungsfreiheit des Kopfes durch einen Todeshelm doch ein wenig eingeschränkt. Darf man den Aussagen des Psychopathen glauben schenken, sollte ich die Stahlfalle lieber möglichst schnell von meinem Haupt entfernen, um selbiges nicht gleich zu verlieren. Unter dem amüsierten Gelächter Jigsaws, zerre und reiße ich am Helm herum. Nach einem kurzen Quicktime-Event gelingt es mir mit letzter Kraft schließlich, das Stahlgebilde zu entfernen.
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Wenn nun in den Kinos bereits der sechste Kinofilm der
SAW-Reihe anläuft, bringt Konami zeitgleich das erste Videospiel zur erfolgreichen Horrorserie auf den Markt. Eine gute Wahl, sollte man meinen. Schließlich hat der japanische Publisher durch die
Silent Hill-Spiele schon einige Erfahrungen im Bereich des Survival Horrors sammeln können.
Für das Spiel zum Film haben sich die Kreativköpfe des Entwicklungsstudios auch nicht lumpen lassen und sich eine eigene Story ausgedacht. Kenner der Filmreihe werden sicherlich das ein oder andere Aha-Erlebnis haben, auch wenn es sich nicht um die Aufarbeitung eines Kinofilms handelt. Dafür ist es Konami gelungen die Originalstimme von Jigsaw für das Spiel zu gewinnen. Leider profitieren davon jedoch nur englischsprachige Videospielfans. Denn eine deutsche Synchronisation haben sich die Macher von
SAW gespart. Die deutschen Untertitel sind zwar weitgehend gut übersetzt, trösten aber nur bedingt über den Ausfall der deutschen Synchronstimme hinweg. Leider fällt die Schriftgröße der Texte recht klein aus, so dass das Lesen mitunter doch recht anstrengend ist.
~Schnitt~
Noch immer befinde ich mich in der stinkenden Höhle von Jigsaw. Nachdem ich mich schon durch einige Gänge des Gebäudes vorangearbeitet habe, stellt mich der Oberpsycho vor eine weitere grauenhafte Herausforderung. Verzweifelt rüttele ich die Eisentür, die mich aus meinem Gefängnis befreit. Vergeblich! Eine defekte Sicherung verhindert mein Weiterkommen in den nächsten Raum und blockiert die Tür. Irgendwo muss es doch einen Ausweg aus dieser verdammten Situation geben… Kaum habe ich diesen Gedanken ausgesprochen, meldet sich auch mein guter alter Freund Jigsaw wieder über einen Bildschirm. Netterweise hat er eine funktionierende Sicherung für mich im Raum hinterlegt. Diese befindet sich jedoch blöderweise in einer Toilettenschüssel, die mit Junkiespritzen zugemüllt ist. Es hilft alles nichts. Möchte ich Jigsaws Gefangenschaft entrinnen, muss ich wohl oder übel tief in den Spritzen wühlen. Ekelig!
~Schnitt~
Vergleicht man
SAW mit dem Genreprimus
Resident Evil so zeichnet sich Konamis Survival Horrorspiel durch einen erheblich höheren Rätselanteil aus. Dabei erweisen sich die kleinen Puzzles als durchaus smart, bleiben aber stets fair und hemmen den Spielfluss damit auch nicht allzu sehr. Im krassen Widerspruch dazu stehen die Kämpfe in
SAW. Diese gestalten sich leider meist äußerst zäh und träge. Durch das Drücken einer Schultertaste bringt ihr Detective Trapp in Kampfposition. Mit den Aktionstasten führt ihr dann entsprechende Angriffe oder Abwehrmanöver durch. Leider reagiert Mr. Trapp auf die eingegebenen Befehle in etwa so träge wie ein Spielredakteur auf Valium. Zum Glück hat sich Konami bemüht, die kämpferischen Auseinandersetzungen auf ein geringes Maß zu beschränken. Ein wenig Feinschliff an der Steuerung hätte dem Spiel sicherlich trotzdem sehr gut getan.
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Einige Minuten später finde ich mich in einem heruntergekommenen Operationssaal wieder. Erneut ist mir der Weg in den folgenden Gebäudetrakt versperrt. Wie nicht anders zu erwarten, lässt auch diesmal Jigsaw nicht lange auf sich warten. Via Monitor erläutert mir der Widerling sein neues sadistisches Spiel: Er hat den passenden Schlüssel erneut versteckt. Diesmal allerdings in lebender Materie, in einem der reglosen Körper auf den OP-Tischen. Aber in welchem? Dieser Frage werde ich auf den Grund gehen müssen… und zwar mit gezücktem Skalpell. Ob der Patient meinen operativen Eingriff jedoch überlebt?
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Die große Stärke von
SAW ist sicherlich die dichte Atmosphäre. Dem Spiel gelingt es auf jeden Fall Emotionen freizusetzen. Ob sich der Spieler diesen hingeben mag, steht auf einem anderen Blatt.
SAW strotzt wie schon die Filmvorlage nur so von widerwärtigen Barbareien und Splattereffekten. Dramaturgisch bleibt
SAW jedoch nur im Mittelmaß. Die düstere Atmosphäre wird in erster Linie durch die grausamen Ideen von Jigsaw bedient, weniger durch eine spannende Geschichte. Auch das Design der Gegner bewegt sich auf einem niedrigen Niveau, sie gleichen sich oftmals sehr und wirken – genauso wie der Protagonist – recht ungelenk.
Auf der technischen Seite zeigt
SAW ebenfalls Licht und Schatten. Die grafische Darstellung der Figuren ist durchwachsen und wird niemanden vom Hocker reißen. Die Räumlichkeiten der Irrenanstalt sind ebenfalls wenig abwechslungsreich. Immerhin sind die Lichteffekte – etwa bei der Verwendung des Feuerzeugs zum Ausleuchten der Umgebung - ganz gelungen. Richtig klasse hingegen ist die Vertonung von
SAW. Soundeffekte und musikalische Untermalung tragen gut zur Unterstreichung der düsteren Atmosphäre bei.
~Schnitt~
Immer noch bin ich unterwegs in Jigsaws Gefangenschaft. Mein Versuch den Schlüssel durch einen sauberen Schnitt mit dem Skalpell zu bergen, hat drei Menschen das Leben gekostet. Mein schlechtes Gewissen erdrückt mich beinahe, doch der Lebenswille treibt mich voran. Immerhin dient mir das Skalpell nun als Waffe gegen die durchgedrehten Patienten der Anstalt. Mit gezücktem Messer bewege ich mich langsam vorwärts. Schmerz! Als ich das Knirschen unter meinen nackten Fußsohlen spüre, ist es schon zu spät. Da Blut meiner Füße färbt die Glassplitter rot, die Jigsaws Helfer für mich auf dem Boden ausgelegt haben. Wenn ich dich nur erwische, Bastard!
Ein Markenzeichen der
SAW-Filme sind die fiesen Fallen. Denise stellt in ihrem
»Special die in ihrer Bösartigkeit originellsten Folter-Apparaturen vor. In unserer
»Movie-History könnt ihr euch außerdem über die einzelnen Kinofilme zu
SAW informieren.