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LIPS: NUMBER ONE HITS
 Test von Sebastian Hamers (27.10.2009) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Partyspiel Publisher:Microsoft
Termin:23. Oktober 2009 Entwickler:Inis

Kino und Videospiele verschmelzen immer weiter miteinander. Was heute gang und gäbe ist, wurde uns bereits in den 90er Jahren prognostiziert. Die Visionäre der damaligen Zeit hätten vielleicht aber doch noch einmal einen genauern Blick in ihre Glaskugel werfen sollen. Dann hätten sie möglicherweise erkannt, dass auch die Musikindustrie nicht mehr aus der Videospielwelt wegzudenken ist. Der Markt wird in diesem Jahr geradezu mit Musikspielen überflutet. Da die Verkaufszahlen nach wie vor stimmen, müssen wir uns um die Zukunft des Genres vorerst sicherlich keine Sorgen machen. Neben den komplexen „Band-Simulationen“ versorgt uns Microsoft indes mit einer weiteren Ausgabe der Xbox 360-Karaoke-Reihe Lips. In der GameRadio Redaktion haben wir fröhlich losgeträllert und mit unseren „Number One Hits“ die Charts erobert.


„Ich bin ein Rocker! Nein, ich werde nicht dieses Mikrofon nehmen und DJ Ötzi mimen!“ Dies waren meine letzten Worte, als mir unser Chefredakteur Micha die neueste Ausgabe von Lips unter die Nase hielt. Einige Minuten später hatte ich schon ein Mikro in den Händen:

„Hey hey Baby! Uhhh! Ahhh! I wanna knowhohoho… If you’ll be my görl!”

Über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten. Das dachte ich mir auch, als ich Lips: Number One Hits in geselliger Runde ausprobieren wollte. Dabei stellte sich schnell heraus, dass es die Mischung der Compilation durchaus in sich hat. Die Songauswahl von Lips ist so breit gefächert, wie irgend möglich. Neben besagtem DJ Ötzi (Weiche von mir!) haben auch Weichspülpop-Ikone Mariah Carey, die Alternativrocker von Coldplay oder Soullegende Marvin Gaye ihren Weg auf die Disc gefunden. Jeder Musikgeschmack wird bedient, was Lips: Number One Hits für jede Party rüstet.


Bewährte Spielmechanik

Im Vergleich zum ersten Teil, hat sich bei Number One Hits wenig geändert. Zum Originalvideo laufen die Lyrics von links nach rechts über den Bildschirm. Die eingeblendeten Balken geben euch einen vagen Anhaltspunkt über die Tonhöhe. Gelegentlich habt ihr zudem die Möglichkeit, eure Starpower zu aktivieren, die euren Score in ungeahnte Höhen schnellen lässt. Ausgelöst wird diese durch Bewegungen, die ihr mit eurem Mikrofon durchführt. Zwischenzeitlich fordert euch Lips: Number One Hits immer wieder auf, mit dem Mikro diverse Gesten durchzuführen, wie etwa das Spielen der Luftgitarre. Das sorgt in den Instrumentalphasen der Songs für eine gute Auflockerung. Spätestens seit Beginn der Wii-Ära muss sich ja auch niemand mehr schämen, wenn er wild gestikulierend vor dem Fernsehgerät herumhampelt.

Die kabellosen Mikrofone sind auch diesmal im Paket mit dem Spiel erhältlich. Gegen einen Aufpreis von etwa 20 Euro erhaltet ihr zwei bewegungssensitive, kabellose Mikrofone, die im Vergleich zu den USB-Mikros von Guitar Hero oder Rock Band sehr hochwertig wirken und gut in der Hand liegen. Der Discoeffekt ist ein weiteres witziges Zusatzfeature. Musikspielfans werden sich zudem über die Kompatibilität zu »Guitar Hero 5 und »The Beatles: Rock Band freuen.


Multiplayerspass bei Lips

Wie oftmals bei Musikspielen, liegt auch der Fokus von Lips: Number One Hits auf dem Mehrspielerpart. Hier hat sich Entwickler Inis einiges einfallen lassen, um dem Spiel mehr Abwechselung zu verleihen. So habt ihr die Möglichkeit, die einzelnen Songs in unterschiedlichen Minispielen zu verwursten. Im Modus „Zeitbombe“ füllt ihr durch das Treffen der Noten eure Wassergläser. Im unteren Bildschirm brennt die Lunte der Zeitbombe unerbittlich herunter. Durch das Schwenken des Mikrofons entleert ihr das angesammelte Wasser und müsst immer wieder versuchen, die brennende Lunte zu löschen.

Weiterhin dürft ihr natürlich auch zu zweit vor der Konsole losschmettern. Im Koop-Modus singt ihr im Duett, während ihr im Versus-Mode um den Highscore kämpfen dürft. Leider hat es Entwickler Inis versäumt, dem Spiel auch einen vernünftigen Onlinemodus zu verpassen. Zwar bietet Lips: Number One Hits allerhand Statistiken, die ihr mit Gott und der Welt vergleichen könnt, doch ein gemeinsames Singen via Internet bleibt euch leider verwehrt.


Erweiterbarkeit von Lips

Man kann nie genug Songs auf der Festplatte haben. Bei Musikspielen ist es längst üblich, die eigene Songbibliothek ständig zu erweitern. Rock Band, Guitar Hero oder SingStar haben es vorgemacht und mit Musikdownloads ein Vermögen umgesetzt. Auch Lips setzt auf die Erweiterbarkeit der Trackliste. Auf dem Marktplatz befindet sich bereits ein breit gefächertes Angebot von zusätzlichen Songs, die jeden Freitag um neue Inhalte ergänzt werden. Jeder heruntergeladene Song schlägt hierbei mit 160 MS-Punkten (ca. 2 Euro) zu Buche. Doch es geht auch anders. Microsoft bietet den Lips-Fans einen ganz besonderen Service. So könnt ihr mit ein paar einfachen Tastendrückern Songs von eurer Festplatte oder einem externen Speicher zur Lips-Trackliste hinzufügen. Leider bleiben euch dann jedoch Originalvideo sowie der Liedtext verwehrt. Immerhin erkennt das Spiel die Tonlage des Songs und wertet diese für den Score eurer Gesangsleistung aus.

Besitzer der ersten Lips-Episode werden zudem die Songs aus dem ersten Teil auch in der Setliste von Lips: Number One Hits wiederfinden. Ärgerlich ist jedoch, dass diese nicht einfach von der Festplatte eingelesen werden können, sondern der Spieler zum Discjockey degradiert wird. Wer also einen Song des Vorgängers singen möchte, sollte die entsprechende DVD bereithalten. Sehr nervig!


40 Nummer 1 Hits auf einer Disc

Abschließend möchten wir euch die gesamte Tracklist von Number One Hits natürlich nicht vorenthalten. Insgesamt bietet das Spiel eine kunterbunte Mischung quer durch die letzten 40 Jahre Musikgeschichte.

2Pac feat. Dr. Dre and Roger Troutman - California Love
Akon - Dont Matter
Aqua - Barbie Girl
Atomic Kitten - The Tide Is High
Beck - Loser
Black Eyed Peas - Dont Phunk With My Heart
Blondie - Heart of Glass
Bob Sinclar - Love Generation
Bobby McFerrin - Dont Worry, Be Happy
Colbie Caillat - Bubbly
Coldplay - Viva La Vida
Culture Club - Karma Chameleon
Cutting Crew - Died In Your Arms
DJ Ötzi - Hey Baby
Extreme - More Than Words
Fergie - Big Girls Dont Cry
Fine Young Cannibals - She Drives Me Crazy
James Morrison feat. Nelly Furtado - Broken Strings
Jason Mraz - Im Yours
Kanye West - Heartless
Lady Gaga - Just Dance
Lily Allen - The Fear
LL Cool J - Around The Way Girl
Mariah Carey - Touch My Body
Marvi Gaye - I Heard It Through The Grapevine
MC Hammer - U Cant Touch This
Nickelback - How You Remind Me
Pet Shop Boys - Always On My Mind
Plain White Ts - Hey There Delilah
Rihanna - Disturbia
Robbie williams - Millennium
Roxette - The Look
Roy Orbison - Oh, Pretty Woman
Scissor Sisters - I Dont Feel Like Dancin
Sugababes - Push The Button
Tears For Fears - Everybody Wants To Rule The World
The Beach Boys - I Get Around
The Cardigans - Lovefool
Timbaland feat. OneRepublic - Apologize
Tokio Hotel - Ready, Set, Go!

Zusätzlich zu den 40 Songs auf der Disc, liegt dem Spiel auch ein Download Code bei. Mit diesem dürft ihr ein weiteres Paket mit fünf Liedern vom Xbox Live Marktplatz herunterladen.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Sicherlich hat Microsoft mit "Number One Hits" das Rad des Musikspielgenres nicht neu erfunden. Im Vergleich zum Vorgänger sind die Neuerungen zudem eher marginal. Trotzdem hat "Lips" auch in seiner neuen Ausgabe allemal das Potenzial, eine lahme Party zu retten. Allerdings hätte Microsoft ruhig noch ein paar mehr "Number One"-Hits spendieren dürfen. Vierzig Songs sind meiner Meinung nach schon etwas dürftig, selbst wenn es sich nicht um ein Vollpreisspiel handelt. Für Musikspielfans, die noch nicht in Besitz der kabellosen Mikros sind, ist die Anschaffung von "Lips" aber auf jeden Fall eine Überlegung wert.
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Pro:
bunte Songmischung
heruntergeladene Songs sind kompatibel
zahlreiche Statistiken
partytauglich
toller Duett-Modus

Contra:
nur 40 Songs
kein gemeinsames Singen über Internet möglich
Discwechsel beim Spielen der Songs aus dem Vorgänger
wenig Auswahl aus dem Rockbereich


Offizielle Website:
 Xbox.com



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