Nachdem sich "Halo" Fans rund um den Globus über das Schicksal des Masterchief sorgen und sehnsüchtig auf das Add-On warten, ist es nun erstmal an der Zeit, die Vorgeschichte der preisgekrönten Xbox-Trilogie kennen zu lernen. In "Halo Wars" erfahren wir mehr über die Angriffe der Allianz, die Entdeckung der Flood-Zombies und die anderen Geschehnisse, die dazu führten, dass "Halo" so ist, wie es eben ist. Das neue "Halo"-Prequel ist jedoch nicht wie gewohnt ein knallharter Ego-Shooter, sondern ein nicht minder actionreiches Echtzeitstrategiespiel von den Ensemble Studios, die sich vor allem durch ihre "Age of Empires"-Reihe einen Namen in der Strategieszene machen konnten. Warum "Halo Wars" trotz simpelster Umsetzung ein Hit ist, lest ihr in unserem Test.
Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxies
Nein nicht ganz, denn wie "Halo"-Liebhaber wissen, dreht sich das beliebte Franchise um den Überlebenskampf unserer Menschheit, die sich gegen eine ausserirdische Bedrohung in der Zukunft zur Wehr setzen muss. Um genauer zu sein im Jahre 2552. "Halo Wars" spielt 20 Jahre zuvor und zeigt die Anfänge des Konflikts mit der Allianz, sowie die ersten Begegnung mit den teuflischen Alien-Parasiten, besser bekannt als die Flood.
Eure Aufträge erhaltet ihr dabei von Captain James Gregory Cutter, welcher das Kommando über das stärkste Schlachtschiff der Menschheit hat, der Spirit of Fire. Dieses Raumschiff kann während den Missionen auch aktiv ins Geschehen eingreifen und so z.B. Flächenangriffe gegen eure Gegner ausführen oder die eigenen Truppen heilen.
Kommen wir zur Hauptgeschichte, hierbei handelt es sich um ein typisches "Halo"-Szenario: Der Planet Harvest ist schwer umkämpft und wir sollen dafür sorgen, dass die bösen Ausserirdischen von dort verschwinden. Nun gut, ein bisschen mehr steckt selbstverständlich schon dahinter, so verfolgt die Allianz der Aliens dann doch etwas tiefgründigere Ziele und hier und da erwarten euch abwechslungsreiche Missionen, jedoch sollte man nichts Außergewöhnliches erwarten.
Für die Hardcore-Fans unter euch gibt es zudem noch eine detaillierte Zeitlinie zu begutachten, in der die wichtigsten Geschehnisse der Geschichte aufgezählt werden.
Volle Fahrt vorraus!
Die Grundfunktionen von "Halo Wars" sind so einfach, wie sie gut sind: Einheiten werden über A ausgewählt, mit X bewegen sie sich zum Zielort, B wird zum Abbrechen einer Aktion benutzt und über die Schultertasten können mehrere Einheiten bzw. alle Einheiten auf einmal angewählt werden. Die Spirit of Fire ist dabei über das Steuerkreuz des Xbox-Controllers aufrufbar.
Gebäude werden ganz im Stil von "
»Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde" auf vorher festgelegten Positionen um eure Festung herum platziert. Die Festung selbst ist zweimal erweiterbar und bietet mit jeder höheren Stufe auch mehr Plätze zum Ausbauen. Diese altbewährten Mechanismen setzt "Halo Wars" jedoch ausserordentlich gut um. Trotzdem kann man sagen, dass "Halo Wars" keine wirklichen Innovation ins Genre bringt.
Wobei... Einen kleinen Actionschub im ansonsten eher langsamen Spielablauf bringen die Spezialattacken. So gut wie jede Einheit im Spiel kann über Y einen Spezialangriff ausführen, so können die Warthog-Buggys z.B. mit voller Beschleunigung die gegnerrischen Fußtruppen überfahren. Die Infanterie startet hingegen einen verheerenden Granatenangriff.
In den 15 Einzelspieler-Missionen werden die Grundzüge des Spiels sehr gut und anschaulich erklärt, so dass jeder nach Beendigung der Kampagne bereit für Offline- und Online-Matches gegen KI und menschliche Gegner sein sollte. In diesen Modis gibt es unzählige Maps und auch erste Download-Content-Pakete wurden bereits angekündigt. In einem Gefecht wählt ihr einen von sechs Helden, drei auf der Seite der Menschen und drei aus der Allianz. Die putzigen Flood Parasiten sind aber leider nur in der Kampagne vertreten und können (noch) nicht im Gefechtsmodus genutzt werden.
Ein LAN- bzw. Online-Koop-Modus ist ebenso verfügbar. Damit könnt ihr die 15 Missionen der Kampagne zusammen mit einem Freund erleben.
Ein hell aufleuchtender Plasmastrahl
"Halo Wars" sieht wirklich gut aus! Die verschiedenen Explosionseffekte, die Vegetation der Maps, die Bewegungsanimationen der Einheiten, sowie Schuss- und Beschusseffekte können sich sehen lassen. Ein wahrer Augenschmaus sind jedoch nur die gerenderten Zwischensequenzen der Kampagne, die die Story vorantreiben und extrem gut aussehen. Das eigentliche Spielgeschehen sieht für einen Strategietitel zwar überdurchschnittlich schön aus, für die Grafik-Referenz reicht es aber leider nicht.
Dafür ist die Synchronisation zu loben, egal ob in den Zwischensequenzen oder aber direkt im Spiel, wenn z.B. Städte überfallen werden oder eine Einheit sich bereit zum Angriff meldet - die Sprecher haben den kleinen Figuren Leben eingehaucht und vermitteln damit eine packende Sci-Fi Atmosphäre, wie man sie von "Halo" gewohnt ist.
Einen bitteren Beigeschmack hat das Ganze jedoch: Dies ist das letzte Spiel der Strategieveteranen, denn Ensemble Studios gibt es nicht mehr. Immerhin haben die ehemaligen Mitarbeiter zum einen unter der Flagge von Microsoft das Studio Robot Entertainment gegründet um dafür zu sorgen, dass die Spieler eine Anlaufstelle für den Support von "Halo Wars" haben. Zum anderen ist aus anderen ehemaligen Mitarbeitern das unabhängige Entwicklerstudio Bonfire entstanden.