Mit "Race Pro" erwartet Rennspielfans ein Xbox 360-Exklusivtitel von den Experten SimBim Entertainment, die mit "»GTR" bereits ihr Können eindrucksvoll auf dem PC unter Beweis gestellt haben. Wie gut ihr Konsolen-Erstlingswerk ausgefallen ist, verrät unser Test.
Zahlen und Fakten
"Race Pro" beinhaltet 48 unterschiedliche Rennwagen, vom Mini Cooper bis zum BMW. Etwas kurios ist die Tatsache, dass der Packshot des Spiels mit 350 Rennboliden wirbt. Hier scheint wohl jede neue Lackierung als gänzlich neues Fahrzeug zu zählen. Im Spiel wurden sowohl Rund- als auch Stadtkurse integriert, wobei Letztere deutlich seltener vorkommen.
Nerviger Karrieremodus
Nachdem ihr den lieblosen Titelbildschirm gestartet habt, präsentiert sich euch das Menü. Zuerst empfiehlt es sich, eine Offlinekarriere zu starten, da ihr erstmal einige Rennwagen freischalten solltet, bevor ihr in der Meisterschaft antretet. Die Karriere besteht aus einem guten Dutzend an Verträgen, welche ihr nach und nach freischalten müsst. Pro Vertrag gilt es, an jeweils drei Rennen teilzunehmen und dabei mindestens Dritter in der Gesamtwertung zu werden. Je besser ihr abschneidet, desto mehr Boni (Fahrzeuge und Credits) erhaltet ihr. Mit Letzteren könnt ihr euch anschliessend in neue Verträge einkaufen. Um den Einkaufspreis zu verringern, könnt ihr wahlweise an einer Testfahrt teilnehmen. Bei dieser müsst ihr innerhalb eines engen Zeitlimits die Ziellinie erreichen, um so den Preis zu senken.
In der Meisterschaft erwarten euch dann 19 Wettkämpfe mit unterschiedlich vielen Rennen, die sich aber allesamt sehr ähneln. Doch da hier die künstliche Intelligenz um Längen fordernder ist und geschickter agiert, bleibt die "Meisterschaft" der beste und motivierendste Einzelspielermodus.
"Race Pro" besitzt erfreulicherweise einen grossen Multiplayerpart. Online erwarten euch heisse Verfolgungsjagden mit bis zu zwölf Teilnehmern, während euch offline nur ein Hot-Seat-Mode zur Verfügung steht. Hier könnt ihr euch entscheiden, ob ihr zusammen mit einem menschlichen Spielpartner die Kontrolle über ein oder zwei Fahrzeuge haben wollt. Bei der ersten Variante, wechselt ihr jeweils alle 30 Sekunden das Lenkrad mit eurem Mitspieler. So funktioniert auch die zweite Variante, jedoch besitzen hier beide Spieler ein eigenes Fahrzeug und der Computer übernimmt währenddessen die Kontrolle über den anderen Rennwagen.
Gelungene Fahrphysik
Genug der Theorie. Wie sieht es in der Praxis aus? "Race Pro" setzt komplett auf einen Simulationsansatz. Umso mehr erfreut es, dass die Fahrphysik sehr gut gelungen ist. Weniger gut ausgefallen ist die künstliche Intelligenz. Im Karrieremodus werdet ihr schnell unterfordert, da auch Neulinge den Gegnern sofort davonfahren werden. Zum Glück sind die Duelle im Meisterschaftsmodus da schon wesentlich fordernder.
Im Allgemeinen beinhaltet "Race Pro" drei verschiedene Schwierigkeitsgrade. Einsteigern stehen alle Fahrhilfen sowie die einblendbare Ideallinie zur Verfügung. Im mittleren Schwierigkeitsgrad fallen die Fahrhilfen weg, die Ideallinie könnt ihr euch aber weiterhin einblenden lassen. Erst im Profi-Schwierigkeitsgrad seid ihr ganz auf euch gestellt. Schade, dass die Ideallinie wie angemalt auf der Strecke liegt und sich nicht eurer Fahrweise anpasst. So ist sie spätestens nach einigen Trainingsrunden überflüssig.
Veraltete Optik
In punkto Grafik ist "Race Pro" nicht mehr zeitgemäß. Stellenweise starkes Tearing, viele Pop-Ups und ständiges Kantenflimmern sollten heutzutage nicht mehr auftreten. Die Rundkurse wirken zudem etwas leblos. Zumindest bei den Stadtfahrten kann sich die Optik aber sehen lassen. Beim Sound hingegen überzeugt "Race Pro" mit authentischen Motorenklängen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
