"Mortal Kombat" ist zurück, und das auf eine perfide Art und Weise, an die man niemals denken würde. Der neuste Teil der MK-Reihe hat doch tatsächlich eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Das ein "Mortal Kombat" Teil jemals ohne Probleme durch eine solche Prüfung kommt, und nicht sofort „Kunde“ der BPjM wird, hätte vermutlich nicht einmal Midway selbst gedacht. Aber keine Angst, ihr blutgierenden "Mortal Kombat"-Fans dieser Welt. Auch in "Mortal Kombat vs. DC Universe" wird nicht gänzlich auf den roten Lebenssaft verzichtet!
Midway Kombat vs. Finanzkrise Universe
"Mortal Kombat vs. DC Universe" soll dem angeschlagenen Publisher Midway wieder etwas auf die Beine helfen. Um also einen finanziellen Erfolg für sich verbuchen zu können, ist die Qualitätskontrolle ein wichtiger Bestandteil eines potenziellen Erfolgs. Wie es um die Qualitäten von "Mortal Kombat vs. DC Universe" bestellt ist, wollen wir uns deswegen nun etwas genauer anschauen.
Fight!
Das spielerische Herz von "Mortal Kombat" teilt sich, wie ihr schnell merken werdet, in zwei Teile. Zum einen in den Arcade Modus - der Name ist Programm: Sucht euch euren favorisierten Recken aus und vermöbelt einen Kämpfer nach dem anderen, bis ihr irgendwann den Abspann eures Kämpfers genießen könnt. Die andere Seite der Medaille besteht aus dem Story-Modus. In diesem wird beleuchtet, wie es zu dem Umstand gekommen ist, dass die Heroen aus dem DC Universum auf die "Mortal Kombat"-Prügelknaben treffen. Für die Ausarbeitung der Story zeichnet sich der bekannte Comic Autor Jimmy Palmiotti verantwortlich. Dieser ist beispielsweise durch die Arbeit an Comics wie Deadpool, Hawkman oder auch The Monolith bekannt geworden.
Um also der Story folgen zu können, muss anfänglich gewählt werden, auf welcher Seite ihr stehen wollt. Wählt also den Geschichtsstrang des Mortal Kombat Universums oder den des DC Universums. Entscheidet ihr euch für die DC Helden, werdet ihr sogleich in einen Konflikt geführt, in dem der stärkste aller Unterhosen-Träger (Superman) einen brandgefährlichen Kampf mit dem ultrabösen Darkside führt. Im verlaufe dieses Kampfes kolabiert das Dimensions-Tor, in dem Darkside gerade den Rückzug antreten wollte. Daraufhin fängt der ganze Schlamassel erst so richtig an. Dieser Kollaps bewirkte, dass die beiden Universen anfangen zu verschmelzen. Zu allem Überfluss hat dieser Verschmelzungseffekt zum einen den negativen Aspekt, dass urplötzlich Kämpfer wie Sub-Zero, Scorpion oder Shang Tsung auf der DC-Erde landen und dort mit den heimischen Superwesen kämpfen. Andersrum passiert es natürlich auch, dass DC-Helden und Schurken im MK-Universum auftauchen und einen kleinen Krieg vom Zaun brechen.
Deadly Alliance
Wäre dies nicht alles schon schlimm genug, geht mit der Verschmelzung der Universen ein zunehmender Wahn oder auch Kampfeswut einher. Gerade noch friedliche Helden können nicht mehr an sich halten und müssen einfach kämpfen. Wie es immer so kommt, versuchen die Helden und Schurken beider Universen, ihre Welt zu schützen. Joker, Deathstroke oder auch Lex Luthor schließen Waffenstillstand mit den DC-Helden um die drohende Verschmelzung zu verhindern. Am Ende steht die alles entscheidende Schlacht "Mortal Kombat vs. DC Universe" an. Wählt man zu Beginn des Spiels die Seite der "Motal Kombat"-Krieger, dann wird die Story weitesgehend identisch erzählt, nur eben aus der Sicht des "Mortal Kombat"-Universums. Wie auch immer ihr euch entscheidet, am Ende steht die Schlacht der Universen bevor, an deren Ende das ultimativ Böse steht...
Finish Him...!
Nicht nur Story-technisch geht der neuste "Mortal Kombat"-Teil etwas andere Wege. Auch das Kampfsystem wurde ein wenig gestrafft und vermittelt dadurch den Eindruck, dass sich die Prügelei nun flotter spielt als in den den letzten beiden Vorgängern. Natürlich ist die erste Devise noch immer, den feindlichen Kontrahenten mit so derben Schlägen einzuheizen, dass dieser nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Um auch dabei etwas neues zu bieten, gibt es spezielle Techniken die abseits von serientypischen Spezialmanövern etwas Abwechslung in den Beat´m Up Alltag bringen. Dabei wären z. B. der „Freefall Kombat“ oder der „Klose Kombat“ zu nennen. Befindet man sich in einem dieser Kampftechniken, muss man mittels Tasten-Druck den Gegner mit Schlägen eindecken. Das besondere daran ist, dass das „Opfer“ ebenfalls diese Tasten drücken kann. In diesem Fall wird euch mit einem schnellen Konter die Luft genommen.
Als sehr spielentscheidend hat sich der neue Rage-Modus herausgestellt. Dieser stellt konform zum Story-Modus die blinde Wut der Spieler dar. Staut also genug „Wut“ in eurer Rage-Anzeige auf, um diesen Modus zu aktivieren. Kaum ausgelöst, werdet ihr regelrecht zum Berserker und jeder gelandete Treffer erzeugt doppelt soviel Schaden wie gewöhnlich. Nutzt man diesen Modus also taktisch klug, kann man ein sicher verlorenes Match noch eimal herumreissen. Dieses Feature sorgt also für einen Funken Taktik, ist allerdings auch oft die Ursache für frustige Momente. Frustig immer dann, wenn ihr selbst Opfer eines in Rage geratenen Aushilfsberserkers werdet.
Fatality, Heroic Brutality.. ein bisschen Blut muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein!
Viele Fans von "Mortal Kombat" befürchteten, dass durch den Einsatz der DC-Charaktere das liebgewonnene Blut-triefende Spielvergnügen zu einem weichgespülten Unterhosen-Spielchen für Ponyhof-Fans mutieren würde. Diesen Fans kann man ganz klar eine Entwarung geben. "MK vs. DC Universe" ist immer noch recht brutal und es geht zu jeder Zeit gut zur Sache. Es gibt immer noch die gefürchteten Fatality-Moves und sogar die Helden des DC-Universums bekamen die sogenannten Heroic Brutality Moves spendiert. Nur, und das muss man zugeben, hat man trotzdem ganz deutlich die Zügel angezogen. Ja, es ist brutal, aber die Brutalität wurde um einige Stufen zurückgefahren. Alles in allem kann "MK vs. DC" dadurch nicht ganz den (gutgeimeinten) Trashfaktor seiner Vorgänger treffen.
Auf auf und davon!
Technisch ist "Mortal Kombat" zwar gelungen, kann aber keine neuen Standards setzen. Ärgerlich sind die krassen Unterschiede bei der optischen Gestaltung der einzelnen Kämpfer. Da sieht man einerseits butterweiche Animationen, die sich wirklich sehen lassen können. Wenn der Joker beispielsweise wie verrückt durch die Arenen torkelt, kann man dies als gelungen bezeichnen. Andere Bewegungen sehen dafür aus wie aus dem vorigen Jahrtausend. Besonders niedrige Attacken aus der Hocke sind extrem hölzern. Dies ist allerdings ein Misstand, der die MK-Reihe schon seit Jahren plagt. Ob dies vielleicht nur ein kranker Runnig Gag ist? Diese Frage wird mich noch die ein oder andere Nacht kosten. Wie dem auch sei, grafisch kann man nicht allzu viel meckern, allerdings ist "MK vs. DC Universum" auch nicht vom Kaliber eines "Soul Calibur IV", dazu fehlt leider einfach noch eine Menge. Auf die Ohren gibt es eine trashige deutsche Synchronisierung, die man entweder lieben oder hassen wird. Comic- und "Mortal Kombat"-Fans werden dabei aber bestimmt ihren Spaß haben. Meckern muss man auch über die zu schwammige DigiPad-Steuerung. Dass das 360-Pad nicht das beste Eingabemittel für feinste Beat´m Ups ist, dürften viele schon gemerkt haben. Auch "MK vs. DC" hat mit dem Pad zu kämpfen. Es kam öfter mal vor, dass Eingaben einfach nicht gelingen wollten, weil das Steuerkreuz sie nicht so erkannt hat, wie es eben hätte sein sollen.