Endlich ist es soweit: Das Star Wars Film-Sextett wird durch den dritten und letzten Teil komplettiert. Sextett und der dritte ist der letzte Teil? Zugegeben, es dauert ein wenig nachvollziehen zu können, wie und warum Episode IV-VI erst 20 Jahre später eine Vorgeschichte erhalten, doch die Materie ist äußerst komplex und bietet Stoff für zahlreiche Medien in noch mehr Ausführungen. Da ist dann auch wenig verwunderlich, dass das große „Finale“ abermals mit einem Videospiel ergänzt wird. Ob das Spiel aber auch ein angemessenes Gegenstück zum Film ist oder lediglich Profit aus dem puren Namen schlagen will, erfahrt ihr in unserem Review.
Es war einmal in einer weit, weit entfernten Galaxie…
In der Umsetzung des Filmes tretet ihr in die Fußstapfen des Helden Obi-Wan Kenobi sowie dessen Padawan Anakin Skywalker. Abwechselnd bestreitet ihr somit 16 Levels (+ sechs Bonusmissionen) und lehrt den euch Entgegentretenden was es heißt ein Jedi zu sein.
Glücklicherweise ist das Spiel lediglich an den Film angelehnt und ihr spielt nicht sämtliche Überraschungen nach, die der Blockbuster für euch bereithält. Dennoch muss nicht auf originale Filmszenen verzicht werden, denn mit über 12 Minuten tollem Bildmaterial sowie Cutscenes in Spielgrafik werden die Missionen zu einem großen Ganzen verbunden.
Wie der Film setzt das Spiel direkt in der Schlacht über Coruscant ein, die durch die Entführung des Kanzlers ausgelöst wurde. Nachdem unser Pärchen mehr oder weniger elegant auf dem Zielraumschiff gelandet ist, müssen zwangsläufig die Lichtschwerter gezückt werden, da die Gegner in Form von Droiden das Feuer eröffnen. Hier kommt ihr dann auch schon wortwörtlich ins Spiel: Am unteren Bildschirmrand werden nach und nach die verschiedenen Befehle eingeblendet und wir lernen schnell, dass ein Lichtschwert einen Schuss vom Gegner nicht nur blocken kann, sondern darüber hinaus fähig ist, diesen zu der Quelle zurückzulenken. Durch ein paar getimte Drücke auf „L“ ist die erste Angriffswelle überstanden und wir folgen Meister Kenobi, der uns mit Rat und Tat zur Seite steht.
Schlussendlich finden wir den Kanzler und bewerkstelligen schließlich auch eine erfolgreiche Flucht. Im weiteren Spielverlauf besucht ihr noch so bedeutungsvolle Orte wie den Jedi-Tempel, Utapau oder Mustafar.
The Collective hat es also glücklicherweise geschafft trotz all der Parallelitäten zum Film nicht allzu viel preiszugeben, sodass der Kinobesuch nach dem Durchspielen immer noch spannend ist. Vielmehr ergänzt das Spiel den Film und nicht selten nickt man leise lachend wenn man zwei Filmszenen mit dem Wissen aus dem Spiel in Verbindung bringen kann.
Star Wars = Special Effects
Wie das offensichtliche große Vorbild „Der Herr Der Ringe“ versteht sich Episode III als ein zünftiges Hack’n’Slay-Spiel. Dieses Genre ist schließlich nahezu prädestiniert für derartige Filmumsetzungen, da die vom Fan erwünschte Atmosphäre ohne nennenswerte Probleme geboten werden kann. So wurde vor allem der Gestaltung der Charaktere viel Aufwand gewidmet. Sämtliche im Film vorkommende Personen können mit einem Blick identifiziert werden und selbst die verschiedenen Animationen wirken ebenso charakteristisch.
Die eigentliche Film-Atmosphäre entsteht aber durch die interaktiven Locations und die Hintergründe, in denen stets anderweitige Action tobt. Während ihr euch in den ersten Levels durch den Raumfrachter kämpft, könnt ihr beispielsweise die imposante Schlacht außerhalb des Schiffes durch dessen transparente Verkleidung beobachten. Ein weiteres gutes Beispiel für die Interaktivität und zugleich ein besonderes Schmankerl für Fans: Sollte ein Lichtschwert im Eifer des Gefechtes mal durch ein Geländer schneiden, wird dieses mit dem aus dem Duell zwischen Luke Skywalker und Darth Vader bekannten Leuchteffekt durchtrennt.
Derartige Auffälligkeiten ziehen sich durch das gesamte Spiel und wenn man es mit offenen Augen und Ohren bewältigt, erkennt man, wie findig die Lizenz (wieder einmal) genutzt wurde.
Authentischer Sound
Dass neben der Grafik auch ein ordentlicher Sound geboten werden kann, wurde extra das Soundstudio „Skywalker Sound“ konsultiert, was sich auch im finalen Spiel niederschlägt. So bekam jede Waffe ihre individuellen Sounds spendiert, allen voran natürlich das Lichtschwert mit seinem kultigen Brummen. Weiterhin durfte man sich an der originalen Filmmusik bedienen, die das Geschehen in Dolby Digital 5.1 passend begleitet.
Etwas kurios: Während die Filmausschnitte nur deutsch untertitelt, nicht aber nachsynchronisiert wurden, bekommt man in den Ingame-Sequenzen die deutschen Originalsprecher zu hören. Warum der Vollständigkeit halber nicht die Szenen aus der zeitgleich zur Englischen erscheinenden deutschen Version verwendet wurden, können wir uns nicht erklären. Sobald man sich aber an den Sprachenwechsel gewöhnt hat, kommt ebenfalls das Star Wars-Feeling auf.
Die Macht ist stark in dir
Aber was nützt das beste Feeling wenn das Gameplay nicht stimmt? „Warum, ist doch in Ordnung!“ – Nun gut, ziehen wir alle kurz die Fanbrille ab. – „Ach so, nichts natürlich!“. Stimmt, und daher betrachten wir zu guter Letzt wie sich das Ganze denn nun spielt. Wie erwähnt ist es eure Aufgabe die zahllosen Gegner in ihre Bestandteile zu zertrümmern. Hierzu könnt ihr euch entweder für den Nahkampf entscheiden oder aber eure Geisteskraft, die Macht, benutzen. Da natürlich ersteres im Vordergrund stehen soll, steht die Macht nur in einem bestimmten Kontingent zur Verfügung, das sich aber langsam regeneriert. Neben den authentischen Schlagcombos steht es euch somit frei, den Feind per Telekinese wegzuschleudern, einfach temporär zu betäuben oder euer Lichtschwert wie einen Bumerang zu werfen. Stellenweise müssen in vorgesehenen Bereichen zudem Türen geöffnet oder Trümmer aus dem Weg geräumt werden.
Da mit jedem Level der Schwierigkeitsgrad ansteigt, müssen zwangsläufig auch eure Fähigkeiten verbessert werden. Hierzu sollten altbekannte Erfahrungspunkte gesammelt werden, die umso höher ausfallen, je geschickter ihr die Droiden aus dem Weg räumt. Die EP können zwischen den Levels umgehend auf acht verschiedene Gebiete verteilt werden und so mausert man ich mit fortschreitendem Spielverlauf von einem einfachen Jedi zu einem erfahrenen Jedi-Meister.
Jedis führen kurze Leben...
Dass dieser Vorgang viel zu schnell vorbei ist, merkt man leider erst, nachdem man den Abspann gesehen hat. Der kurz(weilig)e Spaß wird glücklicherweise durch einen Mehrspielerpart bereichert. Im Gegner- oder alternativ im Koop-Modus können Freunde ins Spiel eingebunden werden. Im Duell tretet ihr in zuvor freigespielten Arenen gegeneinander an und schlagt euch die Lichtschwerter nur so um die Ohren, während ihr im Koop fünf Bonusmissionen bestreiten dürft. Dieser ist einmalig zwar ganz unterhaltsam, doch wäre es sicherlich spannender gewesen, den gesamten Einzelspielerpart mit einem Partner zu bewältigen. Dennoch ist nicht zuletzt dank der zahlreichen, freischaltbaren Artworks für Langzeitmotivation gesorgt.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
