Die Krome Studios, die sich auch schon um die Wii-, PS2- und PSP-Fassungen des Titels "»Star Wars: The Force Unleashed" gekümmert haben, bringen mit "Star Wars: The Clone Wars" nun ein Spiel zu der bald im Privatfernsehen ausgestralten, gleichnamigen Animationsserie, zu der auch der Kinofilm gehört. Ein Spiel mit so einem großen Namen kann von uns natürlich nicht ungetestet bleiben.
Begonnen der Angriff der Klonkrieger hat.
Mit diesem Satz endet Episode II, am Anfang von Episode III ist der Krieg im vollen Gange und der Kanzler in der Gewalt der Seperatisten. Die riesige Lücke zwischen den beiden Teilen soll die Serie "The Clone Wars" füllen. Diese ehrenvolle Aufgabe hat auch das Videospiel. Jedoch wird die Geschichte nur angeschnitten, denn im Spiel geht es ausschließlich ums Kämpfen.
Ich hab da ein ganz mieses Gefühl...
Anstatt mit "Star Wars: The Clone Wars" einfach das Prinzip von "
»The Force Unleashed" wiederzuverwenden, haben sich die Entwickler entschieden, daraus ein Beat'em Up zu machen. Es gibt also keine Levels mit Gegnerhorden, sondern nur Arenen, in denen sich die zwei Gegner bekämpfen, bis einer den Löffel abgibt. Gesteuert wird dabei mit Wii-Fernbedienung und Nunchuk. Während ihr mit der Wiimote euer Schwert kontrolliert, indem ihr sie schnell zur Seite, nach vorne, oben oder unten bewegt, ist das Nunchuk für die Macht zuständig. So schüttelt ihr diesen, um Gegenstände, die ihr mit dem C-Knopf hebt, auf den Gegner zu werfen oder als Jedi Fähigkeiten wie den Machtschub auszulösen. Die Steuerung reagiert eigentlich ganz gut, hat jedoch unregelmäßige Aussetzer, was die Erkennung eurer Bewegungen angeht. So vermasselt ihr manchmal Kombos, von denen jeder Charakter fünf hat, manchmal zu Unrecht. Der größte Minuspunkt im Kampf ist jedoch das viel zu starke Blocken. Es gibt keine Würfe, die hier weiterhelfen. Schläge, die den Gegner immer verletzen, sind so langsam, dass beide Spieler gleichzeitig wieder in der Lage sind, anzugreifen.
Als Einzelspieler habt ihr in "Star Wars: The Clone Wars" eher weniger zu entdecken: Da wäre Erstens die Kampagne, in der es gilt, die Story des Films nachzuspielen. So gibt es vor jedem Kampf eine Sequenz aus der Kinovorlage zu sehen und ein Sprecher erklärt euch die Situation. Er versucht zwar Spannung zu erzeugen, doch sein Erzählstil passt eher zu Kinderserien. Außerdem hat er leider Probleme mit der korrekten Aussprache der englischen Namen, was unnachvollziehbar macht, warum die Wahl auf ihn gefallen ist. Weiterhin ist die Kampagne nach etwa einer Stunde durchgespielt und hat keinen Wiederspielwert, da ihr von der Story nichts Neues erfahrt und die Kämpfe gegen die CPU genau so im "Freien Spiel" ausgetragen werden können.
Neben der Kampagne gibt es noch den Schlachtmodus, in dem ihr einfach mit einem Charakter eurer Wahl nacheinander gegen alle Anderen kämpft. Dieser motiviert leider nur mäßig, da er sich ziemlich in die Länge zieht und nicht einfach unterbrochen und zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden kann. Außerdem könnt ihr hier nur neue Farben für eure Charaktere freischalten. Wesentlich mehr zu holen gibt es im Herausforderungenmodus, der pro Charakter vier Missionen im Stil von "Besiege Anakin mit mindestens drei Kombos" bereithält. Hier dürft ihr euch über Belohnungen wie neue Charaktere und Arenen freuen. "Freies Spiel" und "Schnelles Spiel" sind einfache Kämpfe gegen die CPU. Diese verhält sich je nach Charakter anders und stellt auf höheren Schwierigkeitsgraden eine echte Herausforderung dar.
Zwei Jedi sollt ihr sein!
Doch auch im Mehrspielermodus unterhält "Star Wars: The Clone Wars" nicht sehr lange. Hier gibt es auch nur die Modi "Freies Spiel" und "Schnelles Spiel", einen Teammodus oder sonstige Variationen sucht ihr vergeblich. Die schlechte Menüsteuerung sorgt für häufiges, ungewolltes Zurückkehren ins Hauptmenü. Hinzu kommt, dass vor allem Neulinge im Spiel sofort mit dem Button-Mashing - oder eher dem unkontrollierten Rumgefuchtel anfangen werden. Seinen Skill kann man in anderen Spielen besser Beweisen. Mit nur 10 Charakteren fehlt dem Titel auch die Abwechslung, die es bräuchte, um über einen größeren Zeitraum hinweg zu motivieren.
Lass dich nicht von deinem Auge lenken, vertraue der Macht!
Grafisch gibt es wieder einmal das Klassische zu bemängeln: verwaschene Texturen und Kantenflimmern fallen sofort ins Auge, dafür läuft das Spiel wenigstens flüssig. Was jedoch überhaupt nicht geht, sind die Ladezeiten vor den Kämpfen. Dafür bieten dann auch die Arenen zu wenig. Es gibt zwar einige Gegenstände, die sich mit Hilfe der Macht auf den Gegner werfen lassen, sonstige Details sind eher rar gesäht. Apropos Arenen: Bei den meisten Arenen ändert sich der Schauplätz nach dem ersten Kampf der Best-Of-Three-Auseinandersetzungen. So wird in einer kleinen Sequenz der Raum gewechselt oder ein Charakter flieht, der andere folgt ihm. Prinzipiell eine nette Idee, jedoch wurde bei der Umsetzung geschlampt. So fährt der besiegte Charakter zwischen Kampf Eins und Zwei sein Laserschwert drei Mal ein und aus. Ähnliches ist in manchen Modi zu beobachten, in denen dann ein endgültig besiegter Gegner einfach wieder aufsteht. Hier könnte man meinen, die Entwickler hätten das Spiel nicht selber getestet, denn solche Fehler fallen einfach störend auf.
Beim Sound gibt es auch wieder gute Ansätze, die schlecht umgesetzt wurden: So hört ihr zwar die Synchronsprecher aus den Filmen, jedoch machen die ihrer Berufsbezeichnung keine Ehre. Oft bewegen die Charaktere stumm die Lippen oder werden zum Bauchredner. Jeder Kämpfer hat speziell auf jeden Gegner abgestimmte Kommentare. So beschimpft Ahsoka Asajj Vantress als "glatzköpfige Sumpfhexe", während sie ihrem Meister Plo Koon während des Kampfes ihren Respekt beteuert. Leider wiederholen sich die Kommentare sehr schnell. Die Musik zieht im Wettstreit mit den Soundeffekten den Kürzeren; Das Surren der Laserschwerter ist stets im Vordergrund.