Nach "Trauma Center: Second Opinion" geht es nun mit "Trauma Center: New Blood" in die nächste OP-Runde auf Nintendos Heimkonsole. Nachdem die Serie bisher dadurch bekannt wurde, dass der Schwierigkeitsgrad selbst auf „easy“ einem "Mega Man"-Titel Konkurrenz machen konnte, dürft ihr nun gespannt sein, ob bei "Trauma Center: New Blood" mehr Frust als Lust aufkommt oder ob die Operation doch noch ein gutes Ende findet.
Neues Spiel, neues Glück
Die beiden aufstrebenden Ärzte Dr. Blaylock und Dr. Vaughn sieht man zu Beginn des Spiels im weit entfernten Alaska. Wo sie in eisiger Kälte ihr Können als weiße Engel unter Beweis stellen. Jedoch muss die Klinik im hohen Norden geschlossen werden und so kommt es, dass das eingespielte Team zurück ins Krankenhaus von Dr. Wilkens muss. Dieser leidet an einer geheimnisvollen Krankheit – Stigma. Und er hofft darauf, dass die „heilenden Hände“ seine letzte Chance aufs Überleben sichern. Jedoch weiß Dr. Vaughn mehr von diesem Virus, als er zunächst zugeben will. Die beiden Protagonisten verbindet jedoch noch mehr als nur ihre Leidenschaft an der Medizin. Beide verfügen über „die heilende Hand“. Mit dieser ist es möglich, die Zeit in für den Patienten gefährlichen Situationen, anzuhalten und somit nochmal das Ruder herumzureißen.
Die Geschichte rund um die Halbgötter in Weiß, werden in liebevoll und hübsch gezeichneten Anime-Sequenzen erzählt. Zusammen mit der englischen Sprachausgabe kommen diese sehr lebendig rüber.
Schwester, Tupfer bitte
"Trauma Center: New Blood" gehört wohl definitiv zu den Spielen, bei denen die Steuerung nicht besser auf Nintendos Wii passen und funktionieren könnte. Via Controll-Stick des Nunchuk werden die einzelnen Instrumente ausgesucht. Egal ob Sauger, Skalpell, Laser oder Ultraschall – mit einem Daumendreh ist alles griffbereit. Aber auch die Remote beherrscht ihr Einsatzgebiet bestens. Damit führt ihr Schnitte mit dem ausgesuchten Skalpell aus, oder macht euch mit dem Ultraschallgerät auf die Suche nach Tumoren. Dabei kommt die Pointer-Funktion der WiiMote natürlich sehr gelegen. Aber auch ein Zusammenspiel eurer Handwerkzeuge ist ab und an erforderlich. So zum Beispiel, wenn es darum geht, euren Patienten mit dem Defibrilator ein paar Schocks zu verpassen. Nur mit einem perfekten Timing, wird es euch gelingen, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.
Puls 30, Blutdruck systolisch
Wer nun aber denkt, er könne es sich auf der Couch gemütlich machen und in aller Seelenruhe die Operationen führen, der täuscht sich gewaltig. Denn fangen die Vitalwerte eures Patienten erstmal an zu sinken, ist äußerste Vorsicht und Konzentration geboten. Ihr müsst schon auf Zack sein, um herauszufinden was denn nun wieder nicht stimmt, um dann ganz schnell zu reagieren und die richtige Maßnahmen einzuleiten. Indessen ermahnt euch die Schwester immer wieder, dass Wunden zu stark bluten, die Vitalwerte weiter sinken, oder ihr vorsichtiger mit den Instrumenten agieren solltet. Das Herz eures Schützlings schlägt immer langsamer, die Zeit fliegt davon, das Wort „Kritisch“ erscheint immer roter und größer auf dem Bildschirm bis, ja bis eurer Patient dann letztlich stirbt. Anschließend könnt ihr euren Beruf als Arzt an den Nagel hängen. So heisst es jedenfalls nach eurem Versagen als Arzt, in einer Endsequenz. Und diese werdet ihr öfter sehen als euch lieb ist. Hier bleibt euch nur ein wenig Geduld und ein Neustart der entsprechenden Operation.
Die Vorgänger von "Trauma Center: New Blood" wurden besonders durch ihren hohen Schwierigkeitsgrad bekannt. Dieser hat dem ein oder anderen Zocker den Spielspaß schonmal fast gänzlich genommen. Auch bei "Trauma Center: New Blood" ist der Anspruch, trotz Auswahlmöglichkeit zwischen easy, normal und schwer, recht hoch. Aber mit viel, sehr sehr viel Übung, dürfte eurer Karierre dennoch nichts im Weg stehen. Unfair wird das Spiel dabei in keinster Weise, es liegt also einzig an eurem Talent als Arzt oder eurem Training als Zocker, ob ihr es auch bis zur letzten OP schafft.
Nur gemeinsam sind wir stark
Wo passt diese Floskel besser, als in einem Operationssaal? Stark ist auch der richtige Ausdruck für den Multiplayer-Modus. Denn ebenso gut wie die Steuerung, ist der Spaß, zusammen mit einem Kollegen die Behandlungen durchzuführen. Beide Ärzte haben in diesem Fall die gleiche Handlungsfreiheit. Schneiden, saugen, lasern - alles geht gleichzeitig. Nur ist es doch sehr sinnvoll, wenn ihr euch mit eurem Partner absprecht, wer welche Aufgaben übernimmt. Nur durch richtige Absprachen kommt ihr gemeinsam und schnell ans Ziel. Ein weiterer Vorteil des Coop-Modus ist die Tatsache, dass die Aufgaben zu zweit leichter zu lösen sind. Während einer das Blut absaugt, kann der andere die Wunde gleich danach vernähen. Seid ihr also ein eingespieltes Team, ist es ein Leichtes die fünf Kapitel zu bewältigen. Im Einzelspieler-Modus solltet ihr lieber eine Flasche Baldrian bereit halten, um Wutanfällen vorzubeugen.
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