Bereits im vergangenen Jahr versuchte EA mit dem Sing- und Tanzspiel "»Boogie" einen Konkurrenten zum Genrekönig "SingStar" auf die Bühne zu stellen. Aufgrund des monotonen Gameplays im Tanzteil scheiterte der Publisher aber kläglich. Mit "Boogie Superstar" soll nun einiges besser werden. Doch ob "Boogie" nun wirklich zum Superstar avanciert ist, erfahrt ihr in unserer Review.
Die eine..
Bevor wir näher auf die einzelnen Menüpunkte eingehen, erzählen wir euch zuerst etwas über das grundlegende Gameplay. "Boogie Superstar" besteht aus einem Sing- und einem Tanzpart. Nicht zuletzt wegen der eintönigen Steuerung war Letzterer ein großer Kritikpunkt an "Boogie". Planloses Herumwandern auf der Tanzfläche und das Schwingen der Wii-Remote hatte mit richtigem Tanzen nichts zu tun. In "Boogie Superstar" hat EA diesen Teil glücklicherweise komplett überarbeitet. So habt ihr nun stets eine klare Vorgabe, was ihr zu welchem Zeitpunkt machen müsst. Am linken unteren Bildschirmrand erscheint eine Figur die euch die verschiedenen Bewegungen vortanzt. Fortan solltet ihr diese möglichst im Takt nachahmen. Ob euch das gelingt, zeigt ein Beatball. Dieser wechselt kontinuierlich zwischen zwei kleinen Kreisen hin und her. Verfärbt sich der Beatball grün, liegt ihr im Takt, wechselt er seine Farbe in rot, seid ihr völlig aus dem Rhythmus. Im Gegensatz zu den Gesten beim Vorgänger, wirkt das neue System authentischer. Die Bewegungen sind raffiniert und "zwingen" euch, auch vollen Körpereinsatz an den Tag zu legen. Abgerundet wird der Tanzpart mit seltenen Combos. Sobald ein Trommelsymbol auf eurem Screen erscheint, müsst ihr die Remote kräftig schütteln, um die Chance auf eine solche zu erhalten. Habt ihr das geschafft, müsst ihr innerhalb kürzester Zeit drei Posen mit der Remote ausführen. Erlaubt ihr euch auch nur einen Fehler, ist die Combo gescheitert und wichtige Bewertungspunkte werden abgezogen.
...und die bessere Hälfte
Die weitaus spaßigere Hälfte von "Boogie Superstar" ist der Karaokepart. Seit der Vorgängerversion hat sich hier wenig getan, was durchaus positiv anzusehen ist. Die größte Änderung ist, dass die Noten mitsamt Text unaufhaltsam über den Bildschirm scrollen. Glücklicherweise wurde auch an der Stimmerkennung ein wenig gefeilt, so dass diese wirklich jeden Ton richtig einordnen kann. Auf Punktebwertungen während eurer Performance verzichtet "Boogie Superstar". Stattdessen erfahrt ihr erst am Ende eures Auftrittes, wie ihr euch geschlagen habt. Ein nettes Feature für alle die sich unterfordert fühlen sind "Vickies Streiche". Nach Wahl könnt ihr diese auffordern eure Auftritte zu sabotieren. So kann sie plötzlichen Tonausfall der Backgroundsängerin oder Textwegfall hervorrufen, was euch das Tönetreffen ungemein erschwert.
Werde zum Superstar
Nach Einblicken ins Gameplay widmen wir uns nun dem Menü. Was auffällt ist, dass der Karrieremodus weggefallen ist. Angesichts der Tatsache, dass dieser im Vorjahr eher spärlich ausfiel ist das aber nicht weiter schlimm. Stattdessen gibt es die Starshow. Hier absolviert ihr in DSDS-Manier drei Sing- und/oder Tanzübungen. Diese werden anschliessend von drei Juroren mit Wertungen zwischen eins und zehn bewertet. Je besser ihr die Herausforderungen abschließt, desto mehr so genannte Token werdet ihr für eure Perfomances bekommen. Die Token könnt ihr anschliessend für Belohnungspakete ausgeben. Diese unterscheiden sich in drei Musikrichtungen: Urban, Elektro und Pop. Die virteulle Währung spendiert euch neue Songs, Klamotten oder Bühnen passend zum jeweiligen Style. Diese freischaltbaren Boni ziehen die sonst eher monotone Starshow gekonnt in die Länge und sorgen für etwas mehr Langzeitmotivation.
Nebst der Starshow gibt es "nur" noch die Akademie als kleineren Spielmodus. Hier lassen sich eigene Choreographien erstellen und anschliessend verwalten. Der Moviemaker der noch im Vorgänger enthalten war, ist ebenfalls komplett weggefallen. Als letzter Menupunkt wartet dann die Garderobe auf, in der ihr euren Charakter nach euren Wünschen umgestalten könnt. Eure Miis könnt ihr hier aber leider nicht verwenden.
Multiplayer?
Einen seperaten Multiplayermodus gibt es in "Boogie Superstar" nicht. Allerdings könnt ihr mit bis zu vier Spielern an einer Starshow teilnehmen, wobei nur drei Charaktere gleichzeitig auf der Bühne stehen können. Alternativ absolviert ihr eure Auftritte nacheinander. Ein Support für ein zweites Mikrofon gibt es noch immer nicht. Immerhin könnt ihr ein Duett mit nur einem Mikrofon starten, allerdings müsst ihr dann in ziemlich kurzer Zeit das Mikrofon an den Duettpartner weitergeben.
Bunte Mischung
Gleich zu Beginn des Spiels werdet ihr merken, dass sich EA von der kindlichen Aufmachung aus "Boogie" getrennt hat. Das Spiel bietet nun einen Comicstil der für alt und jung gleichermassen zugänglich ist. Sonst haben wir es hier mit einem Spiel der optisch besseren Wii-Klasse zu tun. Die Schauplätze sind farbenfroh dekoriert und passen gut zur Atmosphäre. Die Tracklist kann sich ebenfalls sehen lassen. Im Gegensatz zum Vorgänger haben es unter den 68 Songs auch einige Originalversionen ins Spiel geschafft. Die restlichen Coverversionen sind ihren Originalen sehr ähnlich. Einige von ihnen sind jedoch schlecht abgemischt und teilweise zu leise.