Jeder kennt ihn, nur wenige mögen ihn. Die Rede ist vom Anti-Helden schlechthin, von Wario. Der nur an sich denkende Fettwanst setzt zum Landeanflug auf die Wii an und versucht in einem 2D-Jump'n'Run voll durchzustarten. Ob ihm das Unterfangen gelingt, haben wir für euch in Erfahrung gebracht.
Wo bleiben die Manieren, Wario?
Im Reich des Rüttelns lebt seit Jahren ein Volk elfenhafter Kreaturen, die sich selbst Mürfel nennen. Die friedliche Ruhe im Lande wurde einst durch einen adligen Piraten-König Rüttelbert gestört. Er riss den unerschöpflichen Geldbeutel und Königin Midori an sich. Der pralle Geldbeutel bringt dem Besitzer unendlich viel Reichtum und ist somit der grösste Schatz im Reich des Rüttelns. Bis auf einen Mürfel wurden alle Vertreter seiner Rasse von König Rüttelbert gefangen genommen. Soviel zur Vorgeschichte.
Weit weg vom Reich des Rüttelns beginnt die eigentliche Story. Kapitän Kandis stiehlt einen goldenen Globus aus einem Museum. Allerdings ohne zu wissen, dass sich im Innern des Globus ein Planet, das Reich des Rüttelns befindet. Um ihrem alten Bekannten Wario eine Freude zu bereiten, schenkt die Piratin ihm daraufhin den Globus in einem Paket. Als Wario das Paket öffnet, strömt Mürfel aus dem Innern des Planeten heraus und bittet Wario anschliessend um Hilfe. Typisch Wario schenkt dieser der Geschichte von Mürfel kein Gehör. Erst als Mürfel den Schatz erwähnt, wird die Geschichte auch für den Faulpelz interressant. Die Beiden durchdringen anschliessend das magische Fernrohr und gelangen so ins Reich des Rüttelns. Ein neues Abenteuer kann beginnen.
Ein Faulpelz auf Abenteuer-Tour
Damit ihr das Schiff des bösen Schurken König Rüttelberts ausfindig machen könnt, müsst ihr zunächst fünf Boss-Wappen einsacken. Diese erhaltet ihr von den Endgegnern, die ebenfalls auf fünf Kontinenten verteilt sind. Bevor ihr allerdings den Endgegnern auf die Mütze hauen könnt, müsst ihr pro Kontinent vier Levels bewältigen. Diese sind nach den normalen Regeln einer Jump'n'Run-Welt aufgebaut. So finden sich hier und da kleine Gegner und Hüpfpassen, aber auch einige Rätsel. Die Rätsel sind aber allesamt sehr leicht ausgefallen und dürften für jeden bewältigbar sein.
In den einzelnen Welten könnt ihr drei verschiedene Dinge einsacken. Da wären zum einen die Schätze, wie z.B. Knoblauch, der eure Energieleiste auffüllt, aber Nintendo-typisch auch Münzen und zu guter letzt die versteckten Mürfel. Apropos, sobald den Mürfel am Levelende befreit habt, wird sofort ein Alarm ausgelöst. Um nicht alle Schätze zu verlieren, müsst ihr schnellstmöglich durch Abkürzungen den Level nochmals zurücklaufen und durchs Dimensionentor springen. Der Countdown wurde jedoch sehr grosszügig gestaltet und so dürfte es auch hier zu keinen Wutausbrüchen kommen.
Um das Konzept ein wenig aufzufrischen hat Nintendo in jeden Level drei unterschiedliche Neben-Missionen intergriert. So schliesst ihr eine Aufgabe ab, wenn ihr z.B. innerhalb einer bestimmten Zeit den Level beendet oder eine vorgebgebene Anzahl an Münzen einsammelt. Leider wiederholen sich die Aufgaben zu oft, eine nette Idee ist es aber allemal. Generell geht es in "Wario Land: The Shake Dimension" nämlich sehr abwechlsungsreich zu. Während Wario in der erste Welt durch eine hitzige Wüste rennt, hangelt er sich später im Dschungel von Ast zu Ast. Dazu gesellen sich Ausflüge in eine Schneewelt und nach Glittercity, einer Stadt die Las Vegas ähnelt. Damit das Dickerchen nicht allzu erschöpft ist, bewältigt Wario den ganzen Weg nicht nur zu Fuss. Gelegtentlich steigt er ins "Wu-Boot" oder fährt auf einem Rad.
Hart aber fair!
Kommen wir nun zu den oben angesprochenen Bossgegnern. Die Kämpfe gegen die Endgegner sind anfangs noch leicht, doch spätestens beim Dritten werdet ihr ernsthaft gefordert. Jeder Gegner hat einen anderen Schwachpunkt, der erst mit der Zeit ersichtlich wird. Ihr werdet nie an den Punkt kommen, an dem ihr euch unfair behandelt fühlt, denn meist wisst ihr genau, was ihr beim nächsten Versuch besser machen solltet.
Shake It
Die Steuerung wurde sehr simpel gehalten. So haltet ihr die Remote quer und steuert Wario mit dem Digi-Pad durch die Spielwelt. Mit dem 1-Knopf führt Wario seine berühmt-berüchtigten Body-Checks aus und mit dem 2-Knopf führt er Sprünge aus. Doch dies ist nicht alles. Um an den Inhalt eines Geldsacks zu gelangen, müsst ihr eure Remote schütteln. Bewegt ihr die Fernbedienung ruckartig zu Boden, führt Wario einen mächtigen Hieb aus, der an bestimmten Stellen Mechanismen in Gang setzt oder Gegner für kurze Zeit bewusstlos macht. Das frischt die sonst eher passive Steuerung enorm auf und macht nebenbei richtig Laune!
Viel Mühe in einem Spiel
Nintendo ist in Sachen Optik mutig vorgegangen. So hält das Unternehmen an einer farbenfrohen 2D-Optik fest, wie sie zuletzt in "Super Paper Mario" zu sehen war. Doch im Gegensatz zu Marios 2D-Autritt wurde hier bis ins letzte Detail alles von Hand gezeichnet. Trotzdem bleibt zu sagen, dass diese Optik reine Geschmackssache ist. Die Animationen von Wario sind ebenfalls äusserst echt nachgemacht, das Schwabbeln seines Bierbauches, wenn er an einer Reckstange rumturnt, sorgt für Lacher. Entäuschend ausgefallen ist hingegen das 16:9 Bildschirmformat. Im Grunde bleibt alles im 4:3-Verhältnis, der restliche Leerraum ist mit braunem Hintergrund und unnötigen Anzeigen gefüllt.
"Wario Land: The Shake Dimension" beinhaltet 40 verschiedene Musikstücke, die immer zum jeweiligen Abschnitt passen. Diese Stücke lassen sich aber auch einzeln in der Jukebox abspielen, dazu müsst ihr nur in den Levels die passenden Schätze finden. Die Umgebungsgeräusche erfüllen ihren Zweck und halten sich deutlich im Hintergrund.