Nachdem Entwickler Two Tribes im Jahre 2001 "Toki Tori" für den Gameboy Color herausbrachte und damit für gute Kritiken sorgte, hat das Produktionsteam aus den Niederlanden seinen Klassiker ein wenig aufgefrischt und in diesem Jahr für Nintendos WiiWare-Kanal umgesetzt. Ob das Spiel seine 900 Punkte wert ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Review.
Kleines Kücken – ganz groß
Der Protagonist des Spiels ist ein kleines gelbes Kücken, das gerade erst das Licht der Welt erblickt hat und auf der Suche nach seinen Artgenossen ist. Leider Gottes hausen diese noch in ihren Eiern, welche in knapp 70 Levels verteilt sind und eingesammelt werden wollen. Das Ziel eines Levels erreicht ihr automatisch, wenn ihr alle Eier einer Stage eingesammelt habt. Das hört sich alles ganz einfach an, ist aber in der Praxis recht schwierig. Schafft ihr die ersten Levels noch im Handumdrehen, werden diese im weiteren Spielverlauf immer schwerer.
Da ein Küken nun mal noch nicht Herr der Lüfte ist und auch noch nicht springen kann, verheißen Abgründe und Gegner für Toki Tori nichts Gutes. Doch mithilfe von verschiedenen Objekten wie Brücken oder einem Staubsauger lassen sich die Abgründe unbeschadet überwinden bzw. die Gegner leicht einsaugen. Im späteren Verlauf von "Toki Tori" kommen noch weitere Objekte wie zB. ein Teleporter hinzu. Allerdings stehen diese Objekte nur in begrenzter Anzahl pro Level zur Verfügung - ein überlegtes Vorgehen ist also angebracht, sonst heißt es schnell einmal "Game Over" Zum Glück ist die Navigation im Menu sehr simpel und so lässt sich ein Level leicht wiederholen.
Knobeln mit WiiMote und Nunchuck
Die Rätsel im Spiel sind meist logisch und nachvollziehbar, allerdings braucht es schon eine gewisse Zeit des Überlegens um an die richtige Lösung zu gelangen. In den späteren Levels verbringt ihr geschätzte 30 Minuten mit einer Stage. Habt ihr alle zehn Levels in einer Welt geschafft, springt ihr nicht nur automatisch in die nächste der vier Welten hinüber sondern habt auch die Möglichkeit sieben schwerere Zusatz-Levels zu lösen. Hier sind dann allerdings die Lösungswege ab und zu ein bisschen weit hergeholt und nicht recht nachvollziehbar. Wenn doch einmal nicht weiterkommt, habt ihr einen Joker zur Verfügung, der euch zum nächsten Level springen lässt. Durch erfolgreiches Abschließen einer Spielstufe lässt sich dieser wieder zurückverdienen.
Die Motivation bleibt über das ganze Spiel erhalten, da die Levels sehr fair und fordernd designt sind. Auch ein Wiederspielswert ist vorhanden, da ihr euch sicherlich gegen Ende des Spieles nicht mehr an alle Lösungswege der Levels erinnern könnt. Leider gibt es keine Extras, wie eine Highscoreliste oder sonstige Zusatzaufgaben. Dadurch wäre das ganze Konzept noch ein wenig aufgefrischt worden.
Der ganz große Pluspunkt von "Toki Tori" liegt bei der Steuerung. Das Spiel verfügt über drei unterschiedliche Steuerungsvarianten: Entweder ihr bewegt das Kücken per Klick mit der Wii-Fernbedienung, mit analoger Steuerung über den Classic Controller oder ihr benutzt die Wii-Fernbedienung zusammen mit dem Nunchuck besser. Mir persönlich gefallen diese beiden Varianten besser, funktionieren tun aber alle drei prima.
Never Change A Winning Team
Dass man bei einem WiiWare-Spiel keine überragende Grafik erwarten kann, ist klar. Erst recht nicht von einem Knobelspiel wie "Toki Tori". Der Titel bietet eine simple und farbenfrohe 2D-Optik mit im Vordergrund stehenden Charakteren und Objekten, wie dies bereits beim Vorgänger der Fall war. Dadurch wird gewährleistet, dass ihr nie den Überblick verliert und die Details nicht untergehen. Die Optik erscheint ein wenig altbacken, doch das stört keineswegs, denn die Grafik passt wunderbar zur Atmosphäre des Spiels und versprüht viel Charme.
Aufgerundet wird das Ganze mit einem ruhigen und netten Soundtrack, der sich angenehm im Hintergrund hält. Allerdings ist die Musik etwas spärlich ausgefallen. Mehr als einen Track pro Welt hätte die Entwickler doch komponieren können. Zusammen mit den eher zurückhaltenden Effekten ist das der einzige deutliche Schwachpunkt von "Toki Tori".