"Bus Simulator", "Müllabfuhr Simulator", "Prison Tycoon" – Es gibt genug Titel, die der geneigte Zocker nicht braucht. Als das Testmuster zu "PDC World Championship Darts 2008" bei uns eintrudelte, rechneten wir mit dem Schlimmsten. Eine "Dart"-Simulation für die Wii? Kann das funktionieren? Entsprechend skeptisch war ich, als ich das Spiel in meinen weißen Wunderkasten einlegte. Skepsis, die sich schnell in Wohlwollen auflöste. Mit "WCD 2008" ist Entwickler Oxygen Games tatsächlich eine ernstzunehmende, unterhaltsame Sportsimulation im Dart-Metier gelungen. Erfahrt in unserem Test, ob der Titel auch in Sachen Langzeitmotivation punkten kann.
Modivielfalt
Wie es sich für einen echten Sportitel gehört, flimmern euch im Hauptmenü verschiedene, anwählbare Spielmodi entgegen. Wollt ihr z.B. einen Schaukampf oder ein schnelles Turnier starten? Kein Problem – dies ist mit wenigen Mote-Klicks erledigt; auch die unterschiedlichen Spielvarianten 301, 501 oder 701 sind wählbar. Wer etwas intensiver in die Materie eintauchen möchte, sollte eine Karriere starten. Darin duelliert ihr euch in vorgegebenen Turnieren und Matches, gelistet in einem übersichtlichen Kalender, mit der Elite des Darts – schließlich hat Oxygen 16 reale Dartprofis lizensiert. Aus diesem Spielerpool könnt ihr zu Beginn ein Alter Ego auswählen. Wer will, kann dank des mitgelieferten Editors aber auch seinen eigenen Sportler gestalten.
Da das Gewerfe allein auf Dauer etwas eintönig wird, haben die Entwickler nette Mehrspielermodi implementiert. So könnt ihr euch in nahezu allen Spielvarianten und Örtlichkeiten mit Freunden duellieren. Wer für das Metier etwas übrig hat, kann sich also auf unterhaltsame Dart-Abende freuen. Blöd: Wie schon in "World Championship Poker 2: All In" verzichten die Entwickler auf ein Tutorial. Wer sich über das Regelwerk näher informieren möchte, sollte Wikipedia zu Rate ziehen. Immerhin zur Wii-Bedienung verliert das Handbuch ein paar Sätze – eine direkte Einführung gibt es aber nicht.
Was für ein Wurf!
Ein Kaufargument ist natürlich die Wii-Steuerung. Sieht man von Aussetzern ab, die Wiimote-typisch ab und an einmal auftreten, kann die Bedienung als gelungen bezeichnet werden. Um einen virtuellen Dartpfeil aufzunehmen, haltet ihr die "A"-Taste gedrückt. Nun müsst ihr die Wiimote etwas nach hinten kippen, um anschließend mit einem Schwung nach vorne das Werfen des Pfeils simulieren. Ist der Schwung am ausklingen, lasst ihr die "A"-Taste los, um den Pfeil zu werfen. Durchdacht: Mit Druck auf den "B"-Knopf zoomt ihr etwas nach vorn – dies sollte das Zielen erleichtern.
TV-Feeling
Die Entwickler haben es geschafft, das Flair, das bei entsprechenden TV-Übertragungen aufkommt, perfekt einzufangen. Einblendungen und Kamerapostitionen sind an die entsprechenden Übertragungen angepasst, die englischen Kommentatoren leisten eine gute Arbeit. Die Grafik wirkt allerdings angestaubt. Die Modelle der Vorbilder wurden zwar halbwegs ansehnlich nachgebastelt, wirken aber recht kantig, die verschiedenen, bekannten Austragungsorte mitunter leblos. Naja.