Mal wieder dürfen sich Fans der Manga- und Anime-Serie "Dragonball" mit ihren Lieblings-Charakteren in actiongeladene Prügeleien stürzen. Denn nur knapp ein Jahr nach dem Vorgänger erscheint mit "Dragonball Z Budokai Tenkaichi 3" der nächste Teil der Beat'em-Up-Reihe. Was sich in diesem einen Jahr getan hat und ob sich der Kauf für Wii-Besitzer lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.
Wieder mal wahnsinnig umfangreich
Schon in "Budokai Tenkaichi 2" bekamen die Spieler satte 136 Charaktere. In Teil 3 erhöht sich die Anzahl nochmal um knapp 30 Kämpfer, darunter auch endlich mehr Figuren aus der "klassischen" "Dragonball"-Serie, die vor "Dragonball Z" spielte. Ihr wisst schon, als Son-Goku noch ein Kind war und gegen die Fieslinge, wie die der Red-Ribbon-Armee, kämpfen musste und als sich Kämpfe noch nicht über 20 Folgen erstreckten. Wisst ihr nicht? Ihr seid gar keine "Dragonball"-Fans? Na, dann werden Euch die neuen Charaktere vermutlich egal sein.
Neben der riesigen Anzahl an Kämpfern werden Euch auch jede Menge Stages geboten, die alle Orten entsprechen, die man bereits in der Serie sehen konnte. Viel wichtiger sind aber wohl die Spielmodi: Da wäre zum einen der Arcade-Modus, den es in vielen, themenspezifischen Variationen gibt. Auch der Turnier-Modus ist wieder mit dabei, wartet aber diesmal mit fünf verschiedenen Turnieren auf, also zwei mehr als im Vorgänger. Gänzlich neu ist der sogenannte "Sim-Dragon"-Modus, der sich ein wenig taktischer gestaltet als die anderen Spielmodi.
Hierbei haben sich die Entwickler ein klein wenig am Genre der Sport-Manager-Spiele orientiert. Aber auch wirklich nur ein ganz klein wenig: Vor jedem Kampf habt Ihr eine Woche Zeit Euren Charakter zu trainieren. Ihr könnt dabei zwischen Angriffs-, Verteidungs- und Exzessivem Training wählen. Dadurch könnt Ihr eure Werte verbessern, allerdings wird der Charakter bei zu viel Training sehr schnell erschöpft sein und im nächsten Kampf wohl nicht allzu lange bestehen. Deshalb solltet Ihr ihm auch ab und zu mal einen Tag Erholung gönnen. Das Ganze spielt sich in einem übersichtlichen Menü ab. Das Problem ist allerdings: Der "Sim-Dragon"-Modus ist unglaublich langweilig. Es macht nicht gerade viel Spaß, seinen Charakter in diesem Menü auf den nächsten Kampf vorzubereiten. Man möchte lieber sofort in die Action einsteigen. Entwickler Spike hätte sich auch etwas Besseres einfallen lassen können. Zum Beispiel hätten sie den Story-Modus, der in "Tenkaichi 2" sehr umfangreich und motivierend war, noch weiter ausbauen können, anstatt so einen läppischen neuen Spielmodus zu integrieren.
Stattdessen wurde das eigentliche Gameplay deutlich entschlackt. Die Weltkarte, auf der ihr die einzelnen Spots anfliegen könnt, gibt es nicht mehr. Ebenfalls gestrichen wurden die Nebenmissionen, in denen Ihr Euch zusätzliches Geld verdienen konnet, um neue Items zu kaufen oder die Charaktere zu verbessen. Außerdem sind die Zwischensequenzen viel schlechter als im Vorgänger: Wenn Charaktere sprechen, die nicht zu sehen sind und die man auch noch gar nicht zu sehen bekam, deren Namen noch nicht einmal eingeblendet werden, dann schadet das der Präsentation doch sehr. Zudem werden nur noch die Hauptkämpfe inszeniert, die Vorgeschichten werden nur noch in sehr sehr knappen Texten zusammengefasst. Da war der zweite Teil deutlich besser.
Jetzt auch online kämpfen
Die wohl größte Neuerung von "Dragonball Z Budokai Tenkaichi 3" ist der Online-Modus. Nun dürft Ihr also auch Multiplayer-Spaß erleben, wenn Ihr alleine vor der Wii sitzt. So sollte es zumindest sein. Aber leider haben die Entwickler die größte Neuerung des Spiels total verhauen. Der Grund dafür ist nicht spielerischer Natur: Neben Freundschaftskämpfen gibt es auch Ranglistenkämpfe, was auf jeden Fall eine gute Sache ist und die Motivation, online zu Spielen, nochmal erhöht. Doch leider ist der Online-Modus technisch ein Desaster: Die Kämpfe sind unglaublich LAG-geplagt und somit fast unspielbar. Die in der Presse häufig angeführten Verbindungsabbrüche traten bei uns zum Glück nicht auf. Dennoch macht nur wenig Spaß, online gegen andere Spieler anzutreten. Schade!
Alles unter Kontrolle?
Die Steuerung hat sich überraschenderweise doch recht stark verändert. Im Gegensatz zum Vorgänger ist diese ein wenig komplexer und somit auch komplizierter geworden. Erfahrenere Beat'em-Up-Spieler wird die überarbeitete Steuerung erfreuen, Neulinge sind mit dem Vorgänger jedoch besser bedient. Dieser war auch allgemein einfacher, "Tenkaichi 3" ist um einiges herausfordender.
Kenner des zweiten Teils werden also ein wenig Zeit brauchen, um sich mit der Steuerung zurechtzufinden. Das Problem ist jedoch, dass diese nicht gut genug erklärt wird. Es gibt zwar ein Turtorial, dass auch recht umfangreich ist und in dem auch wirklich alles erklärt ist, jedoch besteht dieses nur aus Texten und Standbildern. Sich das alles durchzulesen ist nicht nur verdammt langweilig, ein spielbares Tutorial würde das ganze auch viel einprägsamer machen. Immerhin gibt es einen Trainings-Modus, in dem man gegen einen Gegner kämpfen kann, der unendlich viel HP hat und selber keine Aktionen durchführt.
Ein weiteres Problem ist, dass die Steuerung per Wiimote und Nun-Chuk wie auch schon im vorigen Teil nicht ganz einwandfrei funktioniert. Die Bewegungen werden nicht immer richtig erkannt, ihr könnt das Spiel aber auch mit dem Classic-, Gamecube- oder einem Wavebird-Controller spielen.
Technisch keine Veränderung
Im Gegensatz zur Steuerung hat sich die Technik nicht verändert. "Budokai Tenkaichi 3" hat immer noch die gleiche Cel-Shading-Optik wie der Vorgänger. Dies stört aber absolut nicht, denn der Titel sieht immernoch schick aus. Lediglich die unscharfen Texturen stören ein wenig. Die Comic-Grafik, die sehr gut zum Szenario passt und den Charme der Vorlage wunderbar einfängt, kann dies jedoch aufwiegen. Dazu kommen die schicken Kampf-Animationen, man könnte fast meinen, die Anime-Serie auf dem Bildschirm zu sehen. Der Ton trägt einiges dazu bei, die Soundeffekte ensprechen der TV-Vorlage und Fans können sogar die japanischen Originalstimmen genießen. Wahlweise gibt es auch englische Sprachausgabe, eine deutsche Synchro fehlt leider. Große Fremdsprachen-Kenntnisse sind aber nicht nötig, in Zwischensequenzen gibt es natürlich deutsche Untertitel.
Bei der Musik erwarten Euch nach wie vor nur die amerikanischen Tracks, die ursprünglichen japanischen Themes fehlen auch im dritten Teil der Reihe. Leider!