Einst war der kleine lila Drache Spyro ein richtiger Superstar auf der Playstation, das gleichnamige Franchise war eines der größten und erfolgreichsten auf dieser Konsole. Mittlerweile ist Spyro schon längst zum Multiplattform-Helden geworden und treibt nun in „The Legend of Spyro: The Eternal Night“ auch auf der Wii sein Unwesen, dem zweiten Teil einer Triologie. Der Vorgänger „A New Beginning“ konnte schon nicht an die Qualität der alten PS-One-Spiele anknüpfen. Ob dies beim neuesten Abenteuer des Drachenwelpen so bleibt oder ob Besserung in Sicht ist, erfahrt ihr in unserem Test.
Eine spannende Geschichte?
Wie gesagt: „The Eternal Night“ ist der zweite Teil einer Triologie. Und darin besteht auch schon direkt zu Beginn des Spiels das erste von vielen Problemen: Die Geschichte setzt mittendrin an. Wer den Vorgänger nicht gespielt hat wird sich erstmal denken:“...........Ähhhhhhhh???“ Aber so wirklich schlimm ist das nicht. Denn die Story des Spiels ist nicht gerade ein Highlight. Spyro besiegt den bösen, dunklen Drachen Cynder, welcher sich dann in ein kleines Drachenmädchen verwandelt, welches natürlich nur vom Bösen besessen war und eigentlich ganz lieb ist. Das alles wird übrigens in einer netten Render-Sequenz präsentiert. Nun bringt Spyro Cynder in den Drachentempel, seinem Heim, welcher just in diesem Moment von bösen Affen angegriffen wird, die dem bösen König Graul dienen. Spyro rennt los um die anderen Drachen zu warnen und Cynder verschwindet. Somit beginnt das Abenteuer, das in Sachen Spannung nicht sehr weit über dem Niveau eines „Super Mario Galaxy“ liegt, wobei wir hier natürlich nur von der Story sprechen. Das neue Abenteuer des Klempners ist sonst natürlich ein Meisterwerk. Aber verhält es sich mit „The Legend of Spyro: The Etenal Night“ auch so?
Eine tolle Spielmechanik?
Man muss sagen: Der neue Ableger der Serie ist spielerisch absolut kein Meisterwerk. Das liegt zum einen an der nicht vorhandenen Abwechslung: Die meiste Zeit ist man damit beschäftigt, die vielen Gegner zu bekämpfen, die ständig auftauchen. Nun ja: Diese machen immerhin Spaß. Der Grund dafür sind die vielen verschiedenen Fähigkeiten, die Spyro zur Verfügung stehen, die er mit der Zeit aber erst erlernen muss. Am Ende beherrscht der lila Drache die vier Elemente Feuer, Eis, Elektrizität und Erde, jede mit ihren eigenen Spezialattacken. Somit sorgen die Kämpfe durchaus für Unterhaltung, jedoch auf einem niedrigeren Niveau als in anderen Spielen. Nebenbei gilt es auch mal die ein oder andere Sprundpassage zu bestehen oder kleine Rätsel zu lösen, welche aber kaum als richtige Rätsel durchgehen, da sie doch sehr simpel sind. Dazu gesellt sich noch der ein oder andere Bosskampf, diese gehören aber doch eher zu den Schlecheren im Genre. Man kann nur in einem stark begrenzten Bereich seitwärts laufen, den Gegner immer genau im Blickfeld habend, und diesen mit Flammen attackieren. Das hätte man auch besser machen können. So gesehen ist das Gameplay zwar ganz nett und das Spiel somit doch recht spaßig, trotz fehlender Abwechslung, aber es gibt dennoch einen klaren Grund, wieso Spyro nicht in höhere Spielspaß-Regionen vorstoßen kann.
Ein gutes Leveldesign?
Der Schwierigkeitsgrad ist leider enorm hart: Die Level sind teilweise einfach nur unfair designt. Ein Beispielt gefällig? In einer Kampfarena, in der Spyro für Piraten für Unterhaltung sorgen soll, müsst ihr euch gegen zwei Skorpion-Reiter behaupten. Die Spinnentiere sind wohlgemerkt natürlich ganz schön groß. Nach ca. drei Angriffen gibt Spyro den Löffel ab. Das es dazu relativ schnell kommt, ist also kein Wunder, zumal der kleine Welpe nach einer gegnerischen Attacke für knapp ein bis zwei Sekunden betäubt ist. In dieser Zeit bekommt ihr dann natürlich direkt den nächsten Schlag verpasst, meistens zumindest. Das solch ein Kampf für Genre-Neulinge unschaffbar ist, kann man sich wohl denken.
Und auch das restliche Spiel wartet immer wieder mit solch kniffligen Situationen auf. Dazu kommt ein ganz konsolen-typisches Speichersystem: Ihr dürft euren Spielstand nicht frei sichern, es gibt nur automatische Speicherpunkte, welche meistens, aber auch nicht immer ganz fair gesetzt sind.
Aber auch vom Schwierigkeitsgrad einmal abgesehen bestechen die Level nicht gerade duch Qualität. Das wird schon am Anfang des Spiels deutlich, wenn ihr euch knapp eine Stunde lang nur durch dunkle Höhlen begebt und immer wieder die gleichen Gegner verkloppt. Langweiliger kann man ein Spiel nicht beginnen. So richtig bessern tut das sich nicht. Ein „Mario Galaxy“ ist hier um einiges besser.
Eine innovative Wii-Steuerung?
Diese Frage ist leicht zu beantworten: Nein. Die Steuerung ist alles andere als innovativ, die Features der Wii werden kaum genutzt. Einzig allein das Hochwerfen von Gegnern oder das Zerstören von Wurzeln, die ein Loch im Boden versperren, erfordern das Schütteln der Wiimote. Zwar könnt ihr auch eure normalen Schläge mit Hilfe der bewegungssensitiven Steuerung ausführen, mit Drücken des B-Knopfes ist dies aber deutlich angenehmer, da diese Methode keinen Krampf im Handgelenk zur Folge hat. Dennoch ist die Steuerung insgesamt sinnvoll und gut gelungen. Ein Grund, sich das Spiel unbedingt für die Wii zu holen, ist sie aber nicht.
Eine schöne Optik?
Grafisch bewegt sich „The Eternal Night“ auf mittlerem Playstation-2-Niveau. Die Texturen sind zwar verschwommen, dafür überzeugen die Animationen. Hinzu kommt das ein oder andere Render-Filmchen, welches durch aus nett anzusehen ist. Überhaupt macht das Spiel, was die Präsentation betrifft, keine großen Fehler. Vor allem die größtenteils gute deutsche Sprachausgabe weiß zu gefallen. Ganz nett: Der im englischen Original von Elijah Wood gesprochene Spyro bekam in der deutschen Version auch die deutsche Synchronstimme des Schauspielers.
Der Soundtrack gibt sich auch keine Blöße, die Musik ist immer stimmig und passt zur Situation im Spiel. Dadurch erhält der Titel eine durchaus gute Atmosphäre.