Der Hype um Zelda und Link kann größer nicht sein. Was wurde das Spiel schon im Vorfeld mit Lobeshymnen überschüttet. Wir haben uns das alles ganz genau angeschaut und haben The Legend of Zelda: Skyward Sword einem ausführlichen Test unterzogen. In diesem sagen wir euch, ob die Hysterie um den Titel tatsächlich zurecht erfolgt oder ob es doch nur ein aufgewärmter, langweiliger Zelda-Ableger geworden ist. Auf in die Welt von Wolkenhort.
Endlich wieder Zelda für die Wii
Endlich gibt es ein echtes Spiel der
Zelda-Reihe für Nintendos Wii-Konsole. Das 2006 erschienene
Twilight Princess war ja vornehmlich eine Entwicklung für den Wii-Vorgänger Gamecube, welche für die neue Konsole lediglich portiert wurde. Mit
The Legend of Zelda: Skyward Sword will Nintendo aber jetzt einen richtigen Top-Titel herausbringen und alle Fans der Reihe glücklich machen. Die Handlung spielt vor
Ocarina of Time, welches 1998 für den Nintendo 64 erschienen ist. Die Geschichte beginnt im idyllischen Dorf Wolkenhort. Dort findet die alljährliche Vogelreiter-Zeremonie statt. Link und sein karminroter Vogel wollen die Gunst von Prinzessin Zelda gewinnen. Sein Gegenspieler Bado hat allerdings etwas dagegen. So entführt er den Vogel von Link und versteckt ihn in einem abgelegen Berg.
Dessen Befreiung steht als erste Aufgabe auf dem Plan und dient als Tutorial für die Steuerung. Diese setzt übrigens zwingend Wii Motion Plus voraus. Einige Spieler werden daher wohl erstmal den Weg zum Fachmarkt ihres Vertrauens antreten müssen. Durch die Wii Motion Plus sollen die Waffen nun noch genauer genutzt werden können. So könnt ihr vertikal, horizontal und auch diagonal zuschlagen. Mit dem Nunchuk reißt ihr euer Schild hoch und wehrt euch so gegen die Angriffe. Das richtige Schlagen mit dem Schwert dürft ihr in der Übungshalle von Wolkenhort an Baumstämmen ausprobieren. Und es ist schon beeindruckend, wie präzise die Steuerung funktioniert.
Über den Wolken
Doch kommen wir zurück zum eigentlichen Geschehen von
Skyward Sword. Nachdem jede Menge Gespräche mit den Bewohnern geführt und kleinere Aufgaben bewältigt wurden, geht es auf die Suche nach dem versteckten Vogel. Zusammen mit Zelda findet Link diesen später auch und befreit ihn aus seiner misslichen Lage. Es folgt eine Fluglernstunde mit dem gefiederten Kameraden, um sich an dessen Steuerung zu gewöhnen. Diese ist zunächst ein wenig verwirrend, geht aber nach einigen Minuten locker von der Hand. Der Vogelreiter-Zeremonie steht also nichts mehr im Wege. Doch Bado will mit unfairen Mitteln den Titel an sich reißen und die Gunst der Prinzessin für sich gewinnen. Er und seine beiden Handlanger machen Link das Leben in der Luft schwer und versuchen alles, um ihn um den Sieg zu bringen.
Doch er ist ja nicht umsonst Favorit gewesen, am Ende gewinnt er das Turnier und bekommt von Zelda als Preis einen Paraschal. Dieser sorgt per Tastendruck für eine sichere und sanfte Landung. Die Prinzessin zeigt sich ganz verzückt von Link und freut sich über seinen Sieg. Sind da etwa Gefühle im Spiel? Kurz bevor Zelda all ihren Mut zusammen nimmt, gibt es ein jähes Ende. Ein Wirbelsturm reißt die Blondine in die Tiefe, keiner der Anwesenden versteht, was da gerade vor sich geht. Es folgen Panik und Chaos. Später erwacht Link im Haus von Zeldas Vater. Dieser teilt ihm mit, dass die Prinzessin verschwunden ist und schickt den Helden - ausgerüstet mit einer schicken grünen Uniform - auf die Suche nach ihr. Eine unheimliche Gestalt weist den Link dabei den Weg.
Da Link schon immer neugierig war, folgt er dem seltsamen Wesen - einer Fee namens Phai - und wird in eine unheimliche Geschichte eingeweiht. So ist er der einzige, der den Weg von Wolkenhort ins Erdland betreten darf. Das hat vor ihm noch niemand gewagt. Doch er, Link, wurde schon vor Jahren dafür vorgesehen und hat nun eine große Aufgabe vor der Brust. Auf seinem Weg gen Erdland wird die Geschichte weiter erklärt und er erhält das titelgebende Skyward Sword. Dieses Schwert steckt voller Magie und Kraft und wird ihn fortan im Kampf gegen die unzähligen Monster unterstützen. Begleitet von Phai, die es sich im Schwert gemütlich gemacht hat und per Druck auf das Steuerkreuz mit Rat zur Seite steht, beginnt so das Abenteuer.
Unzählige Aufgaben warten auf euch
Dabei kann sie allerdings auch ziemlich schnell nerven. Manche Informationen will sie einfach nicht für sich behalten und erklärt in unzähligen Textboxen, worum es gerade geht. Wo wir gerade bei nervig sind: Geht die Energieleiste langsam dem Ende entgegen, informiert euch ein Piepton über die derzeitige Lage. Nun solltet ihr schnell ein paar Herzen finden oder einen Trank zu euch nehmen, um diesem nervigen Gepiepe ein Ende zu setzen. In eurem Inventar habt ihr genügend Platz für all die Utensilien, die ihr so finden werdet. Darunter auch ein fliegender Käfer, der euch an manchen Stellen hilfreich zur Seite steht. Auf der Suche nach Zelda trefft ihr schon bald auf weitere seltsame Kreaturen. Diese haben zunächst Angst vor euch, merken aber bald, dass ihr ihnen nichts böses wollt. Nun müsst ihr weitere Exemplare im tiefen Wald finden und dem Häuptling der Kreaturen später Bericht erstatten. Zum Dank erklärt er euch, was mit Zelda passiert ist und ihr erhaltet eine Schleuder. Er weist euch zudem den Weg zu einem Tempel, den ihr natürlich sofort aufsuchen solltet.
Mit der Schleuder lassen sich Monster betäuben, um sie dann mit dem Schwert zu erledigen. Doch lassen sich mit der Schleuder auch verschlossene Türen öffnen. Hinweise darauf findet ihr auf Steinen, die in den Welten verstreut sind. Die Rätsel sind abwechslungsreich und bringen euch manchmal richtig zum Nachdenken. Ein weiter Weg liegt vor euch, voller zu bestreitender Abenteuer.
The Legend of Zelda: Skyward Sword wird euch lange vor der Konsole fesseln und sorgt mit immer neuen Rätseln, Monstern und Umgebungen für Spielspaß. Die Grafik ist vom Stil her eine Mischung aus
Wind Waker und
Twilight Princess. Auch wenn die Umgebungen und Gegner liebevoll animiert worden sind, ist es immer noch eine für die Wii-Konsole typische Grafik. Aber anscheinend kann nicht mehr aus der Konsole herausgeholt werden. Fans der Reihe werden sich daran aber nicht stören, kennen sie das ja schon aus den anderen Teilen der Serie.
Geduld gehört zum Spiel dazu
Die Zwischensequenzen sind ein wenig langatmig geworden und lassen sich leider nicht einfach überspringen. Ihr müsst euch also wohl oder übel durch mehrere Textboxen drücken, damit die Geschichte weitergehen kann. Eine Sprachausgabe sucht ihr auch in diesem Teil leider vergeblich. Das einzige, was die Charaktere von sich geben, sind brabbelnde Geräusche. Man kann gespannt sein, was auf der kommenden Wii U mit der Serie passiert. Sollten Link und Co. doch tatsächlich mal eine Stimme bekommen? Wir lassen uns überraschen. Die Sounduntermalung ist aber absolut gelungen und die bekannten Musikstücke der Serie sind dabei. Manche Stücke wurden sogar von einem Orchester eingespielt. In der Limited Edition gibt es außerdem noch eine Soundtrack-CD zum Spiel dabei.
The Legend of Zelda: Skyward Sword ist aber auch so ein echtes Highlight geworden und kann überzeugen. Mehr als 50 Stunden Spielzeit und eine hervorragende Einbindung von Wii Motion Plus machen das Spiel zu einem echten Top-Titel. Wer auf High-End-Grafiken und Sprachausgabe verzichten kann und dafür ein spannendes Abenteuer erleben will, sollte unbedingt zugreifen. Ein absoluter Pflichtkauf für die langsam aussterbende Wii-Konsole.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
