Wer kennt sie nicht – die coolsten Detektive in der Computerspielgeschichte. Seit 1993 ermitteln die beiden tierischen Kommissare Sam und Max in der virtuellen Welt. Sam, ein Hund und Max der vollkommen verstörte und psychopathische Hase gehen keinem Fettnäpfchen aus dem Weg und liefern sich die herrlichsten Dialoge. Mit dem neuesten Teil Sam & Max: Allzeit bereit will man die beiden auf die Nintendo Wii-Gemeinde loslassen. Richtige Detektive ermitteln halt überall. Um es doch gleich mal vorweg zu nehmen: Dieser Fall auf der Wii wird für die beiden alles andere als leicht, wenn nicht sogar unlösbar. Unser Test wird euch zeigen, warum die beiden sympathischen Gesellen den Ausflug auf die Konsole lieber gelassen hätten.
Diese Fälle gibt es selbst bei Monk nicht
Schon vor dem Spielen solltet ihr euch über eines im Klaren sein: Diese beiden Verrückten nehmen Fälle auf, von denen ihr noch nicht mal geträumt hättet. Insgesamt fünf Episoden mit unglaublichen Fällen warten auf euch. Doch bevor es richtig losgeht, solltet ihr euch lieber das Tutorial genauer anschauen. Hier gibt es die Möglichkeit, die Steuerung kennen zu lernen. Viele von euch werden danach wahrscheinlich gar nicht mehr anfangen, die erste Episode zu spielen. Schnell wird klar, dieses Spiel ist mehr als nur angestaubt. Die Wii ist mit Sicherheit kein Garant für gute Grafik, aber was Atari sich mit dieser Portierung gedacht hat, bleibt ein Rätsel. Verschwommene Hintergründe, fast kaum lesbare Texte und eine derbe Ruckelei bringen den Spielspaß schon beim Tutorial zum erliegen. Selbst die Dialoge bleiben hängen und sorgen für Kopfzerbrechen.
Die Gags und die Hintergrundmusik sind gelungen und immer wieder werdet ihr über die beiden schmunzeln. Die Steuerung mit der Wiimote und dem Nunchuck ist so was von hakelig, dass schon nach wenigen Minuten die ersten Schüttelbewegungen auftreten. Sind die Batterien vielleicht leer, oder liegt die Sensorleiste falsch? Nein, nichts von alledem, es ist einfach so. Und in der heutigen Zeit fragt ihr euch: Ist das wirklich ein Nintendo Wii-Spiel? Doch bevor wir weiter in den Sumpf des Videospielverbrechens eintauchen, wollen wir genauer auf die einzelnen Episoden eingehen - wobei die Wii-Version eine Extra-Episode sowie Bonusmaterial in Form von Konzeptzeichnungen und Biographien enthält.
Bevor die erste Episode richtig losgeht, findet ihr euch in eurem Büro wieder. Vor dem Fenster macht ein riesiger Roboter schwer Theater. Ein so genannter Malmtron will das Hauptgebäude der Freelance Police zerstören. Doch als wenn das nicht schon genug wäre, gibt der Roboter dabei noch deutsche Schlagertexte von sich. Wurde dieses Gerät etwa von Jürgen Drews persönlich hergestellt? Auf jeden Fall ist es sehr amüsant, wenn dieses Ding plötzlich stehen bleibt und "Im Wagen vor mir" singt. Trotz der vorherigen derben Kritik ist der Humor
Sam & Max Season Two: Allzeit bereit grandios. Schnell den Aufziehschlüssel des Roboters rausgezogen und die wahren Fälle können beginnen.
Fünf Episoden, die verrückter nicht sein könnten
Kommen wir zunächst zur Episode 1 mit dem klangvollen Namen "Eisstation Santa". Der Name ist hier schon Programm, handelt es sich doch um den Mann, der im Dezember richtig arbeiten muss und den Rest des Jahres frei hat – den Weihnachtsmann. In dieser Episode ist Santa schwer genervt und will alles andere als Weihnachten feiern, Sam und Max sollen es nun richten und die Tradition wieder gerade biegen. Dass es dabei ruckelt ohne Ende und die Ladezeiten an Diskettenlaufwerke erinnern, erwähnen wir besser nur am Rande. Sonst vergessen wir noch die anderen Episoden. In der zweiten mit dem Namen "Moai Better Blues" macht ihr einen Abstecher in die Tropen. Hier liegt es an euch, einen Vulkanausbruch zu stoppen und die Götter milde zu stimmen. Ob es einige von euch überhaupt bis zur zweiten Episode von
Sam & Max Season Two: Allzeit bereit schaffen, bleibt abzuwarten. Viele werden da wohl schon das Spiel in die ewigen Jagdgründe gedonnert haben. Dank unseres Tests können diejenigen aber trotzdem erfahren, was sie verpasst hätten.
In Episode drei geht es um die "Nacht der tanzenden Toten". Und diesmal haben es die tierischen Detektive mit wild gewordenen Zombies zu tun. Ihr Anführer hat gewaltig einen an der Klatsche und soll von euch besänftigt werden. In Episode vier geht es um "Hunde im Weltall". Das Leben einer anderen Welt kommt hier ganz nahe. Doch mit der richtigen Ermittlungstaktik wird auch dieser Fall gelöst. In der letzten Episode wird es richtig teuflisch. Mit dem stilvollen Namen "Was geht ab, Beelzebub?" Wie passend für
Sam & Max Season Two: Allzeit bereit spielt die letzte Episode in der Hölle. Da scheint das Spiel auch hergekommen zu sein. Wenn der Witz der Dialoge und die verrückten Episoden richtig umgesetzt worden wären, hätte
Sam & Max Season Two: Allzeit bereit mit Sicherheit ein richtiger Knaller werden können. Aber all das wird durch die unglaublich schlechte technische Darbietung ins Klo geworfen.
Diesen Auftritt haben die beiden nicht verdient
Nach so einem Auftritt sollten die beiden, zumindest auf der Wii, in Rente gehen. Zwischen den langen Ladezeiten könnt ihr euch in Ruhe anderen Dingen widmen oder eurem Ärger freien Lauf lassen. Wir empfehlen auch, die Wiimote mit der Schlaufe am Handgelenk zu befestigen, ansonsten könnte das zerstörerische Auswirkungen haben. Traurig, traurig wie die Entwickler mit den beiden Kult-Charakteren umgehen. Und als Höhepunkt werden den beiden auch noch die richtigen Synchronstimmen geklaut. Diesen Auftritt auf der Wii haben sie nicht verdient – wir empfehlen euch weiterhin die guten alten PC-Versionen.