Mit Rune Factory Frontier bekommen Freunde von Harvest Moon einen nuen Genre-Konkurrenten. Die Lebens-Simulation geht einen Schritt weiter und verpasste dem Spielprinzip einige neue Aktivitäten. Im typischen Anime-Stil erlebt ihr das harte Leben eines aufstrebenden jungen Mannes, der sich auf die Suche nach seiner verlorenen Freundin begibt. Gespickt mit vielen Unterhaltungen und einigen kleinen Zwischensequenzen werdet ihr schnell in die Geschichte eingeführt. Und Fans von Harvest Moon wissen, dass neben dem Spaß auch noch die Arbeit auf dem Plan steht. Unser Test verrät, ob das Spiel eher ein Langweiler oder ein Highlight auf der Wii geworden ist.
Harvest Moon trifft Action-Adventure
Zu Beginn von
Rune Factory Frontier, landet ihr im kleinen Dorf Trampoli und dank der Hilfe einer gewissen Stella findet ihr auch schnell eure vermisste Freundin wieder. In einzelnen kleinen Textpassagen erfahrt ihr, warum sie sich so lange nicht blicken lassen hat und was sonst in ihrem Leben passiert ist. Nach einer Weile dürft ihr euch endlich einen richtigen Namen geben und das Dorf weiter erkunden. Dort trefft ihr auf seltsame, aber doch interessante Bewohner. Einige haben auch direkt ein paar kleinere Aufgaben für euch parat. So fungiert ihr am Anfang als Paketdienst und schleppt Sachen von A nach B.
Glücklicherweise müsst ihr aber nicht auf der Straße übernachten, sondern bekommt schnell euer eigenes Haus inklusive einer kleinen Farm. Nachdem ihr eurer Ranch einen Namen gegeben habt, kann es auch schon losgehen. Ausgerüstet mit einer Billighacke, einer kleinen Gießkanne und Rübensaat steht der ehrlichen Arbeit nichts mehr im Wege. Doch das Feld sollte zunächst einmal gründlich gepflegt werden. Neben jeder Menge Unkraut findet ihr weitere nützliche Sachen auf dem Feld. Diese solltet ihr alle einsammeln und später in der Versandbox zum Verkauf anbieten. Diese Box steht direkt am Rand eures Feldes und sorgt für täglichen Umsatz in
Rune Factory Frontier. Natürlich können später auch andere Köstlichkeiten wie Erdbeeren oder Kirschen angebaut werden. Jeden Tag um 17:00 Uhr wird die Kiste geleert und es klingelt auf eurem Konto.
Im Dorf macht derweil das Gerücht um eine mysteriöse Bohnenranke, mit der ihr euch in den oberen Gefilden der Stadt aufhalten könnt, die Runde. Doch dort sollen neben vielen Geheimnissen auch einige böse Monster auf euch warten. Grund genug, der unheimlichen Sache auf den Grund zu gehen. Schon nach kurzer Zeit werdet ihr auf die seltsame Insel am Himmel aufmerksam. Und wie das bei einem Abenteurer so ist, wollt ihr so schnell wie möglich diese mysteriöse Ranke finden. Da
Rune Factory Frontier eine typische Lebens-Simulation ist, solltet ihr euch im Spiel auch so verhalten. Habt ihr zuviel gearbeitet oder seid zu lange unterwegs, könnt ihr schon mal vor Erschöpfung zusammenbrechen. Ihr solltet euch also genügend ausruhen und auch mal ein Nickerchen im eigenen Haus machen. Dort findet sich auch ein Tagebuch, wo ihr jederzeit euren Spielstand speichern könnt. Im Kalender könnt ihr euch zudem die nächsten wichtigen Termine ansehen.
Auch wenn
Rune Factory Frontier zu Beginn ein wenig eintönig erscheint, macht es durchaus Sinn, jeden Tag sein Feld zu bearbeiten. Dafür werdet ihr mit dem nötigen Kleingeld belohnt und dürft später euer Land vergrößern oder weitere Extras kaufen. Doch aus dem tristen Alltag wird nach einiger Zeit noch ein spannendes Abenteuer. Nachdem ihr die seltsame Insel endlich betreten habt, geht das Spiel eigentlich erst richtig los. Ausgerüstet mit verschiedenen Waffen, geht es nun gegen verschiedene Monster in den Kampf. Damit bekommen
Harvest Moon-Fans ungewohnte neue Spielelemente. Nicht nur das Holz, sondern auch die Gegner wollen kräftig gehackt werden. Die Mischung aus Rollenspiel und Action-Adventure passt gut zusammen und sorgt für zusätzliche Motivation.
Besonderes interessant ist auch die Möglichkeit, eure Gegner für euch zu gewinnen. Auch wenn es ein wenig komisch klingt, aber mit den richtigen Streicheleinheiten wird selbst das größte Monster lammfromm und stellt sich auf eure Seite. Wer keine Lust auf Schmusekurs hat, vertrümmt es ohne Rücksicht auf Verluste.
Ungenaue Steuerung vs. Spielspaß
Ein wenig hakelig wird es aber bei der Steuerung in
Rune Factory Frontier. Die Wii-Remote sowie das Nunchuck reagieren ein wenig überempfindlich auf die Eingaben. So steht ihr euch des Öfteren mal selbst im Weg und manche Aktionen werden zu einer nervigen Fummelei. Natürlich darf die Wii-Remote beim Holz hacken oder rudern kräftig geschwungen werden, meistens reicht aber auch ein simpler Knopfdruck. Damit fahrt ihr im Laufe des Spiels auch deutlich besser, da es mit der Schwingerei auf Dauer einfach zu viel wird wird. Grafisch macht das Spiel für Wii-Verhältnisse einen richtig guten Eindruck. Die kleinen Zwischensequenzen sind im Anime-Stil gehalten und detailliert umgesetzt. Untermalt werden die Aktionen leider nur mit englischer Sprachausgabe.
In
Rune Factory Frontier habt ihr eine Menge zu tun, und dank des integrierten Jahreszeiten- Wechsel wird das Spiel auch so schnell nicht langweilig. Wer natürlich nur drauflos hauen und durch das Spiel marschieren will, ist hier nicht gut aufgehoben. Kenner der
Rune Factory-Serie werden viele alte Bekannte wieder treffen und sich schnell im Spiel zurechtfinden. Neulinge werden sicherlich von der ganzen Aktionsvielfalt erschlagen und sollten viel Einarbeitungszeit mitbringen. Ernten, Kämpfen und Beziehungen aufbauen sorgen für stundenlangen Spielspaß auf der Wii. Selbst eine Ehe-Schließung sowie spätere Kinder sind in
Rune Factory Frontier möglich. Hätten die Entwickler sich bei der Steuerung ein bisschen mehr Mühe gegeben, wäre der Titel ein richtiger Knaller geworden. So werden besonders Fans von Lebens-Simulationen wie
Harvest Moon und Co. ihre helle Freude haben.