Astragon gibt seinen Einstand auf der Wii. Water Sports soll Freunde des kühlen Nass dazu bewegen, sich vor die Konsole zu setzen, um ohne Badehose ihre liebsten Sportarten auszuprobieren. Insgesamt vier verschiedene Wassersport-Events warten auf euch und wollen gemeistert werden. Windsurfing, Jetboot-Fahren, Wakeboarding und Kitesurfing – da freuen sich die Wasserratten unter uns. Auch das Wii Balance Board wird im Spiel zum Einsatz kommen. Wir haben das Spiel ausgiebig getestet und stellen klar, ob das Spiel Vorfreude auf den nächsten Urlaub macht oder gnadenlos absäuft.
Surfen geht auch ohne Strand
Surfen könnt ihr nicht nur im Internet, sondern jetzt auch auf der Wii. Und wer schon einmal auf einen Surfboard gestanden hat, der weiß, dass es alles andere als einfach ist. Astragon will seinen ersten Wii-Titel so realistisch wie möglich rüberbringen. Nach einem kurzen Intro kann es auch schon losgehen. Viele Spieloptionen werden nicht angeboten und ihr sucht euch am Anfang erstmal euren Favoriten aus. Neben dem Einzelspielermodus dürft ihr euch noch am Mehrspieler- und Koop-Modus heranwagen. Sechs verschiedene Locations sollen dabei für Abwechslung sorgen. Jeder Ort ist unterschiedlich, da immer andere Vorgaben gestellt werden. Neben der Schnelligkeit geht es im Surfsport auch um jede Menge Tricks. Dabei werden Punkte und verschiedene Boni gesammelt.
Wir haben direkt mal die Balance Board-Variante ausprobiert und uns das Jetboot geschnappt. Nun ist es eigentlich nur wichtig das Gleichgewicht zu halten und den Körper nach links und rechts zu schwenken. Hört sich zwar denkbar einfach an, ist aber alles andere als das. Das Board reagiert ungemein genau auf jede Bewegung und es ist fast unmöglich gerade in der Spur zu bleiben. Schon nach wenigen Sekunden verliert ihr den Blick auf die Strecke und findet euch neben der Spur wieder. Tricks und Beschleunigung werden weiterhin mit der Wii-Fernbedienung durchgeführt, doch bis dahin müsst ihr erstmal kommen. Wir empfehlen ganz klar die Steuerung ohne Board, dann geht die Herzfrequenz auch nicht unnötig nach oben. Habt ihr es dann doch geschafft dürft ihr unter anderem auf dem Lenker sitzen oder einen Kopfstand ausführen - natürlich virtuell.
In allen vier Wassersportarten wird das Balance Board gleich genutzt, es gibt keinerlei Unterschiede. Vielleicht sind wir ja auch nur zur ungelenkig für diese Sportart, aber ich denke daran wird es kaum liegen. Grundsätzlich ist die Idee mit dem Board ja gar nicht mal so schlecht, aber leider hapert es mal wieder an der Umsetzung. Auch bei den anderen Sportarten findet ihr euch eher neben als auf der Strecke wieder. Immerhin gibt es in einigen Locations auch nur gerade Strecken, da kann es schon mal öfters ein paar Punkte geben. Beim Kitesurfen wird ein Lenkdrachen für die Fortbewegung genutzt. Noch gibt es diesen nicht als Zusatz Hardware von Nintendo, aber wer weiß. Mit dem Steuerkreuz auf der Wii-Fernbedienung werden Tricks wie
Tabletop,
Triple Backloop oder
360 Twist durchgeführt. Beim Windsurfen wird die Fernbedienung horizontal nach vorne und zurück bewegt, eine Art Pumpenbewegung. Nach jedem Fall ins kühle Nass muss wieder kräftig gepumpt werden. Habt ihr das alles soweit im Griff könnt ihr dann Tricks wie
Air Flaka oder
Frontloop ausprobieren.
Kein gelungenes Debüt für Astragon
Bei der letzten Wassersportart ist Wakeboarding angesagt. Dabei wird der Surfer von einem Boot gezogen und steht dabei seitlich zur Fahrtrichtung auf einem Surfbrett. Wenn ihr das ohne Stürze hinbekommt gibt es so bekannte Tricks wie
Heelside Off Axis 360 oder
Wrapped KGB. Die Experten unter euch wissen sicherlich was damit gemeint ist. Grafisch ist das Spiel auch eher in der üblichen Wii-Mittelklasse einzustufen. Irgendwie gewollt, aber am Ende doch nicht wirklich gekonnt. Die Animationen wirken teilweise sehr hölzern und auch die Wassereffekte sahen in anderen Spielen schon mal besser aus. Wer wirklich auf Wassersport steht, sollte es lieber am Strand seines Vertrauens versuchen.
Auch auf eine Mii-Unterstützung müsst ihr im Spiel leider verzichten. Dafür dürft ihr euch eure Favoriten aus drei verschiedenen Teams aussuchen. Der Sound läuft unscheinbar nebenher und ist eigentlich nicht der Rede wert. Die wenigen Spieloptionen können leider nicht auf Dauer unterhalten und sorgen schnell für Langeweile. Immerhin müsst ihr für das Spiel nicht viel Geld ausgeben und somit hält sich der Ärger vielleicht noch in Grenzen. Astragons Debüt auf der Wii ist leider ins Wasser gefallen und wir können nur hoffen, dass sie daraus lernen. Doch wir gehen mal ganz stark davon aus, dass wir wohl bald noch mehr Spiele in dieser Art wiedersehen werden. Surffans werden vielleicht wenigstens für kurze Zeit ein wenig Freude an dem Spiel haben, hinterher aber doch wieder lieber auf das echte Surfbrett steigen.