Großer Name bedeutet auch großes Spielevernügen? Gelungene Versoftung einer traditionsreichen Hörspiel-Reihe? Gelungene Familienunterhaltung – zugleich für Nostalgiker und den Nachwuchs? Prägnant für meine Artikeleinleitung sind nicht nur die drei eben gestellten Fragen, sondern vielmehr wie ich diese abgeschlossen habe. Nämlich mit einem Fragezeichen. Und weil es drei Fragen sind, sind wir auch schon beim Thema – nämlich bei den drei Fragezeichen. Diese machen sich daran, das verfluchte Schloss zu erkunden und wir machen uns daran, mit detektivischen Spürsinn herauszufinden, ob es auch Spaß macht, die Jungs bei ihrer Arbeit zu begleiten.
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Wem die drei Fragezeichen nichts sagen, dem sei verraten, dass es sich hierbei um eine gelungene Hörspiel-Reihe handelt, die bereits Kultstatus genießt. Denn die Hörer, die damals alles im Original verschlungen haben, sind jetzt bereits gealtert und hängen immer noch an ihren Kindheitserinnerungen. Und das auch vollkommen zu Recht, denn auch heute gehören die drei Fragezeichen zum besten was man in Sachen Hörspiel-Unterhaltung anführen kann. Natürlich liegt da nichts näher als in den Zeiten, wo es schon längst den DVD-Rekorder auch im Kinderzimmer gibt und der Kassettenrekorder nur eine vage Erinnerung der Eltern ist, das Ganze auch für die Wii umzusetzen. Die Frage ist nur, ob das Ganze auch gelingt? Aber nun genug der Fragezeichen. Kommen wir zu den Antworten.
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Anfangs sieht man zwar die Charaktere in Person, aber das war es für das erste auch schon. Außer ein paar eingestreuten Filmchen sieht man nicht sonderlich viel von den Protagonisten mit Kultstatus. Das könnte man ja noch irgendwie verschmerzen, wenn nicht auch die gewählte Ego-Perspektive dermaßen altbacken und überholt aussehen würde. Irgendwie erinnert mich das ganze Spiel an
Shadowgate für das NES, wo ich eingangs auch ein Third-Person-Game erwartet hatte. Und das meine ich nicht retro-romantisch verklärt, sondern vielmehr kritisch. Denn die Grafik ist auch für Wii-Verhältnisse altmodisch und lieblos.
Die drei ??? - Das verfluchte Schloss wirkt steril und plump ausgeleuchtet. Das macht selbst die selige
Myst-Reihe besser. Und neben der miesen Grafik ist auch beim Sound nichts los. Sprachausgabe gibts nur bei den kurzen Filmeinblendungen und die Texttafeln, mit denen ansonsten kommuniziert wird, sind gefüllt mit langweiligen Aussagen. Hier bleibt wirklich nichts vom Charme der Hörspiel-Klassiker mehr übrig, die uns lehrten, dass man immer einen zweiten Blick riskieren muss, um alles aufzudecken. Denn nichts ist so, wie es scheint.
Verschollen im Herrenhaus
Seine Spielzeit verbringt man in
Die drei ??? - Das verfluchte Schloss damit, durch endlos lange Flure zu wanken und sich an den unzähligen Mini-Spielchen zu versuchen. Dabei ist es überwiegend egal, ob man alle erfüllt, denn meistens spielt es auch keine Rolle, ob sich die besagte Tür nun öffnet oder nicht. Aber um ehrlich zu sein, ist das auch gut so. Denn viele Spielereien sind dermaßen langweilig geraten, dass man schon beim zweiten Mal keine Lust mehr hat. Moment mal, hab ich gerade von einem zweiten Mal gesprochen? Ja, genau. Denn nicht nur, dass man statt Rätselknacken öfters auch mal nur simpel addieren muss – nein, diese Aufgabenstellungen wiederholen sich auch noch frech. Dazu gesellen sich andere langweilige und leicht lösbare Aufgaben wie das richtige Kombinieren von ein paar Rohrleitungen.
Liebloser Linzenztitel
Der Titel kann froh sein, dass er die Versoftung des gleichnamigen Kinofilms ist. Denn nur so wird
Die drei ??? - Das verfluchte Schloss noch etwas Aufmerksamkeit zuteil. Und das zu Lasten der drei Fragezeichen. Denn solch einen miesen und vor allem lieblosen Abklatsch haben die Kindheitshelden nicht verdient. Das Ganze gibt sich als rätsellastiges und stimmiges Adventure aus und ist im Grunde genommen nichts anderes als eine sinnfreie Ansammlung von Mini-Spielen für Kinder im Vorschulalter. Auch das Wechseln zwischen den Charakteren bringt keine Abwechslung oder erkennbare Story in den Titel. Hier hat man sich erbarmungslos auf den zugkräftigen Namen verlassen und wohl in der Mittagspause den Titel eben fertig programmiert.