Was musste Nintendo von der Core-Gemeinde doch für Hiebe einstecken, als sie im letzten Jahr auf der E3 fast ausschließlich Stoff für den Casual-Gamer vorstellten. Wo blieben die echten Spiele? Wo blieben Mario, Zelda, Starfox oder Metroid? Die Antwort ist einfach: Auf dem Nintendo GameCube! „New Play Control“ ist das Stichwort, dass es Big N erlaubte die Spiele von damals einfach noch mal für die Wii aufzulegen. Neben »Pikmin, »Mario Power Tennis, sollte auch das nun vorliegende Donkey Kong: Jungle Beat seinen zweiten Frühling erleben. Zum leicht reduzierten Preis steht der Titel nun bereits seit einigen Tagen in den Läden. Lohnt sich die Anschaffung eines vier Jahre alten Spiels wirklich? GameRadio hat für euch die WiiMote geschwungen und von Ast zu Ast gehüpft.
Bevor wir uns intensiver mit der aktuellen Version auf der Wii befassen, werfen wir einen Blick zurück ins Zeitalter des GameCubes: Gerade erst hatte Nintendo mit dem Musikspiel
Donkey Konga auf den Markt gebracht. Der besondere Reiz des Spiels bestand dabei in der Verwendung des beiliegenden Controllers. Durch die Bongos, in denen auch ein Mikrofon verbaut wurde, ließ sich das Spiel ganz intuitiv steuern. In Europa folgte kurze Zeit später auch noch der Nachfolger
Donkey Konga 2. Während die japanischen Zocker mit weiteren Teilen der Serie beglückt wurden, war für europäische Affenfans mit dem zweiten Teil Schluss. Damit der nicht gerade billige Controller nicht nutzlos in der Ecke verstaubte, schob Nintendo noch ein weiteres Spiel mit Donkey Kong nach:
Donkey Kong: Jungle Beat. Dieses ließ sich zwar auch über das konventionelle Gamepad steuern, richtig spaßig wurde es jedoch erst bei Verwendung der Bongos. Das Konzept war dabei ebenso irrwitzig wie innovativ. Durch das schnelle Anschlagen der Bongoflächen bewegte sich Donkey Kong in die entsprechende Richtung. Das eingebaute Mikrofon fand auch seine Verwendung. Durch simples Händeklatschen führte der Primat eine Klatschattacke durch. Auch andere Aktionen wurden durch das Klatschen der Hände ausgelöst, abhängig von der aktuellen Spielsituation.
Vom GameCube zur Wii
Das durchaus gelungene Spielprinzip von
Donkey Kong: Jungle Beat wurde nun an die speziellen Eigenschaften der Wii angepasst. Die Steuerung erfolgt nun nicht mehr über die Bongo-Peripherie, sondern über Wii-Fernbedienung und Nunchuck. Mit dem Nunchuck steuert ihr Donkey Kong durch die verschiedenen Spielabschnitte. Die häufig angewendeten Grabschbewegungen erfolgen durch Druck der A-Taste, dies erleichtert euch das Aufsammeln der Bananen. Der Oberaffe greift durch diese Aktion gierig um sich und packt sich alle Bananen in Reichweite. Natürlich dürfen bei einem Wii-Spiel die fast schon zum Standard gewordenen Schüttelorgien nicht fehlen. Hält sich Donkey Kong in einer geduckten Position, sendet er nach Schütteln der Wii-Fernbedienung Schockwellen aus, die ihm lästige Gegner vom Leib halten. Schlussendlich gibt es noch den bekannten Mario-Stampfer. Befindet sich Donkey Kong in der Luft, drückt einfach den Z-Button und schon saust euer Affe mit großer Wucht auf den Boden zurück. Dies löst automatisch eine erneute Schockwelle aus.
Unter dem Strich ist die Steuerung von
Donkey Kong: Jungle Beat ziemlich intuitiv. Selbst Anfänger haben die Abläufe schnell verinnerlicht und nach kurzer Zeit ist die Bedienung in Fleich und Blut übergegangen. Das besondere Element der Bongo-Steuerung bleibt dabei natürlich auf der Strecke. Während das GameCube-Original doch zu einem Teil von der Einzigartigkeit der Bedienung lebte, fühlt sich die Wii-Fassung eher routiniert an. Große Innovationen blieben diesmal leider aus.
Wirklich witzig hingegen sind auch diesmal die dosiert eingestreuten Hotspots, die Donkey Kong zu einer besonderen Aktion veranlassen. Durch schütteln der Wii-Fernbedienung klettert der Primat etwa an einem Blumenstengel nach oben, um sich dann mit einem gewaltigen Satz zu einem entfernt liegenden Ziel katapultieren zu lassen.
An der technischen Seite hat sich ebenfalls wenig getan. Immerhin hat Nintendo
Donkey Kong: Jungle Beat einen Widescreen-Modus spendiert. Ansonsten könnt ihr – von der Steuerung einmal abgesehen – die Änderungen mit der Lupe suchen.
Story – Werde zum König der Affen
Während Donkey Kong in seinem ersten Videospiel noch als Bösewicht fungierte und den guten alten Mario mit Fässern bombardierte, muss er nun selbst als Held auftreten und den Dschungel retten. Nintendotypisch hat auch die Story von
Donkey Kong: Jungle Beat nicht gerade viel Tiefgang. Böse Affen haben den Dschungel überfallen, die Macht an sich gerissen und alle Bananen geraubt. Nur einer kann die Dschungelbewohner von den Machenschaften der Bösewichter befreien: unser strahlender Held Donkey Kong!
Sicherlich gewinnt das Spiel mit dieser Story keinen Innovationspreis, doch wird dies wohl auch von keinem Nintendo-Fan ersthaft erwartet. Schließlich machen Mario & Co. auch nach über 20 Jahren Videospielgeschichte mit der gleichen Geschichte immer noch jede Menge Spaß.
Gameplay – Donkey Kongs beschwerlicher Weg durch den Dschungel
Der Dschungel ist unterteilt in unterschiedliche Reiche, die durch die Oberbösewichter kontrolliert werden. Nach und nach schaltet ihr neue Areale frei. Jedes Reich besteht aus insgesamt zwei Levels und einem Endgegner. In den beiden Levels kommt den eingesammelten Bananen eine besondere Bedeutung zu, da diese beim Endkampf eure Lebensenergie darstellen. Während der Endkämpfe schaltet das Spiel in eine Third-Person Ansicht um. Ähnlich wie in einem Beat´em Up prügelt ihr euch Mann-gegen-Mann um den Sieg. Die Steuerung dabei ist recht einfach gehalten. Durch Drücken des Z- oder B-Knopfs weicht ihr den Schlägen eures Gegners aus. Anschließend kann Donkey Kong eine Schlagsalve vom Stapel lassen. Dies wiederum geschieht durch schnelles Rütteln von Wii-Fernbedienung und Nunchuck. Hier funktionieren die Wii-Funktionen ganz hervorragend. Das möglichst schnelle Wedeln der Peripherie lässt den Spieler wirklich bis an seine Grenzen gehen.
Wirklich fordernd sind die Bosskämpfe jedoch nicht. Schnell sind die richtige Strategie und das nötige Timing erkannt und der Obermotz liegt am Boden. Gleiches gilt auch für die einzelnen Spielabschnitte. Durch die Wii-Steuerung hat das Spiel ein wenig an Schwierigkeit verloren. Dennoch stellen die Jump`n`Run Passagen die besten Parts des Spiels dar. Die Levels spielen sich durchgehend flüssig und haben auch die nötige Abwechselung. Spielabschnitte im Wasser oder in der Luft lockern das Geschehen immer wieder auf. Dies trifft auch für die Begleiter zu, die Donkey Kong immer wieder antrifft. So dürft ihr einige Strecken auf dem Rücken eines Bisons zurücklegen oder mit einem Springwal durch das Wasser tauchen. Für genügend Vielfalt hat Nintendo in
Donkey Kong: Jungle Beat also wieder einmal gesorgt.
Technik – Was macht das Spiel optisch her?
Die grafischen Erwartungen an ein Wii-Spiel sind meist ohnehin nicht besonders hoch. Bedenkt man, dass es sich bei
Donkey Kong: Jungle Beat um ein Remake eines GameCube Titels handelt, zieht sich der Titel allerdings gut aus der Affäre. Die Comicgrafik wirkt auch heute noch frisch und sehr sympatisch. Vor den meisten anderen Wii-Spielen muss sich Donkey Kong jedenfalls nicht verstecken.
Auch auf der auditiven Seite gibt es wenige Überraschungen. Der Soundtrack fügt sich nahtlos ins Gesamtbild des Nintendo-Universums ein. Viele Melodien durften bereits im Retro-Katalog des Oberaffen gehört werden. An die fehlende Sprachausgabe dürften sich Nintendo-Fans wohl ebenfalls schon gewöhnt haben. Große Worte sollte man von einem Affen ohnehin nicht erwarten.