Damit auch die berühmten Kellerkinder unter den Spieleliebhabern etwas mehr Bewegung bekommen, wurde von Gross Electronic ein innovatives AddOn für die Wii entwickelt. Mit jOG soll der Spieler noch mehr in den Mittelpunkt rücken und näher am Geschehen sein. Das Bewegen der Spielfigur wird hiermit zum anstrengenden Dauerlauf. Ob es sich lohnt, für jOG wirklich aufzustehen, zeigen wir hier.
Lauf, Couchpotato, Lauf
Das Prinzip, das sich hinter
jOG verbirgt, ist sehr simpel: Zwischen den Nunchuck und die Wiimote schließt man einen Schrittzähler an. Dieser reagiert auf die „Schrittbewegung“, sprich das Auf und Ab. Der idealerweise am Gürtel oder am Hosenbund befestigte Zähler registriert die Bewegung und leitet diese an die Wiimote weiter. Das Ergebnis: die Spielfigur bewegt sich.
Bevor man loslegt, muss man allerdings zwei kleine Dinge erledigen. Zuerst muss
jOG richtig angeschlossen werden. Dies dürfte allerdings kein Problem darstellen, da im beigefügten Handbuch idiotensicher erklärt wird, wie man vorgehen muss. Das Kabel des Nunchuck kommt in den Schrittzähler, das des Schrittzählers in die Wiimote. Anschließend kann man sich entscheiden, ob man den
jog- oder den
couch-Modus verwenden möchte. Falls man sich für den Couchmodus entscheidet, fällt das Laufen weg, da der Schrittzähler automatisch durchgehend den Befehl zur Bewegung der Spielfigur auslöst. Im zweiten Modus darf natürlich freudig gejogt werden. Nebenbei zeigt
jOG dem Spieler auf einem kleinen Display an, wie viele Schritte er hinter sich gebracht hat und wie viele Kalorien dabei verbraucht wurden.
Nie wieder „fauler Zocker“?
Die hinter
jOG stehende Idee ist im Grunde sehr gut. Leider gibt es auch einiges zu bemängeln. Der Couchmodus beispielsweise ist absolut überflüssig. Wer im Sitzen spielen möchte, kann auf diesen Zusatz zur Konsole verzichten, da
jOG hier nichts weiter darstellt als zusätzliches Kabel.
Ein weiterer Strich durch die Rechnung ist die begrenzte Möglichkeit der Nutzung von
jOG. Kompatibel sind in erster Linie nur Spiele, welche den Nunchuck und die Wiimote nutzen. Doch auch hier müssen Abstriche gemacht werden, da es auch Games gibt, bei denen
jOG nicht erkannt wird und man nichts weiter erhält als die Meldung „Nunchuck anschließen“. Auf der
»offiziellen Seite zu
jOG kann man sich allerdings ein Bild davon machen, welche Spiele definitiv kompatibel sind und welche nicht. Hierunter findet man zum Beispiel Toptitel wie
Super Mario Galxy und
Zelda. Leider ist die Auswahl dennoch sehr beschränkt.
Ein weiterer Minuspunkt zeigt sich im angepriesenen
Feeling, welches sich beim Spielen einstellen soll. Mir persönlich erschien es so, dass ich extrem zum Multitasking angehalten wurde. Man bringt die Spielfigur zwar durch Laufbewegungen zum gehen/laufen, allerdings muss man mit dem Nunchuck immer die Richtung vorgeben. Wenn man keine Richtung vorgibt, kann man noch so viel laufen: Die Spielfigur rührt sich keinen Millimeter. Auch zeigt sich keinerlei Unterschied, wenn man einfach nur das Bein, an dem
jOG befestigt ist, hin und wieder nach oben hebt, oder ob man rennt wie ein Verrückter. Die Spielfigur führt immer die gleichschnellen Bewegungen aus.
Positiv fällt allerdings auf, dass das Übertragen der Schritte einwandfrei funktioniert. Sobald man steht, macht auch die Spielfigur das selbige. Für mich ebenfalls überzeugend ist die Tatsache, dass längst durchgezockte Games einen neuen Reiz erhalten und durch
jOG einen erhöhten Schwierigkeitsgrad bekommen, da man zusätzliche Bewegungen machen und auf Körperkoordination achten muss.
Idealerweise lässt man
jOG allerdings andere nutzen. Das Bild, welches sich beim Spielen mit
jOG ergibt, ist Gold wert. Ein verkabelter Mensch, der vor einem Fernseher herumhopst und mit seinen Händen herumfuchtelt, aber dennoch versucht, das Ganze mit Eleganz und Würde zu tun, stellt für die Zuschauer Unterhaltung pur dar.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
