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JOG
 Hardware-Test von Mario Zollitsch (02.07.2009) Artikel-Feed (RSS) abonnieren

Damit auch die berühmten Kellerkinder unter den Spieleliebhabern etwas mehr Bewegung bekommen, wurde von Gross Electronic ein innovatives AddOn für die Wii entwickelt. Mit jOG soll der Spieler noch mehr in den Mittelpunkt rücken und näher am Geschehen sein. Das Bewegen der Spielfigur wird hiermit zum anstrengenden Dauerlauf. Ob es sich lohnt, für jOG wirklich aufzustehen, zeigen wir hier.


Lauf, Couchpotato, Lauf

Das Prinzip, das sich hinter jOG verbirgt, ist sehr simpel: Zwischen den Nunchuck und die Wiimote schließt man einen Schrittzähler an. Dieser reagiert auf die „Schrittbewegung“, sprich das Auf und Ab. Der idealerweise am Gürtel oder am Hosenbund befestigte Zähler registriert die Bewegung und leitet diese an die Wiimote weiter. Das Ergebnis: die Spielfigur bewegt sich.

Bevor man loslegt, muss man allerdings zwei kleine Dinge erledigen. Zuerst muss jOG richtig angeschlossen werden. Dies dürfte allerdings kein Problem darstellen, da im beigefügten Handbuch idiotensicher erklärt wird, wie man vorgehen muss. Das Kabel des Nunchuck kommt in den Schrittzähler, das des Schrittzählers in die Wiimote. Anschließend kann man sich entscheiden, ob man den jog- oder den couch-Modus verwenden möchte. Falls man sich für den Couchmodus entscheidet, fällt das Laufen weg, da der Schrittzähler automatisch durchgehend den Befehl zur Bewegung der Spielfigur auslöst. Im zweiten Modus darf natürlich freudig gejogt werden. Nebenbei zeigt jOG dem Spieler auf einem kleinen Display an, wie viele Schritte er hinter sich gebracht hat und wie viele Kalorien dabei verbraucht wurden.


Nie wieder „fauler Zocker“?

Die hinter jOG stehende Idee ist im Grunde sehr gut. Leider gibt es auch einiges zu bemängeln. Der Couchmodus beispielsweise ist absolut überflüssig. Wer im Sitzen spielen möchte, kann auf diesen Zusatz zur Konsole verzichten, da jOG hier nichts weiter darstellt als zusätzliches Kabel.

Ein weiterer Strich durch die Rechnung ist die begrenzte Möglichkeit der Nutzung von jOG. Kompatibel sind in erster Linie nur Spiele, welche den Nunchuck und die Wiimote nutzen. Doch auch hier müssen Abstriche gemacht werden, da es auch Games gibt, bei denen jOG nicht erkannt wird und man nichts weiter erhält als die Meldung „Nunchuck anschließen“. Auf der »offiziellen Seite zu jOG kann man sich allerdings ein Bild davon machen, welche Spiele definitiv kompatibel sind und welche nicht. Hierunter findet man zum Beispiel Toptitel wie Super Mario Galxy und Zelda. Leider ist die Auswahl dennoch sehr beschränkt.

Ein weiterer Minuspunkt zeigt sich im angepriesenen Feeling, welches sich beim Spielen einstellen soll. Mir persönlich erschien es so, dass ich extrem zum Multitasking angehalten wurde. Man bringt die Spielfigur zwar durch Laufbewegungen zum gehen/laufen, allerdings muss man mit dem Nunchuck immer die Richtung vorgeben. Wenn man keine Richtung vorgibt, kann man noch so viel laufen: Die Spielfigur rührt sich keinen Millimeter. Auch zeigt sich keinerlei Unterschied, wenn man einfach nur das Bein, an dem jOG befestigt ist, hin und wieder nach oben hebt, oder ob man rennt wie ein Verrückter. Die Spielfigur führt immer die gleichschnellen Bewegungen aus.

Positiv fällt allerdings auf, dass das Übertragen der Schritte einwandfrei funktioniert. Sobald man steht, macht auch die Spielfigur das selbige. Für mich ebenfalls überzeugend ist die Tatsache, dass längst durchgezockte Games einen neuen Reiz erhalten und durch jOG einen erhöhten Schwierigkeitsgrad bekommen, da man zusätzliche Bewegungen machen und auf Körperkoordination achten muss.

Idealerweise lässt man jOG allerdings andere nutzen. Das Bild, welches sich beim Spielen mit jOG ergibt, ist Gold wert. Ein verkabelter Mensch, der vor einem Fernseher herumhopst und mit seinen Händen herumfuchtelt, aber dennoch versucht, das Ganze mit Eleganz und Würde zu tun, stellt für die Zuschauer Unterhaltung pur dar.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Die Idee, die sich hinter jOG verbirgt, ist genial. Allerdings zeigen sich in der Praxis einige Probleme. Das Joggen ist leicht zu umgehen, indem man auf "Couch" stellt bzw. den Schrittzähler langsam schüttelt. Auch fehlt dem ganzen eine gewisse Dynamik. Man kann mit jOG letztendlich nur den Befehl zum Laufen geben, Richtungen oder Geschwindigkeit bleiben komplett außen vor, was viel Gutes der eigentlichen Idee wegnimmt. Das nächste Problem ergibt sich in der Kompatiblität: Nur bestimmte Spiele unterstützen jOG und schränken daher die Nutzung stark ein.
jOG ist zwar innovativ und witzig zu betrachten, wird aber sicherlich kein Renner.
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Pro:
einfache Bedienung
großer Unterhaltungswert für Zuschauer
witzige Erweiterung für die Wii
neuartiges Spielgefühl

Contra:
schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis
nur fmit bestimmten Titeln kompatibel
reagiert nur auf Auf- und Abbewegung


Offizielle Website:
 jog 2 play

Weitere Links:
 kompatible Spiele
 Trailer



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