Der von Eiichiro Oda erfundene Pirat „Strohhut“ Ruffy und seine achtköpfige Crew begeben sich in One Piece Unlimited Cruise 1 - Der Schatz unter den Wellen in ein völlig neues Abenteuer, welches von Eiichiro Oda extra für das Spiel geschrieben wurde und die über 500 Kapitel umfassende Manga-Serie ergänzt. Ob das Spiel, welches vor knapp neun Monaten in Japan erschienen ist, auch bei uns zu einem wahren Schatz für Genrefans wird oder ob es in den Meeren der Videospiele gnadenlos untergeht, werden wir in unserem Review zeigen.
Piraten auf Schatzsuche
Die Geschichte von
One Piece Unlimited Cruise 1 - Der Schatz unter den Wellen dreht sich um „Strohhut“ Ruffy, der auch im Videospiel die Hauptrolle übernimmt. Durch eine sogenannte Gum- Gum- Frucht erhielt Ruffy die Fähigkeit, seinen Körper beliebig zu dehnen. Sein größter Traum ist es, ein berüchtigter Pirat zu werden und den größten Schatz der Meere, den sogenannten „One Piece“ zu finden. Auf seiner Reise durch die fiktiven Meere sammelt er viele Gefährten um sich, die ihn während des gesamten Abenteuers begleiten und ebenfalls spielbar sind. Insgesamt kann man zwischen 12 Charakteren wählen, wobei einige genannt werden möchten.
Einerseits sollte man Naomi, die Taschendiebin erwähnen. Sie wurde von Ruffy rekrutiert und übernimmt auf der „Sunny Thousend“, dem Schiff der Piratenbande, die Aufgabe des Offiziers. Sanji dagegen ist der Koch an Bord und schloss sich der Gruppe an, um das legendäre Meer „All Blue“, welches alle Fischarten enthalten soll, zu finden. Weitere bekannte Charaktere wie Robin, Chopper, Lysop, Zorro, Franky oder Brook sind ebenfalls mit von der Partie und unterstützen Ruffy bei seinem neuesten Abenteuer. Exklusiv für das Videospiel wurde ein neuer Charakter eingeführt: Gabbi. Dieser kleine Charakter ist der wichtigste Schlüssel im Spiel. Man füttert Gabbi mit Items, um so Punkte freizuschalten, die versperrte Wege öffnen und die Kämpfe gegen Bosse zu ermöglichen.
Obwohl alle Charaktere in
One Piece Unlimited Cruise 1 eine umfangreiche Hintergrundgeschichte besitzen und das Spiel in die geniale Story von One Piece eingebettet ist, wirkt die Handlung im Game selbst etwas schwach. Eine unbekannte Macht zieht Ruffy in einen Strudel und bietet ihm ein Geschenk an. Der abenteuerlustige Pirat nimmt es sofort an und einen kurzen Moment darauf erscheinen fünf unbekannte Inseln, auf denen sich die Strohhut-Bande etlichen Prüfungen stellen muss.
Kloppen, sammeln, kloppen
Die originaltreuen Charaktere können sich auf den exotischen Inseln weitgehend frei bewegen, doch das Ziel ist im Grunde vollkommen klar: Gegner verprügeln, um Items zu erhalten, die man benötigt, um neue Wege zu öffnen, die zu wieder neuen Gegnern führen. Was hierbei variiert: Man kann wählen, welchen Held der Crew man in der 3rd Person Perspektive steuern möchte. Insgesamt wirkt das Ganze also recht einseitig. Doch der Schein trügt: Eine große Auswahl an Gegnern und speziellen Attacken der Piraten, welche man ohne allzu viel Fuchtelei mit der Wii-Fernbedingung ausführen kann, sorgen für ein recht abwechslungsreiches Gameplay. Die Steuerung mit dem Nunchuck und der Wiimote klappt sehr gut und man hat sich in kürzester Zeit damit angefreundet.
Die Itemsuche in
One Piece Unlimited Cruise 1 erscheint auf den ersten Blick zwar auch sehr langweilig und langwierig, allerdings wurde das Sammeln schön in die Story integriert und meistens erscheint es einem nicht störend, wenn man schon wieder neue Materialien benötigt. Ein weiterer Ansporn für das Sammeln ergibt sich aus der Möglichkeit, Items zu erschaffen und bereits vorhandene Gegenstände upzugraden. Dies ermöglicht wieder neue Möglichkeiten, das Spiel fortzusetzen. Beispielsweise kann man angeln oder mit einem Netz Insekten fangen, die ebenfalls wieder neue Wege offenbahren.
Ein weiterer netter Zusatz ist das Piratenschiff, die „Thousend Sunny“, das Schiff der Tausend Meere. Es ist im Spiel vollkommen begehbar und dient als Basis für die Crew. Hier kann man Materialien lagern, das Spiel speichern, neue Items erschaffen, alte upgraden oder einfach die Charaktere wiederbeleben beziehungsweise heilen.
Kaum erwähnenswert ist hierbei der Versus-Mode, in dem man sich gegenseitig bekämpfen kann. In eingeengten Maps versucht ihr, euch gegenseitig platt zu machen. Da das Spiel nicht als typische Beat'Em Up daherkommt, langweilt dieser Modus sehr schnell.
Land in Sicht- und Hörweite(?)
Grafisch kann sich
One Piece Unlimited Cruise 1 - Der Schatz unter den Wellen im Vergleich zu anderen Titeln auf der Wii sehen lassen. Zwar ergibt sich kein Feuerwerk wie beispielsweise in
Mario Galaxy, doch die liebevoll gestalteten Inseln und die witzigen Charaktere ziehen Fans schnell in ihren Bann. Auch wenn das Game bereits letztes Jahr in Japan erschienen ist, kann es sich problemlos mit anderen Wii-Titeln messen.
Bei Musik und Sprache wurde allerdings gespart. Die bei Fans hoch geschätzten Synchro-Stimmen wurden im Spiel außen vor gelassen. Gesprochen wird lediglich in japanisch oder englisch. Dafür wird man von vielen deutschen Untertiteln darüber aufgeklärt, was gerade gesagt wurde. Die Dialoge sind außerordentlich witzig und teilweise auch mit hartem Humor versehen, was sicherlich daher kommt, dass RTL2 und Co. hier keine Zensur ansetzen konnten. Die Hintergrund-Musik ist definitiv nicht mehr als „untermalend“. Sie sticht nicht heraus, fällt kaum auf und ist weder einprägend noch wirklich störend. Sie dudelt vor sich hin und es scheint, als wäre sie nur da, um die Stille im Raum etwas zu füllen. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen.
Erfolgreiche Suche
Die Schwierigkeit von
One Piece Unlimited Cruise 1 - Der Schatz unter den Wellen ist in etwa mit der Tiefe der Geschichte anzusiedeln: Relativ weit unten. Die Gegner stellen keine sonderliche Bedrohung dar, vor allem, da man, falls ein Charakter den Geist aufgibt, immer noch genügend andere zum Einsatz zur Verfügung hat. Die Gegner und Bosse, die Fans bekannt vorkommen dürften, legen allerhöchstens kleine Kiesel in den Weg, die man mit einem leichten Tritt locker aus dem Weg räumen kann.
Was einen vom schnellen Ziel abhalten kann, ist dagegen der Bedarf an bestimmten Items oder Materialien. Auch mit einer noch so klug erarbeiteten Taktik kann es passieren, dass man das Benötigte einfach nicht finden kann. Dies kann schnell zu Frust und kaputten Wiimotes führen, falls diese nicht ordnungesmäß "angeleint" wurden.