Nintendos Wii schreit förmlich nach abgefahrenen Spielideen. Eine solche liefern uns Prope mit Let's Tap. Die Jungs haben nämlich ein Spiel entwickelt, das man mit einem gewöhnlichen Karton steuert. Ob und wie das funktioniert und ob das Ganze auch Spaß macht, erfahrt ihr in unserem Review.
Fünfkampf
Wer
Let's Tap zum ersten Mal startet, wird über ein ausführliches Tutorial an die Steuerung gewöhnt. So lernt man, das Menü und die Minispiele durch leichte Tapser und starkes Klopfen zu steuern. Damit das Spiel richtig auf eure Kommandos reagiert, kann man auch die Empfindlichkeit kalibrieren. Genau so wichtig ist es aber, einen passenden Karton zu finden. Denn das Spiel steuert ihr indirekt mit Trommel-Einlagen, die von der Wiimote registriert werden. Ich persönlich kam mit einem Playstation-3-Verpackung wesentlich besser zurecht als mit der Verpackung eines Wii Wheels. Nach dem Tutorial könnt ihr gleich mit einem der fünf Minispiele loslegen.
Das erste Minispiel "Trommelrennen" stellt vor allem im Mehrspielermodus ganz klar den Höhepunkt von
Let's Tap dar: Ihr steuert ein Strichmännchen durch Klopfen über eine Rennbahn. Die 16 Kurse sind dabei mit Hindenissen und Fallen gespickt, die sich durch einen Sprung (starkes Klopfen) überwinden lassen. Es kann jedoch oft passieren, dass man, um schneller zu werden, instinktiv fester klopft und daher springt. Das kostet Zeit und nicht selten entscheidet so ein Sprung auch über Sieg und Niederlage, was besonders ärgerlich ist. Trotzdem macht
Let's Tap echt Laune und vor allem mit Freunden absolviert man gerne alle 16 Strecken in Folge.
Im Menü direkt darunter platziert ist ein
Donkey-Konga-Klon. Ein nicht besonders gelungener Klon des Trommel-Spiels für den GameCube, wohlgemerkt. Statt zwei verschiedenen Trommeln gibt es bei "Immer im Takt" drei verschiedene Schlagstärken, die ihr jedoch getrost ignorieren könnt. In Prinzip kann man die Songs blind und taub durch Dauertrommeln abschließen. Der zweite große Kritikpunkt ist die Musikauswahl. Statt bekannter Hits gibt es Songs, mit denen nur echte Japan-Fans glücklich werden.
Das nächste Minispiel hat sich auch von einem anderen Titel inspirieren lassen. Der Jenga-Klon "Stabile Blöcke" macht sogar Spaß. Es geht darum, aus einem Turm kleine Klötzchen zu ziehen, ohne dass dieser zusammenstürzt. Dies lässt sich natürlich nur mit vorsichtigen Trommelbewegungen erreichen. Eine nette Variante davon ist der "Alchemist", wo es darum geht, durch das Wegziehen einzelner Blöcke drei oder mehr gleichfarbige Blöcke in einer Reihe anzuordnen, die dann zu einem Juwelenblock werden. Sind drei Juwelenblöcke übereinander, werden auch sie zu einem Block höherer Ordnung.
Der Modus "Sphäriker" ist ein Sidescroll-Shooter. Eure Figur bekommt durch leichtes Klopfen einen Schub nach oben, starkes Klopfen feuert Missiles ab. Ziel ist es, so lange wie möglich zu überleben. Leider ist der Modus sehr monoton, so dass schnell Langeweile aufkommt. Im Mehrspielermodus befindet ihr euch in einer Arena und die Kämpfer drehen sich ununterbrochen. Durch Klopfen bewegen sie sich nach vorne oder feuern. Hier gilt es, die Mitstreiter unter Beschuss zu nehmen.
Zu guter Letzt könnt ihr beim "Illustrator" den Künstler in euch wecken. So könnt ihr durch euer Trommeln ein Feuerwerk gestalten, mit Farbe malen, Wellen ins Wasser schlagen, farbige Bälle hüpfen lassen oder Tintezeichnungen anfertigen. Zwar mag das Ganze manchmal ganz nett aussehen, aber leider hat das Geschehen auf dem Fernseher wenig mit dem Klopfen zu tun. Es bleibt oft eine reine Zufallssache.
Minimalismus in allen Punkten
Wie das Spielprinzip ist auch die Technik sehr einfach gehalten. Zwar wirkt der Rennmodus mit seinem
Tron-Look sogar recht stylish, doch insgesamt wirkt die Grafik von
Let's Tap recht billig. Das kann auch der Sound nicht kompensieren, der ebenfalls nichts Spektukuläres zu bieten hat. Die Widerverwertung der Hauptmelodie nervt sogar eher mit der Zeit.