Eine holde Maid wird entführt und wer sie retten will muss durch zweidimensionale Landschaften hüpfen und sich dem Oberboss in einem Schloss stellen. Klingt nach einem Job für Nintendos Vorzeigeklempner - ist aber einer für Meister Higgins, das Hüpfspielurgestein, das knapper bekleidet ist als die Damen von Dead Or Alive Extreme Beach Volleyball. Ob sich der Kauf des WiiWarespiels lohnt, lest ihr in unserer Review.
Wonderboy-Klon strikes back!
Bereits ein Blick auf die Screenshots verrät, es handelt sich um klassische Hüpfspielkost. Ihr bewegt euch mit dem Steuerkreuz von links nach rechts, besiegt dabei haufenweise Gegner und überwindet einen Abgrund nach dem andern. Eure Lebensanzeige nimmt aber nicht nur beim Kontakt mit Gegnern oder Hindernissen ab, sondern sinkt im geringen Maße auch kontinuierlich. Dadurch wird eine gewisse Hektik aufgebaut, die einen Teil des recht hohen Schwierigkeitsgrads ausmacht. Ihr müsst das im Level verteilte Obst schnell einsammeln, um eure Gesundheit zu regenerieren, da ihr sonst einfach sterbt.
Der andere große Unterschied zur Genrereferenz
Mario ist, dass ihr Gegner nicht durch einen Kopfsprung besiegen könnt - im Gegensatz zum Schnauzbartträger nehmt ihr dabei sogar Schaden. Um einen Gegner auszuschalten, braucht ihr Waffen. Habt ihr erstmal Axt, Bumerang oder Lanze (später auch Feuerbälle und Bomben) aufgesammelt, steht euch unbegrenzte Munition zur Verfügung. Die Eier, in denen sich die Waffen befinden, sind stets am Levelanfang und auch innerhalb der Levels verteilt.
Das Spiel bietet im Einzelspielermodus vier Welten mit je vier Levels, wobei am Ende jeder Welt ein Endgegner wartet. Hier verliert ihr ausnahmsweise nicht automatisch Lebensenergie. Auch ansonsten sind die Endgegner zu einfach geraten, da die Schwachpunkte leicht zu erkennen sind und sie sich in der ersten Phase kaum wehren. Zusätzlich bieten die Bosse keine wirkliche Abwechslung, wobei der letzte eine Ausnahme ist.
Der Schwierigkeitsgrad des Titels ist zwar verglichen mit einem
Mario hoch, hat jedoch im Vergleich zum Ur-
Adventure Island abgenommen. Nicht nur, dass euch die Gegner nicht mehr mit einem Schlag töten, Hudson hat zusätzlich einen Itemshop eingebaut. Hier könnt ihr eure Wafen upgraden, eure Gesundheitsleiste erweitern und neue Moves wie den Doppelsprung oder den Kantenhänger lernen. Die dazu benötigten Melonen sind in den Levels versteckt. Auf der einen Seite kann es einem zwar bei einem Endgegner oder an schwierigen Stellen helfen, andererseits habt ihr diese Upgrades dann für immer und nehmt damit dem Spiel ein wenig von der Herausforderung. Und gerade die ist einer der Hauptreize von
Adventure Island.
Minispiele braucht die Welt...
Zusätzlich gibt es vier Minispiele, die das Rad wirklich nicht neu erfinden und auch sonst einige Macken haben. So ist zum Beispiel beim Skateboardminispiel die Kollisionsabfrage katastrophal. Das einzige halbwegs spaßige Spiel ist das 10-Sekunden-Buttonmashing, das man allerdings schon in zig Varianten gesehen hat und auch kostenlos im Internet spielen kann. Auch zu zweit ändert sich an diesem Eindruck nichts. Außerdem gibt es einen Koop-Modus. Dabei übernimmt Spieler zwei die Rolle von Bomberman und kann Bomben vom oberen Bildschirmrand fallen lassen. Bis die allerdings hochgehen, hat Spieler eins mit Meister Higgins bereits alle Gegner besiegt. Der Koopmodus hinterlässt eher den Eindruck, dass man unbedingt einen Modus für zwei Spieler einbauen musste, als dass er eine sinnvolle Erweiterung darstellt.
Technisch kann
Adventure Island: The Beginning nicht wirklich überzeugen. Eine Pseudo-3D-Welt mit matschigen und leblosen Hintergründen begeistert so wenig wie die hakeligen Animationen von Meister Higgins. Die Gegner zeigen sogar noch weniger Bewegung. Um dem die Krone aufzusetzen, fehlt ein 16:9-Modus - Hier muss man mit schwarzen Balken am Rand leben. Der Soundtrack umfasst keine fünf Lieder und die sind dann auch noch recht nervig. Das primitive Aussehen von Meister Higgins muss nun wirklich nicht mit "Uh! Ah!"-Rufen unterstrichen werden, die an eine Mischung aus Höhlenmensch und DJ Ötzi erinnern.