Bestimmt überlegen sich einige von euch oft, ob sie sich ein Spiel der "Guitar Hero"- oder "Rock Band"-Serie zulegen sollen, aber bleiben an einem Punkt hängen: Durch die Plastikinstrumente ist der Preis deutlich höher als bei anderen Titeln. Wenn man diese Musikspiele nicht andauernd im Laufwerk rotieren hat, rentiert sich die Anschaffung fast gar nicht mehr. Für die unter euch, die dieses Problem haben, könnte Disneys "Ultimate Band" die Lösung sein, das auf eine Steuerung mit Wiimote und Nunchuk ausgelegt ist. Was den Titel außerdem interessant macht, erfahrt ihr in unserer Review.
Bewegung statt Plastik
Eure frei erstellbare Band, der ihr zum Ruhm verhelft, lässt sich dabei wie folgt steuern: Als Gitarrist greift ihr Akkorde, indem ihr die C- oder Z-Taste des Nunchuks drückt. Auch beide oder gar keine Taste zu drücken, ist möglich. Angeschlagen wird durch entsprechende Bewegungen mit der Fernbedienung. Als Bassist wird nur entweder der C-Knopf oder Z-Knopf gedrückt. Durch Neigung des Nunchuks nach links oder rechts kommt man trotzdem auf vier mögliche Griffkombinationen.
Die beste Figur macht jedoch die Steuerung der Drums. Für einen einfachen Schlag auf die Toms muss mit der Wiimote oder dem Nunchuk eine Abwärtsbewegung ausgeführt werden. Seitwärtsbewegungen lösen Schläge auf die Becken aus. Auch ohne teure Zusatzgeräte kommt dabei ein tolles Spielgefühl aus und man vermisst beim Spielen ein fehlendes Pedal für die Bassdrum überhaupt nicht.
Ein Griff ins Klo ist hingegen die Rolle des Leadsängers. Mangels eines Mikrofons fällt Singen flach. Stattdessen führt ihr Bewegungen wie Schläge, Winken oder bestimmte Mikrofonhaltungen aus, um die Menge zu begeistern. Das wirkt aufgesetzt, macht keinen Spaß und hat nicht wirklich viel mit der Musik zu tun.
Vom Newcomer zum Superstar
Von der Steuerungsmethode abgesehen unterscheidet sich das Spiel gameplaytechnisch kaum von den Vorbildern. Bunte Symbole laufen eine Bahn entlang und verraten euch, wann ihr welche Note spielen müsst. Wenn man mit der Lupe sucht, findet man jedoch Details, die das Spiel ein wenig abheben. Verpasst ihr zum Beispiel einen Ton, reißt deswegen nicht sofort eure Spur ab. Damit ihr euer Instrument nicht mehr hören könnt, müsst ihr mehrere Töne in Folge treffen. Bei den Saiteninstrumenten ist beim niedrigsten Schwierigkeitsgrad außerdem kein Greifen mehr nötig. Als Pendant zur Starpower gibt es den Grandstand, mit dem sich schwere Passagen mit Schütteleinlagen überbrücken lassen. Diese Unterschiede deuten schon darauf hin, dass der allgemeine Schwierigkeitsgrad niedriger liegt als bei "Rock Band" oder "
»Guitar Hero". Erfahrene Spieler wird der Titel deshalb unterfordern.
Im Storymodus des Spiels klappert ihr, wie man es auch aus den beiden großen Genrevertretern kennt, nacheinander verschiedene Veranstaltungsorte ab, um immer mehr Lieder freizuschalten. Leider wird die Spielzeit dadurch gestreckt, dass ihr, um einen Veranstaltungsort freizuschalten, die Lieder des Vorherigen mehrmals mit verschiedenen Instrumenten spielen müsst. Diese gezwungenen Wiederholungen nerven einfach und hätten nicht sein müssen. Recht nett sind aber die Zwischensequenzen, die ab und an eingestreut werden. Diese sind auf Deutsch und im comicartigen Look des Spiel gehalten, leider verdienen die Sprecher den Zusatz "synchron" nicht wirklich.
Jam Session
"Ultimate Band" bietet auch einen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler (auch wenn ich zu Dreierrunden rate, so muss sich keiner mit dem Leadsänger rumplagen). Ihr könnt als Band die Songs des Spiels im Storymodus performen, womit sich auch Wiederholungen der Songs vermeiden lassen, oder einfach fernab von der Geschichte durch die einzelnen Lieder gehen. Seid ihr nur zu zweit, könnt ihr euch auch mit euren Instrumenten duellieren. Leider müssen hier beide Spieler den selben Schwierigkeitsgrad wählen, was Anfängern eher weniger Erfolgserlebnisse beschert.
Die Songliste umfasst 35 Lieder von Incubus, Radiohead, P!nk und den White Stripes, um nur einige zu nennen. Dass es sich nur um Coverversionen handelt, mag den einen oder anderen vielleicht abschrecken, doch dafür haben sich die Entwickler ein nettes Detail einfallen lassen: Ist euer Leadsänger männlich, werden die Songs mit Männerstimme präsentiert, ein weiblicher Leadsänger führt dementsprechend zu einer Frauenstimme. Die Grafik ist Geschmackssache und richtet sich mit den Comiccharakteren eher an ein jüngeres Publikum. Ob das gefällt, sollte jeder für sich entscheiden, das sollte bei einem Musikspiel aber nicht zu sehr ins Gewicht fallen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
