Mit Downloadspielen bringt man meistens eine Sache in Verbindung: geringen Umfang. Umso überraschender ist es dann, im Wii Shop auf einen WiiWare-Titel zu stoßen, der nicht nur die WiFi-Connection unterstützt, sondern auch das Balance Board. Auch ansonsten verspricht "Snowboard Riot" zum Preis von 1000 Wii-Punkten recht spaßig zu werden. Snowboard und Waffen, quasi "SSX" und "Mario Kart"? Doch lasst euch davon nicht allzu sehr blenden und lest vor dem Kauf lieber unser Review.
Einsames Aufwärmen
Auch der erste Blick ins Hauptmenü überrascht positiv, denn neben angekündigtem Onlinemodus und den obligatorischen Optionen sowie dem Singleplayer ist dort auch ein für WiiWare untypischer Punkt zu finden: Tutorial. Die Freude verfliegt jedoch, sobald man dann entdeckt, dass es sich dabei nur um eine digitale Form eines Handbuchs handelt, die nicht einmal Bilder beinhaltet. Trotzdem sollten Besitzer des Spiels mal einen Blick reinwerfen, da man auf kleine Details der Steuerung nicht zufällig stößt.
Bei der Steuerung gibt es mehrere Varianten: Neben den Methode mit Wiimote oder Wiimote+Nunchuk kann auch das Balance Board (in Kombination mit Wiimote und Nunchuk) verwendet werden. Die Steuerung mit dem Control Stick ist jedoch um Welten präziser. Außerdem dauert die Kalibrierung viel zu lange. Lasst das Board also lieber in der Ecke stehen! Mit Wiimote und Nunchuk seid ihr hingegen auf der sicheren Seite. Mit dem Control Stick lenkt ihr oder führt nach einem Sprung mit A Tricks aus. Erwartet hier jedoch keine cool in Szene gesetzten Moves. Ihr könnt lediglich einen Salto oder eine Drehung vollführen. Mit Z und B lassen sich Gegenstände und Waffen einsetzen und durch Schütteln der Fernbedienung aktiviert ihr - sofern ihr eure SK-Leiste mit Tricks aufgefüllt habt - einen Boost, mit dem ihr eure Kontrahenten umstoßen könnt. Das Steuerkreuz wird für Vorwärtssprunge oder Grifftricks benutzt.
So stürzt ihr euch also im Singleplayer in den drei Modi Zeitfahren, Wettkampf (Rennen mit Gegenständen) und Stoisch (Rennen ohne Gegenstände aber mit Beschleunigungstoren) die vier enthaltenen Pisten hinunter. Leider kann man den Einzelspielermodus getrost ignorieren, denn er ist eigentlich total witzlos. Ihr messt euch auf abwechslungsarmen Kursen mit einer KI, die anfangs frustrierend schwer ist, und werdet nicht einmal für eure Siege belohnt.
Ab auf die Piste
Die Rennen bestehen jeweils aus drei Runden. Na, wer hat etwas gemerkt? Richtig - Beim Snowboarden fährt man einen Berg hinunter. Wie soll es da Runden geben? Die Entwickler haben hierfür hinter der Ziellinie ein Warpfeld platziert. Dass das nicht sehr realistisch ist, stört in einem Snowboardspiel mit Raketenwerfern wohl niemanden. Leider passiert es oft, dass wenn mehrere Spieler gleichzeitig beim viel zu kleinen Tor ankommen, dass einer hängen bleibt und damit etwas Zeit verliert. Das sorgt natürlich für Frust.
Genau wie eine Situation, die sehr oft vorkommt: Man führt und wird kurz vor dem Ziel von einer Rakete getroffen. Diese Genrekrankheit der Funracer kommt auch in "Snowboard Riot" vor, ist aber zu verzeihen. Ansonsten hätte ein wenig Feintuning bei den Waffen recht gut getan. Mit einer Knarre trifft man sich zum Beispiel permanent selbst, was nun wirklich nicht Sinne der Sache ist.
Gruppensport
Der Mehrspielerpart ist zwar auch keine Revolution, motiviert jedoch weit mehr als der Singleplayer, der höchstens zu gebrauchen ist, um die Steuerung zu verinnerlichen. Ihr habt hier die Wahl zwischen dem Online- und dem Splitscreenmodus für zwei Spieler. Auf der Piste sind immer vier Fahrer, die übrigen werden von der KI übernommen. Im Splitscreenmodus stört (wie so oft) der eingeschränkte Blickwinkel, dafür bleibt die Framerate stabil. Der Onlinemodus, über den ihr euch mit bis zu drei Konkurrenten messen könnt, funktioniert sehr gut, hat jedoch ein großes Manko: Die Gegnersuche. Es ist nicht nur, dass sie im Vergleich zu anderen Titeln lange dauert, viel mehr stört das nervige 2-Sekunden-Sample, das andauernd wiederholt wird.
Im Allgemeinen ist die Musik von "Snowboard Riot" sehr repetitiv und stört oft, vor Allem, wenn ihr (wie meine Wenigkeit) nichts mit Elektromusik anfangen könnt. Die Grafik ist für ein WiiWare-Spiel in Ordnung, für den geringen Preis kann man über leicht kantige Modelle und die ständig wiederholten Texturen hinwegsehen. Abwechslungsreich sind die Pisten optisch überhaupt nicht. Natürlich könnte man die Frage stellen, inwiefern Abwechslung bei einem durchgehend verschneiten Berg möglich ist, jedoch sehen alle Strecken irgendwie gleich aus.