Mit "»skate" revolutionierte Electronic Arts das Skateboardgenre auf Konsolen. Realismus statt unmöglichen Tricks, "skate" statt "Tony Hawk". Für die Wii erscheint nun vom selben Entwicklerteam "skate it", welches ebenfalls auf Realismus setzt. Geht auch hier der Plan auf?
San Vanelona
Völlig unerwartet wird die fiktive Stadt San Vanelona von einer Naturkatastrophe heimgesucht. Alle Einwohner müssen evakuiert werden - ausser euch selbst und einem lästigen Fotografen. Dieser überredet euch dazu, mit ihm zusammen einige Skatevideos aufzunehmen, um so Ruhm und Ehre von den Großen im Skateboardgeschäft zu erhalten. Auf dem Weg zur Nummer 1 warten 14 unterschiedliche Areale auf euch, die über verschiedene Spots verfügen. An diesen könnt ihr die Videos aufnehmen. Dies macht ihr, indem ihr im Menü eine Aufgabe annehmt oder bequem im Spiel auf diese zufahrt (blaue Pfeile). Das Bewältigen dieser Missionen ist notwendig, da ihr ohne diese nicht in der Story weiter kommt. Eine Herausforderung besteht beispielsweise darin, möglichst viele Punkte in einer begrenzten Zeit zu erreichen. An Abwechslung mangelt es kaum. Im weiteren Spielverlauf begebt ihr euch auch in Weltstädte wie Paris oder Barcelona. Trotz ausbleibender Naturkatastrophen sind leider auch dort die Strassen gähnend leer.
Das Drum-Herum
Nebst dem umfangreichen Karrieremodus erwarten euch noch zwei andere Spielmodi. Zum einen könnt ihr in "Freies Spiel" einzelne Areale auswählen und dort dann frei herumskaten. Zum andern erwarten euch noch drei Partyspiele, die ihr auch mit menschlichen Gegnern bewältigen könnt. Dies geschieht allerdings nur abwechselnd, d.h. ihr reicht nach Erledigen der Aufgabe die Remote brav an euren Kumpel weiter. Ein Onlinemodus fehlt leider komplett.
Von Kickflips zu Heelflips und zurück
Vor dem Starten eines dieser Spielmodi solltet ihr unbedingt das Tutorial besuchen. Hier wird euch anhand unterschiedlicher Übungen die Grundsteuerung erklärt. Zuerst entscheidet ihr euch für eine der drei Steuerungsvarianten. Die intuitivste ist die Balance-Board-Variante. Hier steht ihr auf der Waage, die das Skateboard simuliert. Euren Untersatz lenkt ihr, indem ihr euer Gewicht nach links oder rechts verlagert. Beschleunigt wird mittels A-Knopf, während ihr mit der "Pfeil-unten"-Taste bremst. Zum Lenken gesellen sich noch die Tricks. Diese führt ihr auf acht Balance Board-Zonen aus. Einen Ollie tätigt ihr, indem ihr euren Schwerpunkt nach hinten verlagert, Flips indem ihr euren Schwerpunkt nach links oder rechts setzt und dabei die B-Taste drückt. Leider fehlt es bei dieser Möglichkeit am Feinschliff. So ist es in der Realität eher Glückssache, ob ihr einen Ollie, Nollie oder einen Kickflip ausführt. Zwangsläufig ist auch das Lenken an sich etwas ungenau ausgefallen. Leider ist die Bedienung zudem nicht sehr einsteigerfreundlich gehalten. Es ist für Anfänger äußerst frustrierend, zwanzig mal an einer einfachen Rail vorbei zu fahren, nur weil die Steuerung versagt. Und anders als bei einem richtigen Skateboard, welches seine Oberfläche bei einer minimalen Gewichtsverlagerung zur entsprechenden Richtung dreht, passiert auf dem Balance Board nichts. So kommt es, dass Zocker ohne Durchhaltevermöge schnell zu einer anderen Variante wechseln werden.
Unsere favorisierte Option ist die Bedienung mit Remote und Nunchuck. Hier lenkt ihr euren Charakter mit dem Ministick des Nunchuck und gebt mit dem A-Knopf Gas. Tricks führt ihr hier durch Anheben der Remote aus, wobei auch hier die Haltung variiert. Kippt ihr die Fernbedienung nach links, führt ihr einen Kickflip aus, dreht ihr sie nach rechts, absolviert ihr einen Heelflip. Insgesamt gibt es 16 verschiedene Tricks, deren Ausführung ihr jederzeit im Trickbuch nachschlagen könnt. Die Steuerung reagiert hier um einiges präziser als in der oben genannten Variante. Als letzte Möglichkeit könnt ihr "skate it" auch nur mit der Fernbedienung steuern. Je nachdem, wie ihr diese neigt, lenkt ihr den Skater. Das ist nicht nur umständlich, sondern auch die ungenauste Möglichkeit.
Mittelmass
Optisch ist "skate it" ein solider Wii-Titel. Die Kamera fixiert das Skateboard und nicht den Protagonisten und fängt somit einen entsprechend kleineren Blickwinkel ein. Man könnte meinen, dies sei gut so. Denn die Areale sind äußerst detailarm designt und leiden unter schwammigen Texturen. Dafür konnten uns die Charaktermodelle aufgrund ihres Detailreichtum mehr überzeugen. Die Trickanimationen wirken echt und sorgen für Realismus.
Das ganze Spiel wird mit wenigen, dafür passenden Tracks aus dem Rock-Genre untermalt. Nebst dem Soundtrack sticht die deutsche Lokalisierung hervor. Selbst das Sprachsample wurde auf unsere Landessprache synchronisiert. Die restlichen Soundeffekte wirken authentisch und erfüllen ihren Zweck.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
