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GRAVITY RUSH
 Test von Sven Reisbach (18.06.2012) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action-Adventure Publisher:Sony
Termin:15. Juni 2012 Entwickler:Sony Japan Studio

Dass Sony Japan immer wieder für einige interessante Spielkonzepte gut sind, haben sie bereits auf der PlayStation Portable hinreichend bewiesen. Titel wie »Loco Roco, »Patapon oder auch »echoshift und »echochrome belegen das sehr eindeutig. Doch auch an Klassikern wie ICO, Shadow of the Colossus oder auch »Demon's Souls ist das Studio zumindest beteiligt gewesen. Und nun folgt der Sprung auf die PlayStation Vita - und der hebelt die Gesetze der Gravitation vollständig aus. Klar, dass wir Gravity Rush nicht einfach fallen lassen...


Spiel mit der Gravitation


Bereits im Anschluss an die Pressekonferenz von Sony zur gamescom 2011 konnten wir uns einen ersten Eindruck von dem in Entwicklung befindlichen Titel von SCE Japan Studio machen. Und der hatte es in sich: Gravity Rush bestach mit feinster Cellshading-Optik und atmosphärischer Musik (soweit sich dies in den überfüllten und somit lauten Räumlichkeiten sagen ließ). Zur Story konnte man jedoch wenig aus dieser ersten spielbaren Präsentation erfahren. Mit dem Release ändert sich dies nun. Hauptcharakter des Spieles ist ein junges Mädchen, das ihr Gedächtnis verloren hat. In den ersten paar Minuten des Spieles bekommt sie aufgrund der sie begleitenden Katze den Namen Kat. Erwähnte Samtpfote ist jedoch keine gewöhnliche Katze, sondern erlaubt es Kat, die Gravitation zu verändern. Das macht das zierliche blonde Mädchen zu einer sogenannten Shifter. So macht sie sich nun auf, nicht nur ihre eigene Vergangenheit zu ergründen, sondern auch den Bewohnern des Ortes zu helfen. Denn die Stadt hat mit allerlei Problemen zu kämpfen: Gravitationsstürme lassen ganze Stadtteile verschwinden, "Nevi" genannte Monster tauchen auf und terrorisieren die Bevölkerung... und das ist nur die Spitze der Schwierigkeiten.

So macht sich das Mädchen zunächst mit der offenen Spielwelt, den Menschen und vor allem ihren eigenen Kräften vertraut. Die ersten Aufgaben dienen somit als Tutorial. Die wichtigste Technik, die es in Gravity Rush zu erlernen gilt, ist die Gravitationskontrolle. Mit Druck auf die rechte Schultertaste lasst ihr Kat, wie sie später genannt wird, schweben. In diesem Zustand könnt ihr euch frei umsehen, entweder mit dem Analogstick oder durch Bewegen des Handhelds. Schaut ihr nun etwa auf eine Wand und drückt erneut die rechte Schultertaste, schwebt die Blondine auf diesen Punkt zu - und landet dort. Ihr habt erfolgreich die Schwerkraft ausgetrickst, Kat kann nun diese Wand entlanglaufen, als wäre dies der Boden. Die Kraft ist allerdings begrenzt: Eine Leiste links oben zeigt euch an, wieviel Energie ihr noch für derartige Kunststücke zur Verfügung habt. Solange die Schwerkraft nicht normal ist, wird euch kontinuierlich diese Energie entzogen, bis sie komplett aufgebraucht ist und ihr zu Boden fallt. Das tut ihr übrigens auch, wenn ihr mit der linken Schultertaste die normale Schwerkraft wiederherstellt.

Habt ihr es mal eilig, könnt ihr auch einfach Gravitationsgleiten. Im Spiel wird diese Technik an einigen wenigen Stellen für kleinere Geschicklichkeitspassagen verwendet, die ihr jedoch durch das herkömmliche Schweben umgehen könnt. Das ist auch gut so, immerhin geschieht das Gleiten komplett über den Touchscreen - das mag nicht jedem liegen. Ihr legt beide Finger auf die unteren Seiten des Screens und lenkt Kat durch Neigung des Handheld. Nehmt ihr einen der Finger weg, könnt ihr das Katzenmädchen sogar driften lassen. Doch selbst, wenn ihr diese Technik gemeistert haben solltet, die Welt bietet nur wenig Raum für ihren Einsatz.


Gravity Kills

Das Spiel mit der Gravitation nutzt Gravity Rush auch noch für ein recht interessantes Kampfsystem. Neben einem eher wenig mächtigen Standard-Tritt und dem Ausweichmanöver (leider müsst ihr dazu wieder zum Touchscreen wechseln) gibt es noch einige erweiterte Moves. Ihr könnt etwa auf einen Gegner beschleunigt zustürzen, um ihm einen Gravitationskick zu verpassen. Gerade gegen die Nevi bietet sich diese Technik meistens an. Auch könnt ihr ein Stasisfeld generieren, mit dem ihr Gegenstände oder Personen um euch schweben lassen und mitziehen könnt. Das erlaubt es euch etwa, Gegner mit Parkbänken zu bewerfen oder Leute von hohen Türmen zu retten. Im Kampf gegen größere Gegner könnt ihr dagegen auf Spezialfähigkeiten zurückgreifen, die allerdings erstmal aufgeladen werden müssen. Dadurch bedingt könnt ihr sie seltener einsetzen und solltet dabei genauer zielen. So etwa der Gravitationswirbel, mit dem ihr mehrere Windstöße auf den Feind abfeuert, was euch gerade bei größeren Gegnern zu einem leichten Spiel verhilft.

Damit ihr euch in der Spielwelt nicht immerzu verlauft beziehungsweise verfliegt, gibt es eine praktische Karte, auf der ihr auch euer nächstes Ziel markieren und so leichter ausfindig machen könnt. Faule Naturen können zudem die Abwasserrohre als Abkürzung nutzen, sofern sie diese bereits entdeckt haben. Dort unten befindet sich auch Kats Zuhause, das zum Wechseln der Outfits ebenso wie als Speicherpunkt dient. Zwar gibt es auch ein automatisches Speichersystem, dennoch verlässt man sich zum Abschluss einer Spielsession meist lieber auf eine manuelle Speicherung. Um euch ein wenig zu zwingen, die Stadt zu erforschen und nicht nur stumpf der Storyline zu folgen, sind überall in den einzelnen Stadtteilen Juwelen versteckt: Diese dienen einerseits dazu, mit ihnen Geräte wieder in Gang zu setzen und so Herausforderungsmissionen - etwa Zeitrennen - freizuschalten, andererseits sind sie aber auch Währung zum Aufleveln eurer Fertigkeiten. Habt ihr genug dieser Kleinode eingesammelt, könnt ihr sie etwa gegen stärkere Attacken oder längere Zeit für den Einsatz eurer Gravitationskräfte tauschen. Auch euren Spezialfähigkeiten könnt ihr so noch einigen Nachdruck verleihen. Sogar so viel, dass die Macher selbst es wohl als zu mächtig empfanden, wie weit man Kats Fähigkeiten ausbauen kann - so werden für eine spätere Mission ihre Fähigkeiten wieder gewaltig beschnitten. Bis auf wenige Gespräche mit den Einwohnern von Hekseville, die allesamt nur wenig zur Geschichte beitragen, bleibt die Welt leider manchmal recht leblos.

Ähnlich leblos sind auch die Missionen selbst: In der Regel genügt es, Checkpoints abzufliegen oder markierte Gegner auszuschalten, um weiterzukommen. Das steht in einem krassen Kontrast zum eigentlich recht frischen Gameplay, dem Spiel mit der Gravitation. Doch gerade letzteres ist es, was das Spiel so außergewöhnlich macht und Makel wie das Missionsdesign schnell vergessen macht.


Laue Technik, atemberaubende Atmosphäre

Wer glaubt, eine packende Atmosphäre bedinge eine topmoderne Technik, der wird von Gravity Rush eines Besseren belehrt. Durch den wirklich ansehnlichen Celshading-Look sieht das technische Grundgerüst zwar nicht ganz so veraltet aus, aber optisch wäre sicherlich mehr drin gewesen. Einige Male ging die Engine während des Tests sogar ohne ersichtlichen Grund auch mal ordentlich in die Knie und senkte die Framerate gewaltig herunter. Dennoch: Die Stadt, und die ist der eigentliche Hauptdarsteller des Spieles, lädt zum Erforschen ein. Zwar werden manche Spieler bald ernüchtert feststellen müssen, dass sie bereits alles in Hekseville gesehen haben, aber bis dahin dauert es eine ganze Weile. Wirklich punkten kann der Soundtrack von Gravity Rush: Ein wenig melancholisch wirkt die Musik, wenn ihr durch die Altstadt streift, jazziger wird es dagegen im Vergnügungsviertel und treibend in den Kämpfen mit Nevi. Die Songauswahl mag gering sein, sie wird aber niemals störend und wirkt immer stimmig.

Weniger schönes gibt es dagegen über den Umfang zu berichten: Mit Erkundung und Herausforderungsmissionen seid ihr zwar eine ganze Weile in der Welt von Gravity Rush beschäftigt, die eigentliche Storyline ist jedoch recht schnell abgefrühstückt. Für Zusatz-Content ist im Grunde jedoch schon gesorgt: In Japan, wo das Spiel unter dem Titel Gravity Daze bereits etwas länger erhältlich ist, sind bereits einige DLC-Pakete erschienen. Dort gibt es bereits das Military-Paket - welches in der im PSN für begrenzte Zeit vertriebenen Gravity Rush: Special Edition bereits enthalten ist - sowie ein Katzen- und Maid-Paket, jeweils mit Kostüm und Missionen. Einen genauen Zeitplan zur Veröffentlichung dieser Pakete bei uns gibt es bislang noch nicht. In Japan kosten sie jeweils 400¥, was etwa 4€ entspricht.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Auf das Spiel habe ich gewartet, seit ich es das erste Mal angespielt habe - und es hat sich gelohnt! Von der ersten Minute an hatte mich Gravity Rush in seinen Bann gezogen. Das Spielkonzept wirkt frisch und durchdacht, die Präsentation im Celshading-Look, kombiniert mit dem abwechslungsreichen Soundtrack, ist schlichtweg ein Traum. Da verzeihe ich das recht dröge Missionsdesign und gelegentliche Kamera-Probleme gerne. Mit den Touch-Features werde ich allerdings auch hier nicht warm. Entsprechend setze ich diese Moves nur ein, wenn es unbedingt nötig ist. Mein Fazit jedenfalls lautet: Dieses Spiel gehört in jede PS Vita!
90%
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#1 | Altair [19.06. | 19:54] 



1.112
Gravity Rush
Sieht cool aus und das Spielprinzip hört sich spaßig an. Mal auf der "Muss mal gespielt werden"-Liste vermerkt.


 










mehr Wallpaper






















Pro:
schicker Celshading-Look
stimmiger, variantenreicher und atmosphärischer Soundtrack
cleveres Spiel mit der Gravitation

Contra:
simples Missionsdesign
gelegentliche Kamera-Probleme
Touch-Funktionalität


Offizielle Website:
 @Sony



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