Der Lüfterspezialist Xigmatek hat sein Produktportfolio erweitert: Midgard ist das erste PC-Gehäuse aus dem Hause des japanischen Hardware-Herstellers. Haben die Designer beim ersten Mal gleich alles richtig gemacht oder hat sich die eine oder andere Kinderkrankheit eingeschlichen? Unser Bericht über den schlichten sowie edlen Midi-Tower liefert alle Fakten.
Black is beautiful
Beim Heraushieven des Gehäuses aus der Verpackung wird sofort klar, dass der
Midgard Tower beileibe kein Leichtgewicht ist. Laut Datenblatt bringt es die Stahlkonstruktion mit den Maßen 210 x 478 x 510 mm auf über neun Kilo. Notorische LAN-Party-Besucher sollten also um Xigmateks Debüt-Gehäuse einen weiten Bogen machen. Die tiefschwarze Farbgebung wirk schlicht und zugleich edel. Sämtliche Elemente, auch im Innenraum, sind im dunkelsten aller Farbtöne gehalten. Xigmateks Faible für Schwarz geht sogar so weit, dass die mitgelieferten Schrauben in dieser Farbe lackiert wurden. Eine Ausnahme bilden die Plastikhalterungen für die Erweiterungskarten und Laufwerke, die in einem knalligen Orange daherkommen. Die vorinstallierten 120-mm-Lüfter an der Vorder- und Rückseite sind ebenfalls in der Holland-Gedenkfarbe gehalten und werden beim Betrieb von jeweils vier weißen LEDs angestrahlt. Doch bevor wir die leuchtenden Lüfter im Einsatz sehen, müssen wir das Innere des
Midgard Midi-Towers mit Hardware füllen.
40 Zentimeter sind Pflicht
Beim Mainboard-Einbau erspähen wir die erste praktische Detaillösung: Die Bohrungen für die Abstandhalter sind mit Markierungen versehen, welche die Motherboard-Installation auf Anhieb gelingen lassen. Als Nächstes verbauen wir das Netzteil, das ungewöhnlicherweise oberhalb des Gehäusebodens montiert wird. Eine Schaumstoffschicht zwischen dem Stromlieferanten und dessen Aufhängung verhindert die Übertragung von Vibrationen auf das Gehäuse. Doch oh Schreck! Das Kabel des vierpoligen Stromanschlusses ist zu kurz. Bedingt durch die Platzierung des Netzteiles in Bodennähe sind teilweise längere Kabel an der PSU erforderlich. 40 Zentimeter sollten es bei dem 12 V-Stromkabel schon sein. Dies ist allerdings das einzige Manko bei der ansonsten gelungenen Aufteilung im Gehäuseinneren.
Schrauben war gestern
Die Erweiterungskarten sind geschwind installiert. Ihr müsst nicht zum Schraubendreher greifen, sondern klemmt das Slotblech einfach fest. Solange eine Steckverbindung mit dem Mainboard besteht, wie zum Beispiel bei der Grafikkarte, sitzt die Konstruktion erstaunlich fest. Fehlt die zusätzliche Arretierung hingegen, wird es wackelig. So sitzt die mitgelieferte Lüftersteuerung alles andere als bombensicher. Bei den übrigen Befestigungsmöglichkeiten müsst ihr allerdings keine Kompromisse eingehen. Die um 90 Grad gedrehten internen Laufwerkschächte nehmen bis zu fünf Festplatten auf, die auf Trägern mit vibrationsentkoppelten Gummihalterungen geschraubt und anschließend in den Schacht geschoben werden. Beim Einbau der externen Laufwerke, die ebenfalls zu fünft vertreten sein dürfen, ist abermals kein Schraubendreher erforderlich. Einfach die Plastikhalterungen eindrücken und nach vorne ziehen, schon sitzt das Laufwerk.
Auf den Boden!
Der
Xigmatek Midi-Tower kann zu einem wahren Kühlmonster aufgerüstet werden. Insgesamt sieben Lüfter können in dem Gehäuse untergebracht werden. Xigmatek hat auch an die Freunde der Wasserkühlung gedacht. An der Rückseite sind vier Öffnungen für die Schläuche externer Wakü-Vorrichtungen vorhanden. Eine weitere gelungene Detaillösung sind die drei Kabelhalter, die für Ordnung im Gehäuseinneren sorgen. Das an der Vorderseite untergebrachte I/O-Panel bietet neben den obligatorischen USB- und Audioanschlüssen einen eSATA-Port, an dem ihr beispielsweise eine externe Festplatte anschließen könnt. Power- und Resetbutton sind ebenso wie die Status-LEDs im Gehäusedeckel eingefasst. Es empfiehlt sich daher, das
Midgard Gehäuse unter den Schreibtisch zu stellen. Mit seiner ungewöhnlich großen Tiefe von 51 Zentimetern dürfte das Xigmatek Case ohnehin für die meisten Tischflächen zu sperrig sein.
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