EA macht Schluß mit illegalen Strassenrennen! Zumindest in der “Need for Speed”-Reihe. Die Rennszene ist öffentlich geworden, als Liga organisiert, die Rennen werden legal auf abgesteckten Rundkursen ausgetragen und es wird um hohe Preisgelder gefahren. Was EA dem neuen “Need for Speed” sonst noch so unter die Haube gepackt hat, erfahrt Ihr im Test.
NfS erfindet sich neu
Veränderungen sind immer eine schwierige Sache. Einerseits braucht eine Spiele-Reihe immer mal wieder eine Neuausrichtung, um nicht nur ein Grafik-Update zu sein, sondern auch mit neuen Features begeistern zu können. Andererseits sind nicht immer alle Fans einer Reihe von Veränderungen angetan, da liebgewonnene Spielelemente oftmals der Schere der Spiel-Designer zum Opfer fallen.
Letzteres ist definitiv auch beim neuesten Ableger der “Need for Speed”-Reihe der Fall: Die fehlenden Verfolgungsjagden werden Fans sicher schmerzlich vermissen. Dafür gibt es aber auch einiges, das es so bislang noch nicht bei einem (Handheld)-NfS gegeben hat – ein Schadensmodell zum Beispiel. Das ist sicherlich nicht so ausgefeilt wie auf den grossen Konsolen, sorgt allerdings für ein wenig mehr Realismus. Wird euer Bolide beschädigt, so wird er schwieriger zu lenken und am Ende des Rennens müsst Ihr die Reperatur-Kosten zahlen. Das kann schon schnell einen grossen Teil des Gewinns auffressen. Auch neu ist die Fahrerintuition. Durch Druck auf die Kreistaste kann man sich nun die Ideallinie anzeigen lassen.
Um auch Anfängern die Möglichkeit zu geben, erfolgreich an den Rennen teilzunehmen, gibt es drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, als “Fahrertypen” bezeichnet. Wer als “Freizeit-Fahrer” unterwegs ist, kriegt die Ideallinie vor Kurven automatisch eingeblendet. Auch bremst der Wagen von allein, um grössere Kollisionen mit der Bande zu vermeiden. Wenn man sich als “Adrenalin-Junkie” auf die Piste wagt, wird die Ideallinie nur noch vor schwierigen Kurven eingeblendet und es wird weniger in die Geschwindigkeit des Fahrzeuges eingegriffen. Als “Speed-King” ist man dann gänzlich auf sich alleine gestellt. Je nach gewähltem Fahrertyp unterscheidet sich auch die Belohnung am Ende eines Rennens. Schade: Nach wie vor muss man als Erster im Ziel sein, um Geld zu erhalten – ein zweiter oder dritter Platz bringt euch gar nichts ein.
Umfang?
Wie bei NfS üblich, seid Ihr zu Beginn ein Noname-Fahrer ohne grosse Kohle. Das soll sich ändern. Darum nehmt Ihr an der Pro-Serie teil, um später in die Championserie aufzusteigen. Gefahren werden 101 Events, verteilt auf 13 unterschiedliche Strecken. Diese könnt Ihr auf einer Übersichtskarte bequem anwählen. Nicht jeder Event ist für jede Fahrzeugklasse zugelassen, meistens ist ein Wagentyp (Muscle-Car, Tuner-Klasse, ...) vorgeschrieben. Auch wird euch teilweise der niedrigste Schwierigkeitsgrad “Freizeit-Fahrer” verweigert. In eurer Garage stehen euch wieder jede Menge lizenzierter Fahrzeuge zur Verfügung. Tuning-Möglichkeiten sind auch vorhanden, allerdings weit weniger umfangreich als in den Vorgänger-Spielen.
An Renn-Modi scheint es auf den ersten Blick zu mangeln – es gibt nur zwei: Grip- und Speedrennen. Aber diese variieren sehr stark: Seid Ihr bei Zeitrennen alleine gegen die Uhr auf der Strecke, fahrt Ihr beim Sprint gegen drei andere Fahrer ein Rennen zu einem Zielort, also nicht auf einem abgesteckten Rundkurs. Dazu kommen dann noch die Ausscheidungsduelle, bei denen es drei Tore auf der Strecke gibt, welche es zu passieren gilt. Der jeweils Letztplatzierte fliegt dann raus. Die Speedrennen hingegen finden auf abgesteckten Rundkursen statt. Drift-Challenges sucht Ihr vergebens, dafür wartet die "Radarfalle" auch Euch: Hier heisst es "Gas geben!", denn auf der Strecke befinden sich mehrere Radarfallen. Fährt man durch, wird die Geschwindigkeit gemessen - der Fahrer, der zusammengerechnet die höchste Geschwindigkeit gebracht hat, gewinnt!
Die Scheibe ist beschlagen
Das Renngeschehen sieht wirklich schick aus, allerdings wirken die Texturen arg verwaschen. Abseits der Piste tut sich nicht sonderlich viel, dennoch werdet Ihr das ein oder andere Mal einen “Oohh”-Effekt haben, gerade die Strecken durch die Wüste Nevadas bieten einige schöne Landschaften. Und ja – meistens habt Ihr die Zeit, euren Blick schweifen zu lassen. Die Konkurrenten setzen euch nicht sonderlich zu, einzig engere Kurven sorgen das ein oder andere Mal dafür, dass Ihr euch auf die Strasse konzentrieren solltet. Die meiste Zeit über habt Ihr euer Fahrzeug recht gut im Griff, leider oft genug auch nicht. Statt weiter geradeaus zu fahren, steuert euer Wagen dezent nach links oder rechts, so dass Ihr immer mal wieder leicht gegenlenken müsst. Grosser Nachteil: Ihr schlingert über die Strecke wie betrunken und verliert dabei wertvolle Zeit.
Autoradio?
Ihr könnt während des Rennens und in den Menüs 37 Songs hören. Einige davon sind leider nur Remixe, so findet sich ein und dasselbe Lied in verschiedenen Versionen auf der UMD. Zusätzlich zum auf der Disk vorhandenen Soundtrack könnt Ihr euch noch beliebige MP3-Dateien auf euren Memorystick (Verzeichnis ms0:/MUSIC/) ziehen, worauf diese im “EA Trax” getauften Player in der Playlist verfügbar sind. Leider gilt das nur für das Menü – es gibt keine Möglichkeit, diese Songs auch im Spiel zu hören. Und das, obwohl genug andere Spiele beweisen, dass es funktioniert. Ob man sich dieses Feature bei EA für das nächste Update der Reihe verwahrt?